• "Lebt wohl, all ihr Sternenkinder<3"

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wie geht es euch?

Es ist nun einige Zeit vergangen. Wir haben schon länger nichts voneinander gehört. Ich wollte fragen, wie es euch geht.
Lieben Gruß

von issy31 / 18.07.2013 10:01

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Mir geht es etwas besser. Die Pschotherapie tut mir gut. ABer ich bin total urlaubsreif. Gut das jetzt Ferien sind.

von issy31 / 18.07.2013 10:03

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Hallo Issy, war auch lange nicht mehr hier im Babyclub. Mir geht es insgesamt eigentlich ganz gut. Das Hibbeln auf eine erneute Schwangerschaft und viel positives Denken haben mir Kraft und Mut gegeben. Ein bisschen wehmütig werde ich, wenn ich gerade jetzt im Sommer Schwangere sehe und mir denke "so hätte ich jetzt auch ausgesehen", aber das legt sich recht schnell wieder.

Und wir hatten einen wunderschönen und erholsamen Kurzurlaub vor 2 Wochen gemacht, ein romantisches Wochenende. Das hat uns auch sehr gut getan. Habt ihr denn Urlaubspläne für den Sommer?

Es freut mich zu lesen, dass dir die Psychotherapie gut tut. Wie oft gehst du dort hin?

von crezymel / 19.07.2013 08:25

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hallo,
ich gehe einmal die Woche hin.
Urlaub haben wir nicht dirket geplant. Eigendlich wäre ja jetzt der Kleine da. und mit einem Säugling wäre ich nicht weit weg gefahren.
Das mit der Wehmut kenne ich. wenn ich Mamis mit Säuglingen sehe, geht es mir manchmal wie dir.
Wir wollen ein Pflegekind aufnehmen. Ob ich nochmal versuche schwanger zu werden, steht in den Sternen. Ich weiß das alles noch nicht. fakt ist, das ich penibel auf Verhütung achte (was ich seit zehn Jahren so nicht gemacht habe).
Im Herbst wollen wir wegfliegen. Ich hoffe, das ich bis dahin meine Figur zurück habe. :-D

von issy31 / 19.07.2013 09:18

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Guten Morgen,

heute geht mal wieder gar nichts. In letzter Zeit war eigentlich alles wieder gut - konnte wieder den Alltag erleben und hatte keine Probleme. Wir sind auch gut abgelenkt mit den Hochzeitsvorbereitungen und hibbeln zuversichtlich einer neuen Schwangerschaft entgegen.

Nun steht seit ein paar Tagen fest, dass wir am 7. September zur Bestattung/Trauerfeier unseres Babys gehen werden. Der Verein Sternenkinder hier in Dresden organisiert in Zusammenarbeit mit teilnehmenden Krankenhäusern 2 Mal pro Jahr so eine Veranstaltung. Dort werden die kleinen Sternenkinder anonym beigesetzt auf einem extra dafür eingerichteten Bereich auf einem Friedhof. Davor gibt es noch eine Trauerfeier/Gedenkgottesdienst. Und jede Veranstaltung steht unter einem anderen Motto. Am 7.9. ist es "der Marienkäfer". Es ist eine schöne Sache und wir haben uns vorgenommen, dahin zu gehen. Allerdings ist mir seit diesem Entschluss wahrscheinlich auch wieder mehr bewusst geworden, was passiert ist. Das hat die Traurigkeit wieder hochgebracht. Und auch allgemein habe ich ein bisschen die Perspektive verloren. Jeder Tag ist irgendwie "blah". Es gibt irgendwie gerade nichts, worauf ich mich freue oder was mich motivieren würde. Und wenn es doch etwas gibt, ist es so schnell wieder vorbei (z.B. ein Wochenende mit den Schwiegereltern). Ist gerade alles irgendwie wieder doof. Und heute hat es mich auf dem Weg zur Arbeit wieder erwischt. Musste plötzlich wieder anfangen zu weinen und bin umgekehrt. Dabei hatte ich dieses Problem auch schon gelöst. Und nun bin ich wütend auf mich, weil ich nicht stärker bin.

