Themenbereich: Stillen allgemein

"Starke Schmerzen an der Brust und Brustwarze beim Stillen - wie ändern?"

Anonym

Frage vom 16.12.2001

Seit ca. 2 Wochen habe ich während und nach dem Stillen starke Schmerzen an der Brust, sodaß ich meinen Sohn immer wieder beim Trinken unterbrechen muß, woraufhin er natürlich stark zu schreien beginnt und sich nur schwer wieder beruhigt. Ich achte sehr darauf, daß ich ihn richtig anlege, d.h. er hat den Warzenhof immer fast vollständig mit im Mund und er liegt der Brustwarze beim Anlegen genau gegenüber. Beim Anlegen habe ich eigentlich das Gefühl, er würde Zähne bekommen, was aber nicht so ist. Auf jeden Fall drückt er eine Zahnleisten beim Trinken so fest zusammen, daß ich es kaum aushalte. Was mir auch aufgefallen ist, die Spitze der Brustwarzen ist nach dem Trinken meist richtig weiß und nicht mehr rötlich wie sonst. Schmerzen sind nach dem Trinken auch im Warzenhofgebiet ( brennender bis stechender Schmerz). Eine Pilzinfektion liegt nicht vor.
Seit heute bin ich nun dazu übergegangen, die Milch abzupumpen und per Flasche zu geben, was mich natürlich nicht sehr glücklich macht. Ich hatte aber das Gefühl, mein Sohn war umso glücklicher. Können Sie mir weiter helfen ?

Anonym

Antwort vom 17.12.2001

Es ist für mich auf diesem Wege schwierig, eine genaue Feststellung über das Trinkverhalten sowie über den Zustand Ihrer Brust zu bekommen- auch trotz der guten Beschreibung. Sinnvoll wäre auf alle Fälle, eine Hebamme vor Ort zu Rate zu ziehen, die sich persönlich ein Bild machen kann. Grundsätzlich ist es wichtig, daß sich kein Milchstau bildet bzw. daß Sie keine harten Knoten an der Brust tasten können, auch eine Rötung, Schwellung oder dergleichen sollten Sie ausschließen. Es ist möglich, daß sich u.U. ein oder mehrere Milchgänge verschließen, dies würde die Milch dahinter jedoch anstauen, so daß Sie sicherlich einen Stau tasten würden wie oben beschrieben. Erkennbar ist ein solcher Verschluß einer Milchausgangsdrüse daran, daß sich am Warzenhof entsprechend ein kleiner gelber bzw. weißlicher Punkt bildet-ein solcher Verschluß kann leicht behoben werden, indem die Hebamme diesen Ausgang mit einer kleinen sterilen Nadel freisticht. Auch denkbar, und wahrscheinlicher in Ihrem Fall, ist, daß Sie einfach einen erneuten Milcheinschuzß haben(es gibt im Verlauf des Stillens über die Zeit mehrere Milcheinschüße), der sich so äußert, daß Sie diesen als stechenden Schmerz beim und v.a. nach dem Stillen merken. Als Abhilfe für dieses vorübergehende Ereignis von ein paar Tagen können Sie die Brust vor dem Stillen wärmen und mit einem Stillöl einmassieren, so daß die Milch besser fließt. Als weitere Hilfestellung dann, wenn Ihr Sohn Ihre Brustwarzen zu sehr tracktiert bzw. das Anlegen schmerzhaft ist oder die Brustwarzen gar schon empfindlich gerötet, wäre vorübergehend die Benutzung eines Stillhütchens. Eine eindeutige gezielte Entscheidung muß eine Hebamme vor Ort mit Ihnen zusammen treffen! Es ist auch denkbar, daß Ihr Sohn die Brust bzw. das Stillen verweigert- ein Stillstreik seitens Ihres Sohnes- was dafür sprechen würde, daß er die Flasche gerne annimmt. Auch hier muß die Ursache dafür gezielt gesucht werden! Schlagen Sie bitte das Telefonbuch auf und rufen Sie die nächste Hebamme an, damit Sie beide wieder zu einem zufriedenen Stillen zurückkommen können, wenn möglich.
Mit freundlichen Grüßen

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