Themenbereich: Geburtseinleitung / Geburtsbeginn

"Kind ca 4600gr schwer in der 42. SSW - wie Wehen anregen oder einleiten?"

Anonym

Frage vom 25.09.2001

Am Donnerstag komme ich in die 42. SSW, das Gewicht des Kindes wird bereits auf 4600g geschätzt! Letzte Woche hat sich der Kopf ins Becken gesenkt, aber ansonsten habe ich noch keine Wehen!Die Ärztin im Krankenhaus hat gesagt,daß ich zum Einleiten kommen soll, wenn ich es nicht mehr aushalte, mein Frauenarzt sagt, wir haben noch einige Tage Zeit und brauchen nix überstürzen! Er sagt auch, der Muttermund ist noch soweit hinten, daß er ihn nicht fühlen kann!Warum läßt sich das Kind soviel Zeit? Muß ich mir sorgen machen, daß es bald nicht mehr gut versorgt ist? Mein Arzt sagte nämlich auch, daß die Plazenta anfängt, abzubauen! Ist viel Bewegung jetzt gut um die Wehen anzuregen? Wie ist es mit Schaumbädern? Ab wann ist es sinnvoll, die Geburt einleiten zu lassen?

Anonym

Antwort vom 25.09.2001

Zuerst zum Geburtstermin- die wenigsten Kinder kommen genau an dem voraussichtlich errechneten Termin zur Welt. Sie können drei Wochen davor als auch bis zu zwei Wochen danach geboren werden, solange es dem Kind gut geht. Voraussetzung dafür ist natürlich, daß der voraussichtliche Geburtstermin auch stimmt mit dem genauen Datum des ersten Tages der letzten Periode, der Regelmäßigkeit des Zyklus vor der Schwangerschaft sowie seiner Dauer u.a.. Sie werden nach Überschreiten des Geburtstermines in zweitägigen Abständen zur Vorsorgeuntersuchung gehen, um eben festzustellen, ob das Kind ausreichend gut versorgt wird. Von einer echten Übertragung des Kindes wird nach der 42. SSW bzw. nach 291 Tagen gesprochen. Als Folge einer solchen echten Übertragung kann das Kind u.U. durch eine Minderfunktion des Mutterkuchens, die durch eine Überalterung des Mutterkuchens oder durch den Mehrbedarf des auch nach dem Geburtstermin zunächst noch wachsenden Kindes bedingt sein kann, in einen Sauerstoffmangelzustand geraten. Eine solche Mangelfunktion des Mutterkuchens(Plazentainsuffiziens) kann mit einem Wehenbelastungstest festgestellt werden. Daher sollte spätestens ab Beginn der 42. SSW ein Belastungstest erwogen werden.
Nach meiner klinischen Erfahrung wird ein solcher um 10 Tage nach dem errechneten Termin routinemäßig gemacht. Es gibt eine Reihe alternativer Maßnahmen, um eine Wehentätigkeit anzuregen. Allerdings sind diese Methoden nur dann Hilfe zur Selbsthilfe des Körpers, wenn als Voraussetzung eine wirkliche Geburtsbereitschaft besteht, also ein geburtsbereiter Muttermundsbefund(das ist bei Ihnen noch nicht der Fall) und eine geburtsbereite Lage des Kindes( das ist bei Ihnen der Fall). Ich möchte Ihnen hier einige nennen, die ich für angebracht halte: In der männlichen Samenflüssigkeit sind Prostaglandine enthalten, die wehenauslösend wirken können. Sie dürfen und können, wenn Sie dies wollen, Geschlechtsverkehr haben. Folgende Gewürze, die u.U. eine Wehentätigkeit auslösen sind: Zimt, Nelken, Ingwer zugesetzt in Verbenentee oder auch als Tee angebten z.B. als Yogi Tee können Sie lauwarm schluckweise den Tag über trinken. Eine Massage mit den oben genannten Ölen Zimt, Ingwer, Nelke und Eisenkraut auf Ihrem Bauch kann hilfreich sein oder auch einem heißen Bad zugeführt(das Schuß Öl dieser Mischung im Badewasser bitte mit einem Schuß Milch emulgieren).
Es kommen noch homöopathische Arzneimittel in Betracht-dazu wenden Sie sich bitte persönlich an eine Hebamme vor Ort- oder zu guter Letzt ein Rizinus Cocktail- Mischung aus Rizinusöl mit Aprikosensaft und einem Schluck klaren Schnaps-, welches bei einer echten Terminüberschreitung relativ zuverläßig zum Eintritt einer kräftigen Wehentätigkeit verhilft. Eine körperliche <Verausgabung> in Form von z.B. Treppensteigen etc. rate ich Ihnen in dieser Phase nicht, denn Sie brauchen Ihre Kraft noch für die Geburt.
Mit freundlichen Grüßen

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