Themenbereich: Stillen allgemein

"Unruhiges Stillkind mit 4M - warum? was tun?"

Anonym

Frage vom 23.06.2002

Ich habe seit ca 4 Wochen Probleme beim Stillen meiner Tochter (Geburtstag: 16.02.2002)
Wenn ich sie anlege trinkt sie sehr hektisch so 3 bis 5 Minuten an einer Seite und wird dann plötzlich sehr unruhig.
Sie windet sich ,quengelt oder jault,
reißt an der Brust ,trinkt ein paar Schlücke und reißt sich dann wieder laut quengelnd los ,rudert mit den Armen und haut um sich und beißt mich auch öfters.
Ich lass sie dann des öfteren Bäuerchen machen, versuch sie auch manchmal zu wickeln um sie durch Bauch und Po Massage zum Stuhlgang machen zu bewegen ,was auch manchmal klappt
Wenn ich sie dann an die andere Seite anlege, geht das ganze wieder von vorne los. (so bald sie nicht mehr an der Brust liegt ist sie wieder super gelaunt)
Die Brüste werden auch nie leer getrunken...wen ich nach dem trinken darauf drücke spritzt die Milch noch immer im hohen Bogen heraus .Außerdem bekommt sie doch nur die dünnere Vormilch wen sie nur so kurz trinkt , oder?
Merkwürdig ist auch das sie das Theater nicht immer macht....zwischendurch trinkt sie ganz toll 10 Minuten an der einen Seite und sogar 20 Minuten an der anderen Seite(das ist allerdings meistens wen sie müde ist und dann ist es auch mehr ein nuckeln als ein beständiges trinken ,obwohl sie auch dabei Milch schluckt)
Es kommt auch noch dazu das wir irgendwie keinen ganz festen Still Rüdemuss finden.
Manchmal habe ich den Eindruck das sie schon nach 2 bis 3 Stunden wieder Hunger hat und wen ich sie dann anlege stürzt sie sich heißhungrig darauf und dann geht oft das Theater los .
Und dann will sie auf einmall noch nicht mal nach 4 bis 5 Stunden etwas trinken auch wen es zum Beispiel sehr heiß ist.
Sie liegt dann an der Brust und verbiegt sich nach allen Seiten um in der Gegend rumzuschauen.
Meine Tochter ist ein sehr zartes Mädchen und dadurch das sie so wenig trinkt mache ich mir Sorgen das sie nicht genug bekommt und zuwenig zunimmt.(Bei Geburt:53cm/3050g...Jetzt
:63cm/6070g/4Monate alt)
Mein Sohn war ,genau so wie sie ,ziemlich klein bei der geburt, hat dann aber in den ersten Monaten rasant an Größe und Gewicht zugelegt .Er war ein richtiger Brocken und ihn habe ich 7 Monate voll gestillt.
Bei Juliana habe ich jetzt angst das ich mit dem Stillen aufhören muss ,um ihr eine Milchersatznahrung zu geben, die Kalorienhaltiger ist damit sie mehr zu nimmt ,außerdem scheint ihr das stillen ja des öffteren unangenehm zu sein.
Was mich außerdem verunsichert hat ist das mein Kinderarzt sagt ich sollte jetzt mit Gemüse zufüttern beginnen.
Er sagt das die Nährstoffe in der Milch jetzt nicht mehr ausreichen um mein Baby mit allen Mineralien ,Vitamienen und Spurenelementen zu versorgen .Ich dachte immer das man Babys ohne weiteres mindestens 8-9 Monate ohne bedenken voll stillen könnte.
Ich weiß im Moment wirklich nicht so recht weiter .Es wäre sehr nett wen sie mir bald antworten könnten .
Mit freundlichen Grüssen