So geht es mir derzeit. Es ist sicher nur eine Phase, die hoffentlich bald wieder vorbei ist. Aber die Zeit bis zur Trauerfeier und dann wahrscheinlich auch bis zum eigentlichen Geburtstermin im Oktober wird sicher noch mal richtig schwierig werden.

von crezymel / 21.08.2013 08:14

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Hallo Crezymel,
es ist sicher nur eine Phase. Letztlich fahren deine Emotionen Achterbahn. Ich selbst bin nicht zu dem Gedenkgottesdienst der Klinik gegangen. Das war nach drei Monaten. Wir haben ja auch das Grab und die Beerdigung liegt- Gott sei dank- bereits einige Zeit hinter uns.
Ich denke, das es normal ist, das man irgendwann nochmal einen "durchhänger" hat. Das geht mir nicht anders. Im Moment sind hier noch Schulferien. Dadurch unternehmen wir wahnsinnig viel. Da bleibt keine Zeit zum traurig sein, was wirklich gut tut. Aber gestern haben wir im Phantasialand eine Familie gesehen mit einem geistig mehrfach Schwerbehindertem Jungen im Rollstuhl. Genau so hätte es meinem Sohn gehen können, wenn er überlebt hätte. Ich dachte nur: Danke das du vorher gestorben bist. Ich habe mich geschämt und vor diesem Gedanken erschrocken. Wäre er so geboren worden, hätte ich ihn von ganzem Herzen geliebt. Und trotzdem bin ich dankbar, das er nicht leiden musste.
Und letztlich hast du ja schon wundervolle Ziele in der zukunft, auf die du dich freuen kannst. Zu heiraten ist wundervoll. Ich habe die Vorbereitungen genossen. :-D
Und ich hoffe, das am Ende alle deine Wünsche in Erfüllung gehen. Du wirst sehen. ;-)

von issy31 / 23.08.2013 21:50

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Ich wollte euch nur schnell berichten, dass wir am Samstag bei der Trauerfeier und Beisetzung der Sternenkinder waren.

Die Veranstaltung war sehr emotional und schmerzlich, aber dem Anlass entsprechend sehr schön gestaltet. Auch die Ruhe- und Gedenkstätte auf dem Friedhof ist sehr schön gehalten. Es waren so viele Menschen da, sicher über 100! Einerseits gut zu wissen, dass man mit diesem Schicksal nicht allein ist, aber andererseits ist es auch wirklich traurig, dass es so viel Leid gibt. Eine Familie war dieses Jahr schon zum 2. Mal da, das ist so unvorstellbar...

Es war aber auf jeden Fall richtig teilzunehmen. Es war schmerzlich, ich musste auch viel weinen und hab gezittert, als man mir die Grabkerze gab und auch als wir uns am Grab von all den Sternenkindern und besonders von unserem verabschiedet hatten, aber es war gleichzeitig auch beruhigend und befreiend. Unser kleiner Schatz hat einen sehr schönen Ort zum Verweilen und ist zusammen mit anderen kleinen Sternenkindern. Ich stell mir gerne vor, wie unser Schatz zusammen mit den anderen Kindern dort auf der Wiese spielt und glücklich ist. Sie ist so schön geschmückt mit bunten Windrädern und Luftballons. Es ist schön, dass der Verein diesen Ort organisieren konnte und die Eltern eine Möglichkeit haben, ihre Sternenkinder würdig beizusetzen. Ich hatte mich nach der AS gar nicht getraut zu fragen, was mit dem Baby passiert, aus Angst die Antwort wäre "es wird entsorgt" oder so. Zum Glück hat man mir ohne zu fragen von den halbjährigen Veranstaltungen erzählt.

