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"Mein Sohn (9 1/2 Monate) meckert sehr viel in letzter Zeit"

Anonym

Frage vom 06.08.2001

Mein Sohn ist 9 1/2 Monate alt. Er läuft schon unheimlich gerne an den Händen, allerdings ist das für mich weniger schön, weil es ins Kreuz geht und ich in der Zeit nichts tun kann. Wie kánn ich ihn dafür begeistern, am Sessel entlang zu laufen o.ä.
Außerdem meckert er sehr viel in letzter Zeit, egal was ist...hochnehmen, laufen, Essen... es kann ihm alles nicht schnell genug gehen und es muß sofort sein. Sonst schreit er. Wie kann ich ihm das abgewöhnen? "NEIN" sagen klappt nicht und auf die Finger klopfen will ich nicht, denn das müßte ich ja dann fast den ganzen Tag machen. Und ihn brüllen lassen fällt mir sehr schwer.

Anonym

Antwort vom 08.08.2001

Sie können Ihrem Sohn eigentlich nur anbieten bzw. zeigen, daß er ohne Ihre Hilfe z.B. auch an entsprechenden Möbeln selber entlang-gehen kann bzw. diese als Stütze nimmt. Allerdings erfinden das die Kinder meist von selbst, wenn sie nach Möglichkeiten suchen, hier allein unterwegst zu sein. Gegen Ende des ersten Lebensjahres sind Enttäuschungen Hauptursache für Unarten. Mit zunehmender Mobilität und Bewegungsfähigkeit erweitert das Kind seinen Entdeckungsradius. Bei seinem Allein-machen-Wollen erlebt das Kind immer wieder Enttäuschungen, da sein Wollen oft seine Fähigkeiten übersteigt. Sein Körper macht nicht immer das, was es will und auch in seiner Umwelt geht nicht immer alles nach seinem Wunsch. Das mündet unausweichlich in Tränen und Zornausbrüchen. Versuchen Sie nicht, sich darüber zu ärgern, da jedes Kind dieses Verhalten aufweist, sondern helfen Sie ihm darüber hinweg, indem Sie Hilfe anbieten in der Art und Weise, daß das Kind nicht immer all seine Kraft für Dinge vergeudet, die seine Fähigkeiten übersteigen und damit durch ständige Fehlschläge entmutigt wird.Hier müssen Sie mit viel Feingefühl, Humor und auf eine eher indirekte Weise vorgehen. Ein eindeutiges Nein ist dann angebracht, wenn eine Gefahr für das Kind oder für andere droht. Ihr Bedürfnis, dem Kind alle Wünsche zu erfüllen und ihm Ihre absolute Aufmerksamkeit zu schenken, sollten Sie etwas zurückhalten-falls Sie an sich diese Wesenszüge entdecken. Das Kind muß lernen, daß es weder alles bekommen kann noch ständiger Mittelpunkt Ihres Lebens sein kann. Es ist also durchaus in Ordnung, wenn Ihr Sohn seiner Wut freien Lauf läßt und schreit und auch Sie sind hier gefordert, das zu akzeptieren. Ein Wutausbruch ist ein hervorragendes Mittel um Aufmerksamkeit zu erregen. Ein Ausbruch wird solange dauern, wie Sie sich dem Kind zuwenden. Er hört schnell auf, wenn Sie ihn nicht beachten-den Wutausbruch. Am Besten entfernen Sie sich und gehen überhaupt nicht auf den Wutausbruch ein, ignorieren Sie ihn einfach. Drohen, schmeicheln etc.- keine dieser Reaktionen würde den Ausbruch beenden, und was entscheidender ist, den nächsten verhindern.
Mit freundlichen Grüßen

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