Themenbereich: Schlafen

"Unruhiges Kind 17M., Beruhigungsmittel?"

Anonym

Frage vom 10.07.2001

Liebes Hebammenteam, ich brauche bitte Ihren Rat. Unsere Tochter (fast 17 Mon)ist ein unruhiger Geist, schlief aber mit 9 Wochen bereits die Nächte durch. Seit über einem halben Jahr ist die Ruhe vorbei, sie wird mindestens einmal nachts wach (meistens nach 3-4 Std.), steht dann brüllend im Bettchen und läßt sich durch nichts beruhigen. Die einzige Möglichkeit ist ein Trinkfläschchen, sonst bleibt sie gar nicht liegen. Sie ließ sich als Säugling bereits nicht durch auf den Arm nehmen usw. beruhigen, war damals schon recht zappelig.
Einmal nachts wäre ja nicht so tragisch, wenn es im "Normalfall" dabei bliebe. Zur Zeit wird sie 4-8 mal wach, zwischendurch will sie dann auch spielen, aber bloß nicht alleine sein. Wir hatten sie auch mit im Elternbett, dies aber wieder abgestellt, weil es mittlierweile zu anstrengend ist, sie bei ihren Eskapaden festzuhalten. Damals habe ich gemerkt, dass sie teilweise heftig träumt. Schreien lassen hat auch nichts gebracht, nur unsere Nerven weiter strapaziert. Können Sie uns Hoffnung machen, dass dieser Zustand irgendwann einmal vorbei ist, oder muss mit Beruhigungsmitteln gearbeitet werden??(Wobei im Moment die Frage ist, wer die besser einnimmt...) Schonmal vielen Dank fürs Lesen

Anonym

Antwort vom 10.07.2001

Medikamente haben in der Behandlung von Schlafstörungen bei gesunden Kindern keinen Platz! Ich rate Ihnen, sich das Buch <Jedes Kind kann schlafen lernen> zu besorgen- ISBN:3-9804493-0-0, denn Sie bekommen hier eine gute Übersicht über den Schlaf an sich, über Schlafstörungen, Schlafrhythmen und auch konkrete Hilfestellungen, um diese auszugleichen. Auch gibt es ein Kapitel über Medikamente(Schlaf-und Beruhigungsmittel) und über das Thema Nachtschreck, Ängste und Alpträume. Das Buch ist verhältnismäßig kurz und übersichtlich. Ihren Schilderungen nach ist es meiner Meinung besonders wichtig, hier einen konsequenten <Plan> einzuführen, der sich im wesentlichen nach Ihren Toleranzgrenzen richtet, also so, daß Sie als Eltern damit gut zurechtkommen, denn die Nerven liegen ja schon ziemlich blank- was ganz verständlich ist. Es wäre sehr hilfreich für Sie, sich an einen Kinderpsychologen zu wenden. Diese Kosten werden von der Kasse übernommen, bitte scheuen Sie sich nicht davor, denn Sie werden hier u.U. konkrete Hilfestellung bekommen und gezielte Verhaltensmuster, nach denen Sie sich richten können. Es steht Ihren Angaben nach evtl. auch im Raum, bei Ihrer Tochter ein sog. hyperkinetisches Syndrom auszuschließen (hyperaktiv). Bitte nehmen Sie eine solche fachlich qualifizierte Hilfe in Anspruch! Sie können zudem sämtliche unter der Rubrik Schlafstörungen bereits beantworteten Fragen der Hebammensprechstunde durchsehen, die Ihnen evtl. auch noch weiterhelfen können.
Mit freundlichen Grüßen

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