Themenbereich: Stillen allgemein

"Blähungen mit 3W ?"

Anonym

Frage vom 03.07.2002

Meine Tochter (3 Wochen) schreit sehr haeufig. Ich stille sie und danach wirkt sie satt und moechte nicht weiter and die Brust. Dann ist sie kurz zufrieden und dann ploetzlich schreit sie laut auf und macht Haende und Beine steif, so als ob ihr etwas wehtut. Sie muss auch oft pupsen, obwohl sie fluessigen Stuhl hat und das nach oder vor jeden Stillen. Sie nimmt auch gut zu. Sie wog 2.6kg bei der Geburt und wiegt jetzt 3.25kg. Nasse Windeln hat sie auch immer.
Entweder schlaeft sie friedlich oder ist wach und schreit. Wir muessen sie dann immer herumtragen. Die letzten Naechte hat sie oft nach dem Stillen noch genucketlt, aber wenn ich sie angelegt habe, hat sie nicht gesaugt(getrunken), sondern war nur an der Brust. Sie wollte einfach nicht wieder einschlafen und schrie dann immer.
Was koennte das Problem sein?
Vielen Dank.

Anonym

Antwort vom 03.07.2002

Es hört sich sehr nach Verdauungsbeschwerden an- Sie sollten darauf achten, daß die Brust nicht zum Nuckeln da ist und daß zwischen den Stillmahlzeiten mind. 2 Stunden liegen, so daß die getrunkene Milch verdaut ist. Wenn Ihre Tochter z.B. Bauchweh hat, so hat sie ein gesteigertes Saugbedürfnis, um sich darüber zu beruhigen. Dazu ist nicht die Brust geeignet, sondern eben z.B. ein Schnuller oder andere Maßnahmen, die sie beruhigen. Beachten Sie noch folgende Tips:
Unterstützende Maßnahmen bei Blähungen: Eine sanfte Bauchmasse im Uhrzeigersinn, also nach dem Verlauf des Dickdarmes, mit einem Öl aus Fenchel-Kümmel, regelmäßig mehrmals täglich z.B. bei jedem Windeln. Wärme in Form eines Kirschkernkissens- dieses gibt eine feuchte Wärme ab, die sich lange hält- bitte nicht auf die nackte Haut, sondern eben auf den Bauch eines angezogenen Kindes legen. Wärme in Form einer Wollhose, die den gesamten Rumpf des Körpers bedeckt. Wolle wärmt und ist gleichzeitig auch temperaturregulierend, so daß kein Hitzestau entstehen kann. Eine solche Wollhose gibt zudem eine enge Begrenzung bzw. einen allgemeinen Halt für den gesamten Bauch. Durch die Wärme können das Abgehen von Winden gefördert und erleichtert werden als auch wird das gesamte Befinden des Kindes durch einen warm gehaltenen Rumpf und damit der Kerntemperatur des Kindes selber positiv unterstützt. Verdauungsunterstützend ist die Gabe eines Fenchel-Kümmel, auch mit Zusatz von Anis, Tees. Ein solcher Aufguß-1 Teelöffel auf eine Tasse heißes Wasser zehn Minuten ziehen lassen- kann dem Kind schluckweise in Form eines Löffels vor den Stillmahlzeiten gegeben werden, die Säuglingsnahrung bei Flaschenkindern kann damit zubereitet werden oder der Tee kann als zwischendurch per Flasche gegeben werden. Die sog. Fliegerhaltung wirkt entkrampfend auf die Bauchmuskulatur des Kindes und erleichtert die Phase der Blähungsschmerzen. Dabei liegt das Kind bäuchlings über dem Unterarm, der Kopf ruht in der Armbeuge der Person, die das Kind hält, die Arme und Beine baumeln rechts und links des Unterarms locker, so daß der Rücken des Kindes rund ist. In dieser Position kann sich das Kind gut entspannen, es ist für die Person, die das Kind hält, auch eine nicht verkrampfte Art, das Kind zu halten und ruhig hin und her zu wiegen. Eine Variation dieser Position ist im Sitzen, das Kind bäuchlings über die Oberschenkel zu legen, oder auch z.B. selber dabei auf einem Pezziball zu sitzen und sanft auf- und ab zu wippen. Auch, wenn das Kind über die Schulter gelegt wird, sollte darauf geachtet werden, daß der Bauch dabei rund ist, der Kopf hoch auf bzw. über der Schulter liegt und die Arme baumeln können. Auf ein ausreichendes Bäucherchen zwischen als auch nach den Mahlzeiten ist unbedingt zu achten. Bei der Zubereitung der Flaschennahrung ist darauf zu achten, daß sich nach dem Schütteln die Luftblasen gelegt haben. Sollte das Wasser relativ kalkhaltig sein, so probieren Sie mal abgepacktes Wasser zur Herstellung von Säuglingsnahrung, um zu prüfen, ob die Bauchschmerzen dann besser sind. Bei gänzlicher Nicht-Verträglichkeit der jeweiligen Nahrung ist eher Durchfall angesagt, allerdings können Sie dies nochmals mit Ihrem zuständigen Kinderarzt besprechen.
Tipps zu Ernährung in der Stillzeit:
Meiden sollten Sie die Dinge, von denen Sie oder der Vater des Kindes Blähungen bekommt oder auf die Sie und der Vater allergisch reagieren. Auch stark blähende Gemüsesorten sollten Sie möglichst in den ersten Wochen meiden, da hier manche Kinder sehr sensibel sind. Manche Kinder bekommen auch von zu viel Fruchtsäure (Apfelsinen, etc.) einen wunden Po. Manche Kinder werden von Koffein und Teein sehr unruhig, andere vertragen Pfefferminz- und Hagebuttentee nicht so gut. Probieren Sie einfach alles vorsichtig aus. Ein geregelter Stillrhythmus stellt sich oft nach vier bis sechs Wochen ein. Versuchen Sie dem Kind aber ruhig schon den Tag und Nachtrhythmus beizubringen, indem Sie ihn in der Nacht nur bei Bedarf wickeln, in der Nacht nicht viel mit ihm rumspielen, sondern sich am Tag vor oder nach der Stillmahlzeit mehr mit ihm beschäftigen um ihn dann vielleicht auch ab und zu etwas wach zu halten. Mit freundlichen Grüßen

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