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"Bradikardien"

Anonym

Frage vom 29.05.2001

Sehr geehrte Damen

Gerne möchte ich ein paar Fragen bezüglich Bradikardien und Dauer der Monitorüberwachung an Sie richten. Doch zuvor möchte ich die Ereignisse, welche stattgefunden haben schildern.

Mein inzwischen 13 Monate alter Sohn ( Geboren am 9. April2000) hatte, als er 2 ½ Monate alt war (etwa 10 Tage nach der ersten Impfung) ein ALTE. Diverse Abklärungen während einem 5 tägigen Spitalaufenthalt haben ausser einem Reflux keine Befunde ergeben. Deshalb habe ich einen Überwachungsmonitor installiert. Zum Glück gab es während der nachfolgenden Zeit keine Alarme und wir wollten die Monitor-Überwachung mitte März beenden.
Im Anschluss an einen Virus Infekt (Grippe) –anfangs März– war sein Puls die ganze Nacht hindurch sehr tief (immer etwa um 80) und fiel immer wieder unter die programmierte Frequenz von 70, sodass der Monitor etwa alle 30 – 60 Minuten einen Alarm auslöste. Gewöhnlich ist die Herzfrequenz meines Sohnes während dem Schlaf zwischen 85 und 110, selten unter 80.
Mein Hausarzt überwies uns dann wieder ins Kinderspital wo erneut die verschiedensten Abklärungen wie EKG, OCR, Tomographie des Hirns, Blutanalysen gemacht wurden. Eine Ursache für die Bradikardien wurde nicht gefunden.
Auch ein Herz-Ultraschall wurde gemacht, bei dem festgestellt wurde, dass der Herzfehler (VSD) meines Sohnes wohl noch sichtbar ist aber kein Blut mehr durch die Herzwand fliesst.
Bei der nächtlichen Überwachung fiel der Puls offensichtlich ein oder zweimal kurz unter 70.
So konnten wir nach 2 Nächten wieder nach Hause gehen mit der Empfehlung den Monitor noch eine Weile zu behalten. Aber wie lange konnte mir niemand konkret sagen.
Während dieses Spital-Aufenthaltes habe ich auch festgestellt, dass die Meinungen der Ärzte über diese Bradikardien sehr unterschiedlich sind. Der Kinder-Kardiologe ist der Meinung dass eine solch tiefe Herzfrequenz ruhig einmal vorkommen könne und dass sie wahrscheinlich eine Folge des Virusinfektes sind. So quasi, dass mein Sohn um sich von der Krankheit zu erholen extrem tief geschlafen habe. Andere Ärzte wiederum waren der Meinung, dass es gut wäre, wenn man einen Grund wüsste und eigentlich wäre vorgesehen gewesen die Aufzeichnungen des Monitors auszuwerten. Leider war dies nicht möglich, da sich der Speicher des Monitors während des Transportes geleert hatte.
Für mich stellt sich nun die Frage, wie gefährlich waren diese Herzfrequenzabfälle und was hätte geschehen können, wenn der Monitor keinen Alarm ausgelöst hätte.
Bei der Ein-Jahres-Kontrolle habe ich auch den Kinderarzt danach gefragt, doch er gab mir lediglich zur Antwort, dass man das ganze offen lassen müsse.

Vielleicht können Sie als Fachleute mir die folgenden Fragen beantworten.
 Wie bedrohlich schätzen sie die damaligen Herzfrequenzabfälle meines Sohnes ein?
 Wie lange würden Sie die Monitorüberwachung noch weiterführen?
 Kann sich nach einer weiteren Krankheit ein solches Ereignis wiederholen und wie gefählich währen diese Bradikardien dann?
Wahrscheinlich halten Sie mich für eine überbesorgte Mutter. Doch ich bin momentan etwas übersensibilisiert und ich wäre sehr froh, wenn ich auf diese Fragen eine Antwort hätte.
Ich danke Ihnen jetzt schon vielmals und grüsse Sie freundlich.

Anonym

Antwort vom 31.05.2001

Die Antworten, dieser sehr speziellen, schwierigen Fragen, die Sie
hier stellen, kann ich Ihnen nur mit etwas übrig gebliebenem Wissen
aus meiner Ausbildungszeit und meinem Gefühl nach beantworten - sie
sind keinesfalls Antworten einer Fachfrau auf diesem Gebiet, da
Hebammen mit diesen besonderen Fällen nur wenig oder gar nichts zu
tun haben. Daher sollten Sie sich grundsätzlich immer an die Vorgaben
der Kinderärzte halten, auch wenn diese von meinen Antorten abweichen
sollten.
Ich bin auch der Meinung, daß die damaligen Herztonabfälle dem Kind eher
nicht geschadet haben. Aus meiner geburtshilflichen Erfahrung weiß ich,
daß Kinder diesbezüglich "viel aushalten", ohne einen Schaden davon zu
tragen. Allerdings wird man erst mit den Monaten und Jahren sehen, ob
sich das Kind normal entwickelt. Das kann Ihnen leider niemand vorher
sagen.
Über das Monitoring läßt sich diskutieren...ich persönlich bin kein
Freund davon, aber vielleicht wäre es in Ihrem Fall noch sinnvoll.
Würden Sie sich damit sicherer fühlen? Dann würde ich Ihnen raten, es
noch weiter anzuwenden - gehen Sie Ihrem Gefühl nach...es kommt dann
irgendwann der Tag, an dem Sie "wissen", daß Sie es ausschalten können
oder wollen.
Ob sich die Bradycardien wiederholen, kann ich überhaupt nicht abschätzen.
Das kommt sicherlich auch auf die Ausprägung des VSD an. Wobei das
Loch in der Kammerscheidewand Ihres Kindes ja anscheinend schon
geschlossen ist, was dann zu keinen Problemen mehr führen dürfte.
Vielleicht hatten diese ganzen Schwierigkeiten auch nur mit diesem VSD
zu tun, der sich danach erst schloß. Womit die Bradycardien evtl.
vorbei sein könnten...
Leider kann ich Ihnen nicht weiterhelfen, als mit diesen Gedanken zu diesem
doch recht heiklen Thema. Ich hoffe und wünsche Ihnen, daß Sie
immer die richtige Entscheidung für Ihr Kind treffen. Alles Gute!

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