Themenbereich: Ernährung bei Allergien

"Kind 6,5M alt - Mutter und Vater Allergiker - muß Kind HA Nahrung bekommen?"

Anonym

Frage vom 09.11.2001

Mein Sohn ist 6,5 Monate alt. Wie sinnvoll/notwendig ist HA-Ernährung, wenn Mutter auf Katzen und einige Bäume, der Vater auf Nüsse allergisch ist?
Vor einer Woche habe ich die Letzte Mahlzeit abgestillt und mein Sohn bekommt morgens HA2; aber ich habe den Eindruck, daß er darauf mehr spuckt als vorher (keine besorgniserregende Menge aber lästig).Liegt das an der Milch?
Mittags bekommt er Gläschen (selbst Gekochtes schmeckt ihm nicht so gut-warum??), nachmittags milchfreien Zwieback-Obst-Brei und abends eine Portion Sinlac. Ist damit die Milchversorgung (Eiweiß und Calcium)ausreichend gedeckt? Oder sollte ich abends Brei mit Flocken und HA-Milch machen, oder fertigen Milchbrei mit normaler Folgemilch geben?
Muß Obst (Apfel/Birne)gekocht werden oder kann ich es roh reiben oder pürieren?
Kann man die fertigen Gläschen zur Energiesteigerung mit Öl anreichern?
Sind 3 Stuhlgänge pro Tag normal?
Im Voraus vielen Dank für die Geduld und die Beantwortung so vieler Fragen.

Anonym

Antwort vom 01.11.2001

Meines Erachtens nach sollten Sie Ihren Sohn ruhig weiterhin allergenarm
ernähren, wenn beide Elternteile unter Allergien leiden. Es ist durchaus
möglich, dass Ihr Sohn die HA-Nahrung einfach nicht so gerne mag - verglichen
mit der Muttermilch ist sie eher bitter - natürlich kann es auch sein, dass er
sie einfach noch nicht verträgt und mit der HA1 Nahrung besser zurecht kommt.
Von einer möglichen Allergie gegen diese Milch möchte ich hier allerdings noch
nicht sprechen. Um die Kalziumzufuhr zu gewährleisten sollte Ihr Sohn in diesem
Alter ca. 240ml Säuglingsmilchnahrung und 200ml Milch in einem Getreidebrei zu
sich nehmen, dies ist zumindest die Empfehlung des Forschungsinstitutes für
Kinderernährung in Dortmund. Da bei Kindern aus Allergikerfamilien eine
kuhmilchfreie Ernährung im ersten Lebensjahr empfohlen wird, können Sie hier
entweder eine HA-Milch oder eine Ziegenmilch anbieten um die Kalziumzufuhr zu
sichern. Natürlich können Sie Ihrem Sohn auch geschältes Obst in roher Form
geben, beim Kochen werden unnötig viele Vitamine zerstört, daher wird Rohkost
hier durchaus empfohlen. Bei schnell zu Verdauungsstörung neigenden Kindern
sollten Sie die Nahrung vorsichtig von dem gekochten Obst auf Rohkost umstellen,
um Verdauungsstörungen zu vermeiden. Bei fertigen Gläschen brauchen Sie - außer
es steht extra auf der Zubereitungsanleitung - keine zusätzlichen Öle
hinzuzugeben. Die "Stuhlgangfrequenz" ist völlig normal und kein Grund zur
Besorgnis. Vielleicht interessiert Sie zu dem Thema Ernährung aber auch die
Broschüre des Forschungsinstitutes für Kinderernährung in Dortmund
(www.fke-do.de): "Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern".

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