So, nun hoffe und denke ich auch, dass ich wieder einen großen Schritt in Richtung Aufarbeitung gemacht habe. So ganz wird es sicher nie überwunden werden, aber ich fühle mich schon wieder um einiges besser.

von crezymel / 09.09.2013 08:53

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es ist gut, das es dir geholfen hat. Bei uns war es ja doch schon anders. Justus hat sein eigens Grab. Und ja, ich gebe dir recht, das ist ein großer Schritt in der Bewältigung. Ich selbst bin übrigens vierfache Sternenmama.
So werden, denke ich ENgel geboren.

von issy31 / 11.09.2013 09:41

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Ich hatte es übrigens nicht vergessen, dass du schon so viele kleine Seelen gehen lassen musstest. Es ist für mich einfach so schwer vorstellbar, wie man das mehr als einmal durchstehen kann. Ich habe so viel mit dem Erlebten zu kämpfen und dabei war es "nur" einmal und dann auch in einem relativ frühen Stadium der Schwangerschaft. Ich habe allergrößten Respekt vor deiner inneren Kraft und Stärke!

Ich bin nun übrigens auch am Überlegen, ob ich nicht doch eine Therapie anfangen sollte. In letzter Zeit habe ich nicht unbedingt direkt mit der Trauer zu tun, sondern eher mehr mit einem Verlust an Vertrauen in die Welt/das Leben. Ich fühle mich sehr unmotiviert und antriebslos. Habe Angst, mich auf Sachen zu freuen und daraufhin zu arbeiten, da man sie ja vielleicht wieder verlieren könnte oder es doch nicht schafft. So eine Art Kontrollverlust... ich glaube, das Problem erkannt zu haben, weiß aber nicht so recht, wie man es beseitigen kann. Wie bist du zu deiner Therapie gekommen? Durch Empfehlung? Internetsuche? Ich hatte heute mir eigentlich eine vielversprechende Therapeutin im Internet gesucht, die u.a. Erfahrungen mit Trauer nach Fehl- oder Totgeburten hat, allerdings könnte man bei ihr frühestens im November Termine vereinbaren. So richtig Lust habe ich nämlich keine, jetzt wieder stundenlang zu suchen und bei was weiß ich wie vielen Leuten nach Terminen anzufragen...

von crezymel / 12.09.2013 14:31

Antwort


ich hatte das wirklich nicht als Vorwurf gemeint, das ich vier Engel geboren habe. Ich denke, das es eine gute Idee ist sich Hilfe zu suchen.
Nach meinen Fehlgeburten habe ich mich bereits an diesen Therapeuten gewandt, aber damals hatte er keinen freien Platz. Auch kein andere Therapeut in der gegend hatte Zeit für mich. Damals habe ich mir meine Gefühle von der Seele geschrieben. (hatte mir eigendlich vorgenommen meinen Krimi zu veröffentlichen). Als Justus starb habe ich schon im Krankenhaus bei den Ärztin nach Seelsorgern gefragt. DiePastorin war unheimlich nett. Si ehat uns viele Adressen geben. Ich rief aber auch Therapeuten in der Gegend an. Viele sagten mir wieder, das sie frühestens in einem Jahr einen Termin haben. Da hört sich November doch richtig gut an. Ich hab dann bei meinem Therapeuten angerufen, habe erzählt das mein Kind gestorben ist und habe dabei bitterlich geweint. Er sagte "Ich kann ihnen helfen." und das tat richtig gut.
Ich war auch extrem Antriebslos und wusste eigentlich gar nicht mehr was ich mit meinem Leben so anfangen soll. Mein Hausarzt überwies mich zu einer Psychiaterin, weil er meinte, ich müsse Medis nehmen. Ich habe das aber abgelehnt. Ich habe jetzt fast drei Monate lang Neurexan genommen. Tatsächlich schlafe ich wieder gut, habe selten Albträume und kriege meinen Alltag total gut geregelt. Außerdem habe ich damit angefangen meine Zukunft zu planen. Endlich weiß ich, das ich in den nächsten Jahren kein leibliches Kind mehr kriegen will. Dabei hat mir die Therapie bisher sehr geholfen. Ich finde es gut das du dich dazu entschieden hast.
Und ehrlich, ich finde nicht das du weniger stark bist wie ich. Wir sind Menschen. Wir lieben aus ganzer Seele und leiden, wenn ein Teil von uns gehen muss. Du wirst wieder glücklich sein. Nimm dir die Zeit die du brauchst.

von issy31 / 12.09.2013 19:39

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