Themenbereich: Babyernährung allgemein

"Stillen + Beikost + Probleme"

Anonym

Frage vom 03.05.2001

Das Zufüttern klappt vorne und hinten nicht! Mein Sohn ist jetzt 9 1/2 Monate alt.
Er wurde bisher voll gestillt. Ab dem 6. Monat versuche ich nun ab und zu, von Woche zu Woche ihm zum Zufüttern von Gemüse oder Obst (Gläschen/Selbstgekocht) zu animieren.
Er probiert bereitwillig, aber das wars dann auch. Mehr wie 3 Löffel nimmt er nicht. Oft hat er mir alles wieder erbrochen. Seitdem zwinge ich ihm in punkto Essen nichts mehr auf.
Doch er ist in allem so weit entwickelt, er krabbelt wie ein Weltmeister, zieht sich überall hoch, lacht mich mit seinen 6 Zänhnchen an und prabbelt munter vor sich hin.
Andere Mütter schütteln ungläbig den Kopf, meine Mutter meint ich soll ihn abstillen und Milchbreie geben, er sei zu sehr an meine Brust gewöhnt. Dabei möchte ich ihn prinzipiell nicht abstillen,
sondern eine Stillmahlzeit nach der anderen ersetzen, bis nur noch zum Aufstehen und Schlafengehen er eine Stillmahlzeit bekommt. Ich habe schon sämtliche Gemüsesorten ausprobiert.Karotten und Kartoffeln mag er paradoxerweise nicht. Dagegen Tomaten, Zucchini, Paprika schon. Wenn ich ihm damit ein Brei koche, dann nimmt er ein paar Löffel und das wars dann. Ich kann die Menge beim besten Willen nicht steigern. Das ist bestimmt schom 1 Monat so.
Wenn ich ihm das rohe Gemüse zum Knabbern gebe, sammelt er es in der Backentasche und spuckt es aus. Früher hat er es immer erbrochen, wenn sich was in den Magen verirrt hat. Doch das hat nachgelassen. Mit dem Verschlucken hat er keine großen Probleme, es war bisher nie ein angsterregender Verschlucktakt.
Eine Mutter meinte ich solle ihm Reisßwaffeln zum Knabbern geben. Und tatsächlich knabbert der Junge daran gerne. Doch es bleibt immernoch beim Knabbern.Seit einer Woche knabbert er gerne an Apfelstückchen, was für mich an ein Wunder grenzt. Auch beim Thema Obst fängt er anscheinend anders an. Mit Banane, Apfel und Birne fängt er jetzt erst langsam an. Dagegen hat er eine unglaubliche Lust Orangenstückchen abzuschlecken, worin ich aber etwas zurückhaltend bin, weil man mit Zitrusfrüchten eigentlich warten sollte.
Können Sie mir sagen ob das eigentlich so ok und normal ist? Wie lange wird er noch voll an meiner Brust hängen ( ich stille eigentlich gern, aber viele um mich herum, meinen ich sei "altmodisch" und müßte bald mal endlich mit dem zufüttern beginnen)? Bekommt er keine Mangelerscheinung wenn er noch lange vollgestillt wird (Eisen, Vitamine, usw., wie lange reicht der Nährstoffgehalt in meiner Milch?)?
Ich bin sehr verunsichert, v.a. weil keine Mutter um mich herum vernünftige Ratschläge erteilen. Dem Kind selber geht es gut, ich kann keine Mangelerscheinung feststellen. Mache ich irgendetwas falsch?

Anonym

Antwort vom 07.05.2001

Zunächst einmal sollten Sie nicht allzu viel auf die gut gemeinten Ratschläge Ihrer Freundinnen geben, es gibt immer wieder einmal Kinder, die sich nur schwer mit der neuen Nahrung anfreunden möchten. Wenn Sie unbedingt die Stillmahlzeiten reduzieren möchten, könnten Sie versuchen Ihrem Sohn nur noch zu bestimmten Zeiten die Brust und zwischendurch konsequent nur Brei anzubieten. Dies kann dann allerdings zu sehr viel Geschrei des Kleinen führen und wird Sie unter Umständen sehr viele Nerven kosten. Daher möchte ich Ihnen dies nur raten, wenn Sie wirklich nicht mehr so viel stillen möchten, lassen Sie sich hierbei nicht von anderen dazu drängen, sondern entscheiden Sie dies bitte selber.
Es wird im allgemeinen empfohlen nach frühestens vier, besser sechs Monaten mit dem behutsamen einführen der Beikost zu beginnen. Bei manchen Kindern geht dies dann sehr schnell und sie akzeptieren die neue Nahrung, während andere Kinder hierzu sehr viel länger brauchen. Versuchen Sie Ihrem Sohn einfach täglich einen Gemüsebrei anzubieten und stillen Sie ihn nicht direkt nach dieser Mahlzeit, sondern versuchen Sie diese zeitlich voneinander zu
Trennen. So lernt Ihr Sohn vielleicht, dass diese Mahlzeit nicht ein nettes neues Spiel ist, sondern durchaus eine Möglichkeit zur Nahrungsaufnahme.
Adressen von Stillberaterinnnen finden Sie im Internet unter www.lalecheliga.de oder bei der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen, Telefon: 02241-34 13 28.

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