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"Agressionen beim Spielen"

Anonym

Frage vom 13.05.2001

unser Sohn Yannic (21 Monate) neigt in letzter Zeit dazu mich besonders(Vater), aber auch meine Frau zu schlagen, zu kratzen, zu beissen und zu kneifen, an den Ohren zu ziehen usw..
Da dies alles sehr schmerzhaft für uns ist, er ist auch sehr kräftig, und er auf unsere Aufforderungen dies nicht zu tun (das macht auah, der Papa mag das nicht...)nicht reagiert, werde ich inzwischen auch schon sehr ärgerlich und agressiv. Ich möchte Yannic nicht weiter anschreien müssen, wie kann ich es ihm beibringen dies zu lassen?
Für einen Rat wäre ich Ihnen sehr dankbar!

Anonym

Antwort vom 13.05.2001

-Leider kann ich Ihnen diese Frage nicht zufriedenstellend beantworten, da dies nicht in den Kompetenzbereich einer Hebamme fällt. Aber vielleicht helfen Ihnen die Antworten auf zwei Fragen weiter.
Zunächst einmal sollten Sie sich überlegen, was Ihr Sohn durch sein Verhalten bezweckt bzw. erreicht? Wahrscheinlich hat Ihr Sohn Gründe dafür, sich so zu verhalten. Es kann zum Beispiel sein, dass er nur so das von ihm erwünschte Maß an Aufmerksamkeit wecken kann. Hier wäre vielleicht Langeweile ein Motiv, es kann aber auch sein das Hunger, Durst oder Müdigkeit die Aggressivität Ihres Sohnes hervorrufen. Es wäre eine Möglichkeit durch genaues Beobachten die Bedürfnisse Ihres Sohnes frühzeitig zu erkennen und so eine Veränderung seines Verhaltens zu erreichen.
Zum zweiten ist es interessant zu beobachten, was das Verhalten Ihres Sohnes aufrecht erhält? Möglicherweise gibt oder gab es Momente, in denen Erwachsene oder andere Kinder dieses Verhalten Ihres Sohnes witzig fanden oder anerkennend (er ist halt ein richtiger Junge) darüber gesprochen haben. Dies kann die Aggressivität Ihres Sohnes Ihnen gegenüber gesteigert haben. Unter diesen Umständen kann er es für ein witziges Spiel halten. Einem Kind in seinem Alter ist es dann kaum möglich, zwischen Spiel und Ernst zu unterscheiden. Er hört dann nicht auf Sie und reagiert nicht auf Aufforderungen aufzuhören.
Auch durch ganz deutliche Zeichen wie zum Beispiel das Unterbrechen des Spieles oder des Buch vorlesens können Sie ihm zeigen, dass er so nicht erwarten kann, dass sich jemand um ihn kümmert.
Wenn Sie selbst aggressiv gegenüber Ihrem Sohn werden, sollten Sie sich zurück ziehen und versuchen sich zu beruhigen. Seien Sie gegenüber Ihrem Sohn bestimmt aber freundlich und klar und konsequent in Ihrer Haltung. Falls sich das Verhalten nicht ändern sollte, können Sie sich unter www.gaimh.de Adressen von kompetenten Gruppen holen, die Ihnen hier weiterhelfen können.

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