Anonym

Antwort vom 24.06.2002

Grundsätzlich kann ein Kind bis zu sechs Monaten voll und ausschließlich gestillt werden. Nach diesem Zeitpunkt ist es aus ernährungsphysiologischer Hinsicht ratsam, Beikost einzuführen. Ihrer Beschreibung nach würde ich es ratsam finden, wenn Sie einen mehr oder weniger geregelten Stillrhythmus einführen würden etwa im vier Stunden Rhythmus. Zudem sollten Sie sich die Ratschläge gegen Blähungen durchlesen, um hier evtl. Hilfestellung zu bekommen. Beim Trinken kommt die Verdauung in Gang und die Kinder lassen während dem Trinken oft Winde oder auch Stuhlgang ab. Der eigentliche Milcheinschuß findet ja nach dem Anlegen an die Brust nach etwa 5 Minuten statt- dann schießt also die Milch ein. Das wäre genau der Zeitpunkt, wann Ihre Tochter anfängt zu quengeln- u.U. hat sie gar keinen richtigen Hunger und eher nur ein Saugbedürfnis- doch die Brust ist auf keinen Fall zum Nuckeln da! Stellen Sie also einen geregelten Rhythmus ein nach dem sich Ihre Tochter dann richten kann. So kommt auch mehr Ruhe rein. Wichtig ist eine kontinuierliche Gewichtszunahme. Diese beträgt ab dem vierten Lebensmonat wöchentlich zwischen 130-200g. Zudem liegt Ihre Tochter noch im Normbereich mit Größe und Gewicht- s. Kinderuntersuchungsheft.
Unterstützende Maßnahmen bei Blähungen: Eine sanfte Bauchmasse im Uhrzeigersinn, also nach dem Verlauf des Dickdarmes, mit einem Öl aus Fenchel-Kümmel, regelmäßig mehrmals täglich z.B. bei jedem Windeln. Wärme in Form eines Kirschkernkissens- dieses gibt eine feuchte Wärme ab, die sich lange hält- bitte nicht auf die nackte Haut, sondern eben auf den Bauch eines angezogenen Kindes legen. Wärme in Form einer Wollhose, die den gesamten Rumpf des Körpers bedeckt. Wolle wärmt und ist gleichzeitig auch temperaturregulierend, so daß kein Hitzestau entstehen kann. Eine solche Wollhose gibt zudem eine enge Begrenzung bzw. einen allgemeinen Halt für den gesamten Bauch. Durch die Wärme können das Abgehen von Winden gefördert und erleichtert werden als auch wird das gesamte Befinden des Kindes durch einen warm gehaltenen Rumpf und damit der Kerntemperatur des Kindes selber positiv unterstützt. Verdauungsunterstützend ist die Gabe eines Fenchel-Kümmel, auch mit Zusatz von Anis, Tees. Ein solcher Aufguß-1 Teelöffel auf eine Tasse heißes Wasser zehn Minuten ziehen lassen- kann dem Kind schluckweise in Form eines Löffels vor den Stillmahlzeiten gegeben werden, die Säuglingsnahrung bei Flaschenkindern kann damit zubereitet werden oder der Tee kann als zwischendurch per Flasche gegeben werden. Die sog. Fliegerhaltung wirkt entkrampfend auf die Bauchmuskulatur des Kindes und erleichtert die Phase der Blähungsschmerzen. Dabei liegt das Kind bäuchlings über dem Unterarm, der Kopf ruht in der Armbeuge der Person, die das Kind hält, die Arme und Beine baumeln rechts und links des Unterarms locker, so daß der Rücken des Kindes rund ist. In dieser Position kann sich das Kind gut entspannen, es ist für die Person, die das Kind hält, auch eine nicht verkrampfte Art, das Kind zu halten und ruhig hin und her zu wiegen. Eine Variation dieser Position ist im Sitzen, das Kind bäuchlings über die Oberschenkel zu legen, oder auch z.B. selber dabei auf einem Pezziball zu sitzen und sanft auf- und ab zu wippen. Auch, wenn das Kind über die Schulter gelegt wird, sollte darauf geachtet werden, daß der Bauch dabei rund ist, der Kopf hoch auf bzw. über der Schulter liegt und die Arme baumeln können. Auf ein ausreichendes Bäucherchen zwischen als auch nach den Mahlzeiten ist unbedingt zu achten. Bei der Zubereitung der Flaschennahrung ist darauf zu achten, daß sich nach dem Schütteln die Luftblasen gelegt haben. Sollte das Wasser relativ kalkhaltig sein, so probieren Sie mal abgepacktes Wasser zur Herstellung von Säuglingsnahrung, um zu prüfen, ob die Bauchschmerzen dann besser sind. Bei gänzlicher Nicht-Verträglichkeit der jeweiligen Nahrung ist eher Durchfall angesagt, allerdings können Sie dies nochmals mit Ihrem zuständigen Kinderarzt besprechen.
Mit freundlichen Grüßen

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