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"Blähungen oder 3-Monatskoliken? Was tun?"

Anonym

Frage vom 03.04.2002

Unser Sohn ist 9 Wochen alt und leidet seit 3 Wochen unter starken Blähungen. Sowohl Bauchmassage, Fencheltee als auch ein Kirschkernkissen helfen nur wenig. Nachts schläft er noch recht gut, obwohl er auch da sehr unruhig ist. Gegen morgen wird er meist mit hochrotem Kopf wach und drückt ganz fest in die Hose, so dass er schließlich zu weinen beginnt.So geht das den ganzen Tag, er schläft tagsüber wegen der Blähungen fast gar nicht. Stuhlgang hat er nur alle 3-4 Tage recht wenig.Er wird zur Zeit ausschließlich gestillt. Der Kinderarzt hat als Diagnose 3-Monatskoliken diagnostiziert. Ich möchte dem Kleinen son gern helfen weiß aber nicht was ich noch machen kann. Bekannte haben mir Fußreflexzonenmassage empfohlen. Wie macht man das und kann man etwas falsch machen?
Vielen Dank !

Anonym

Antwort vom 04.04.2002

Echte Drei-Monats Koliken sind dadurch gekennzeichnet, daß das Kind meistens zwischen 17-19 Uhr abends anfängt zu schreien, welches sich dann über einen Zeitraum von drei bis vier Stunden hinzieht, ohne daß das Kind zu beruhigen ist und ohne daß es eine für uns erkennbare <Ursache> gibt. Sehr zu empfehlen würde ich noch den sog. Fliegerhaltungsgriff, wobei das Kind bäuchlings über Ihrem Unterarm liegt, Hände und Füße hängen seitlich herunter- der Rücken ist rund und die Bauchmuskeln sind damit entspannt. Zu empfehlen wäre weiter, daß Sie einen Liter Stilltee trinken. Ich denke, Sie haben die ganze Reihe von unterstützenden Maßnahmen bereits durchgemacht-ohne Erfolg-das geht an Ihre Substanz! Versuchen könnten Sie es auch noch mit den homöopathischen Zäpchen Carvum Cavi, welche in der Apotheke erhältlich sind. Wenn nichts zur Besserung verhilft, denke ich auch an das sog. KISS Syndrom. Hier liegt eine geburts-oder schwangerschaftsbedingte Verschiebung der Wirbel im Nackenbereich vor, welche eine mögliche Ursache des Schreiens sein kann. Eine craniosacrale Behandlung bei einem erfahrenen Osteopathen kann zur Linderung beitragen. Durch Forschungen wurde herausgefunden, daß das unstillbare Schreien in den ersten Lebensmonaten in der Regel auf anfängliche Unreife der kindlichen Schlaf-Wachregulation zurückzuführen ist. Es gibt seit einigen Jahren zunehmend Schreiambulanzen oder Schreisprechstunden, die von verschiedenen Einrichtung bzw. Berufsgruppen angeboten werden. Hierher kommen Eltern mit einem gesunden, aber schwierigen Säugling, der scheinbar grundlos viel schreit und dessen Bedürfnisse unvorhersehbar sind. Die Eltern sind erschöpft, mutlos und haben das Gefühl versagt zu haben. Evtl. wenden Sie sich an eine solche Einrichtung in Ihrer Nähe, um Unterstützung zu bekommen. Die Fußreflexzonenmassage kann durchaus sinnvoll sein, sollte Ihnen aber genau und gezielt von einer darin erfahrenen Fachkraft gezeigt werden. Das kann ich auf diesem Wege leider nicht. Als einzigen Trost von meiner Seite kann ich Ihnen zumindest versichern, daß diese Zeit irgendwann vorbei sein wird!!
Mit freundlichen Grüßen

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