Themenbereich: Stillen allgemein

"Kind 5W möchte abends 4h lang gestillt werden - Flasche mit abgep.MuMi Alternative?"

Anonym

Frage vom 30.04.2002

Liebes Hebammenteam!
Mein Sohn (5W) schläft tagsüber zweimal 3-4 Stunden. Abends möchte er dann bis zu 4 Stunden an die Brust. Tagsüber ist er aber nach ca. 20-40 Minuten an der Brust satt. Abends läßt er sich weder durch den Schnuller noch durch Herumtragen auf dem Arm beruhigen. Ich würde jetzt gerne wissen, ob ich ihm abends eine Flasche mit abgepumpter Muttermilch geben kann, damit er sich wieder an kürzere Stillzeiten gewöhnt?
Vielen Dank für Ihre Mühe!

Anonym

Antwort vom 02.05.2002

Um auf Ihre Frage zu antworten- Sie können das mit der Flasche und der abgepumpten Milch ruhig ausprobieren, doch bedenken Sie den Aufwand des Abpumpens und die Möglichkeit, daß er u.U. gar nicht aus der Flasche trinken möchte bzw. dann u.U. nicht mehr an die Brust möchte. Meiner Meinung nach liegt das Problem woanders, denn er trinkt ja, wie Sie sagen, tagsüber gut, zügig und auch ausreichend an der Brust. Es ist wohl so, daß es sich aus einem Flaschensauger leichter bzw. schneller trinken läßt, doch auch dies ist nicht das Problem. Es könnte sein, daß Sie zum Ende des Tages nicht mehr ausreichende Mengen an Muttermilch zu bieten haben, das würde bedeuten, daß Ihr Sohn ganz einfach nicht ausreichend satt wird. Um dies zu bestätigen, wäre es aus diesem Grund doch sinnvoll, über einen gewissen Zeitraum abzupumpen um festzustellen, wieviel Muttermilch Sie haben und ob die Menge ausreichend ist. Sie sollten sich dafür eine elektrische Pumpe mit Intervall! aus der Apotheke leihen(auf Verordnung des Kinderarztes z.B.). Da es wesentlich gezielter ist, wenn Sie eine Hebamme vor Ort hätten, die Ihnen hier auch fachlich zur Seite stehen kann, rate ich Ihnen, sich an eine Hebamme zu wenden- Sie haben Anspruch bis zu zwei Monaten nach der Geburt z.B. bei Stillschwierigkeiten. Der Vollständigkeit halber möchte ich noch folgende Gedanken aufführen: Es ist häufig so, daß gegen Ende des Tages die Kinder unruhiger werden und auch damit häufiger an die Brust wollen. Auch sollten Sie Verdauungsbeschwerden, die diese Unruhe auslösen könnten, in Betracht ziehen. Da er sich durch nichts beruhigen läßt, und alle anderen möglichen Ursachen, wie z.B. Bauchweh und Hunger ausgeschlossen werden können, wäre eine andere Möglichkeit, daß es sich hierbei um ein sog. Schreikind handelt, welches u.a. auf eine anfängliche Unreife der kindlichen Schlaf-Wach-Regulation zurückzuführen ist. Das Schreien beginnt meist abends zwischen 17-19 Uhr und hält drei bis vier Stunden an. Das Kind ist durch nichts zu beruhigen. Eine andere mögliche Ursache des Schreiens kann das sog. KISS Syndrom sein- eine geburts-oder schwangerschaftsbedingte Verschiebung der Wirbel im Nackenbereich-, welches durch eine craniosacrale Therapie bei einem Osteopathen behandelt werden kann.
Mit freundlichen Grüßen

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