Themenbereich: Schlafen

"Kind 19W - Schreibaby ?"

Anonym

Frage vom 01.12.2001

unser problem ist etwas komplex.
meine tochter ist 19 wochen alt. sie schläft am tag sehr wenig, ist dafür in der nacht meist ruhig. d.h. tagsüber schläft sie vielleicht im schnitt wenn´s hoch kommt 2 std. und abends ab 11 bis morgens 9 uhr mit wenigen stillmahlzeiten ganz gut.
sie schläft nie alleine, sondern immer in unserem bett. wenn ich sie allein hinlege, gibt´s theater. in den schlaf kommt sie nur durch stillen oder tragen. ich bin der meinung, daß unser problem in der klinik begann. dort hieß es, ich hätte keine milch. danach haben wir durch häufiges anlegen den milchfluß in gang bekommen. das hieß, daß sie an der brust k.o. und hungrig einschlief und bald wieder aufwachte. hinzu kamen bald blähungen, die sie im endeffekt wach hielten und inzwischen zahnt sie auch. einerseits wundert es mich nicht, daß sie keine ruhe zum schlaf findet und sie trost und nähe braucht. anderseits soll sie natürlich auch irgendwann allein schlafen können und ruhe finden.
in letzter zeit schreit sie auch sehr viel. kann das nur am zahnen liegen???
wann kann ich denn davon ausgehen, daß ihr verhalten normal und wann krankhaft ist?
ich lese in ihren foren so viel über kiss und andere ursachen weswegen kinder quengeln. irgendwie laß ich mich davon ein bissel verunsichern und frage mich, ob wir nicht doch ein schreibaby haben. ich muß mich den ganzen langen tag mit ihr beschäftigen, aber manchmal läßt sie sich in letzter zeit nicht besänftigen. kann das wirklich hauptsächlich an den zähnchen liegen?
ist das für kinder so schmerzlich?
ansonsten beschäftigt sie sich eigentlich mehrmals am tag in ihrer wippe selbst, erzählt sich was und guckt sich alles an. oder ich muß sie tragen, damit sie alles sehen kann oder eben in den schlaf bringen.
na ja, lange rede kurzer sinn. geben sie mir bitte rat, ob das normal ist...oder muß ich weiteres unternehmen?
bzgl. des schlafens wollte ich so langsam beginnen einen festen tagesausklang zu gestalten mit spielen, essen, baden, stillen...schlafen
oder haben sie andere tips, anregungen?

Anonym

Antwort vom 03.12.2001

Ich fange beim Zahnen an- es kann durchaus sein, daß die Zahnungsbeschwerden in der Art äußern, daß die Kinder unruhig, unausgeglichen und sehr sensibel sind während dieser Phase. Ich empfehle bei Zahnungsbeschwerden mit oder ohne Fieber das homöopathische Medikament Viburcol Zäpfchen. Wenn Sie entlang des Gaumens tasten können Sie harte, gerötete und heiße Stellen(dort, wo die Zähne durchbrechen wollen) ertasten oder sehen. Sollten Sie sich unsicher sein, so zögern Sie nicht, Ihren Kinderarzt aufzusuchen, damit dieser andere organische Ursachen wie z.B. eine Krankheit ausschließen kann. Das kann ich auf diesem Wege nicht.Das Schreien eines Babys hat eine vielfältige Sprache. Es kann sowohl Hunger, Schmerz, Ärger als auch Müdigkeit, Unsicherheit, Einsamkeit oder Reizüberflutung bedeuten. Es kann Ausdruck für belastende Erfahrungen in der Schwangerschaft oder während der ersten Tage und Wochen sein. Forschungsergebnissen zufolge wurde u.a. herausgefunden, daß unstillbares Schreien in den ersten Lebensmonaten in der Regel auf anfängliche Unreife der kindlichen Schlaf-Wach Regulation zurückzuführen ist, nur etwa 10-12% der Schreibabys haben auch Verdauungsstörungen. Anderen Forschungen zufolge ist das sog. Kiss Syndrom eine mögliche Ursache des Schreiens- dies ist eine geburts-oder schwangerschaftsbedingte Verschiebung der Wirbel im Nackenbereich und kann durch eine craniosacrale Behandlung beim Osteopathen und/oder Heilpraktiker gelindert werden. Andere Fachleute haben darauf hingewiesen, daß Schreikinder oft keine festen Tageszeiten haben und eher zu wenig schlafen. Ein Kind mit 6 Monaten hat einen Durchschnittsschlaf von 14 1/4 Stunden wobei 3 Stunden etwa auf den Tagesschlaf entfallen. Eine feste Gestaltung und Gliederung des Tages in Form eines Rhythmus von Schlaf-, Wach-, Spiel- und Fütterungszeiten ist hilfreich. Das abendliche Zubettbringen sollte ein Ritual werden, das immer wieder gleich in derselben Art und Weise gemacht wird. Ein Bad abends entspannt durch die Wärme, es beruhigt- solange baden Ihrer Tochter Spaß macht- und kann förderlich sein, um Ihre Tochter in den Schlaf zu bringen. Ich mag z.B. abends gerne zu meinen Kindern etwas singen vor dem Einschlafen. Hilfreich könnte ein Schaffell im Bett Ihrer Tochter sein, etwas, daß Sie mit den Händen beschmusen kann, sehr hilfreich war mir immer ein kleines Gerät, welches den Herzschlag der Mutter nachahmt. Es ist wichtig, daß Ihre Tochter lernt, in ihrem eigenen Bett zu schlafen. Sie können Ihr z.B. auch ein getragenes Hemd von Ihnen oder dergleichen in ihr Bett legen, dann hat sie Ihre Nähe in Form Ihres Geruches. Ich empfehle Ihnen für diesen Schritt das Buch <Jedes Kind kann schlafen lernen>, ich bin sicher, Sie finden hier Anregungen und auch Einsicht in den Schlaf an sich, an Schlafverhalten und Schalfstörungen.
Mit freundlichen Grüßen

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