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"Dickkopf mit 14 Monaten"

Anonym

Frage vom 13.06.2001

Mein Sohn (14 Monate) weiß schon jetzt sehr genau, was er will !
Wenn er etwas nicht möchte, sagt er "Nein" und schüttelt den Kopf. Ich habe auch festgestellt, daß der kleine Lümmel bockt - natürlich mit allem, was dazu gehört. Zum Beispiel wenn ich ihn nicht auf den Arm nehme, sondern möchte, daß er läuft. Dann wird sich hingeschmissen und gebrüllt. Da dies nur eine der täglichen Situationen ist, bin ich ratlos, was ich dann machen soll ?! Ihm seinen Willen lassen und ihn auf den Arm nehmen oder meine Meinung durchsetzen, d.h. ihn nicht hochnehmen und brüllen lassen ? Wenn ich das tue, fühl ich mich aber gleich als Rabenmutter, obwohl ich meinen Sohn über alles lieb hab. Ab wann ist der richtige Zeitpunkt, um mit Erziehung anzufangen ? Ist es jetzt nicht noch ein wenig früh ? Oder kann ich mir und ihm durch Inkonsequenz das Leben später nur schwer machen ? Bitte helft mir, denn ich will nichts falsch machen ! Ach so, nur als Bemerkung: Kevin geht seit dem 01.04.2001 in die KiTa für ca. 7 Stunden täglich. Vielen Dank.

Anonym

Antwort vom 15.06.2001

Es ist ein Teil Ihrer Verantwortung als Erzieher, Ihrem Kind Richtlinien für sein soziales Verhalten zu geben und Sie sollten damit bereits im ersten Lebensjahr beginnen. Der beste Weg führt über Ihr gutes Vorbild. Gegen Ende des ersten Jahres sind Enttäuschungen Hauptursache für Unarten. Ein von Anfang an sehr willensbetontes Kind möchte dies mit zunehmendem Alter und wachsender Selbständigkeit ausdrücken. Indem seine Willensstärke zutage tritt, akzeptiert es nicht mehr, daß Sie alles bestimmen. Es widersetzt sich Ihren Entscheidungen und beginnt, sich kräftig zu behaupten. Bei seinem Allein-machen-wollen erlebt das Kind auch Enttäuschungen, da sein Wollen oft seine Fähigkeiten übersteigt. Das mündet in Tränen und Zornausbrüchen. Dies ist ganz normal. Ein <nein> gibt es auf alle Fälle immer dann, wenn eine Gefahr für das Kind oder für andere droht. Entweder Sie entfernen dann den Gegenstand, oder das Kind. Während des zweiten Lebensjahres ist das ganze Verhalten des Kindes darauf ausgerichtet, Aufmerksamkeit zu erwecken. Das Kind tritt gegenüber allem sehr ablehnend auf und sein Lieblingswort ist nein. Es versucht, seine Selbständigkeit durchzusetzen. Das Kind will alles sofort tun. Ermutigen Sie es zu Ausdauer und seien Sie selber Vorbild. Seine Launen wechsel und seine Gefühlsempfindungen schwanken. Geben Sie diesen Stimmungen nach. Hat das Kind jetzt nicht die Möglichkeit, selbständig zu werden, können diese Widerstände zu erheblich schlechteren Verhaltensweisen führen. Auch die soziale Zusammenarbeit mit anderen Kindern wächst- da Ihr Sohn in die KiTa geht, lernt er dies sehr früh im Spiel mit anderen Kindern. Kinder brauchen Ordnung und möchten wissen, wo ihre Grenzen für bestimmte Verhaltensweisen sind. Ein bestimmtes Maß an Disziplin ist unentbehrlich in der kindlichen Entwicklung, solange dem Kind dadurch Sicherheit im sozialen Verhalten vermittelt wird. Durch Disziplin lernen Kinder sich so zu verhalten, daß sie gelobt werden. Lob ist für sie ein Zeichen von Anerkennung und Liebe. Beides brauchen sie, um glücklich aufwachsen zu können. Eltern neigen sehr leicht dazu, einem Kind allzuviel nachzugeben und es zu verwöhnen, v.a. da sie es ja mehr als alle anderen Menschen mögen. Dem Kind zuliebe sollten Sie sich hierbei beherrschen, denn dabei wird es allzu leicht zu einem auf sich selbst bezogenen Menschen erzogen. Sie sollten Ihr Kind daran gewöhnen, daß es nicht immer im Mittelpunkt Ihrer Aufmerksamkeit steht, zeigen Sie ihm Ihre ganze Liebe, aber auch, daß jeder Mensch innerahlb bestimmter Grenzen lebt. Konsequenz, Bestimmtheit und Geduld sind unbedingt wichtig, als auch positive, liebevolle Zustimmung und Lob.
Ein Übermaß an Ärger und Enttäuschung gipfelt bei dem Kind in einem Zornausbruch. Es zeigt damit seine Hilflosigkeit, mit einer Schwierigkeit fertig zu werden. Es ist für Sie als Mutter das Beste, ruhig zu bleiben und das Kind nicht weiter zu beachten, lassen Sie es möglichst allein, denn der Ausbruch verliert seinen Sinn, wenn keine Zuschauer da sind. Mit zunehmendem Alter wird das KInd geduldiger und kompromißbereiter.
Mit freundlichen Grüßen

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