Themenbereich: Schwangerschaft allgemein

"Wie sicher ist der Tripple-Test?"

Anonym

Frage vom 01.08.2002

Hallo Babyclubteam,
ich bin jetzt in der 12. SSW und mein Arzt hat mich darüber informiert, dass ich bei der nächsten Untersuchung auch den Tripple-Test durchführen lassen könnte. Wie sicher ist dieser Test? Je nach Ergebnis des Tests würde dann evtl. auch eine Fruchtwasseruntersuchung empfohlen. Wenn ich richtig informiert wurde, ist die Wahrscheinlichkeit beim Tripple-Test für ein richtiges Ergebnis 60:40. Stimmt dies? Und wie hoch ist der Richtigkeitsgrad der Fruchtwasserunters.? Kann dort, wie ich gelesen habe, auch der Grad einer Behinderung festgestellt werden? Und wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit (ich bin jetzt 30 Jahre alt) ein behindertes Kind mit Trisomie 21 oder Spina bifada zu bekommen? Vielen, vielen Dank im Voraus.

Anonym

Antwort vom 02.08.2002

Nach meinem Hebammenbuch Ausgabe 2000 wird angegeben, daß bei dem sog. Triple Test noch gehäuft falsch negative Ergebnisse und falsch positive Befunde auftreten und daß genaue Zahlen darüber noch nicht bekannt sind. Der Triple Test gilt der Erkennung des Down Syndroms(Mongoloismus). Die erhaltenen Werte werden mit dem Schwangerschaftsalter verglichen und sind rein statistisch zu bewerten. Der Test dient der Entscheidung näherzukommen, ob und wann eine Fruchtwasseruntersuchung durchgeführt werden soll. Dies betrifft auch jüngere Frauen, die nicht in die Indikationsgruppe zur Fruchtwasseruntersuchung fallen. Die Fruchtwasseruntersuchung dient der Festellung von u.a.: Chromosomenanomalien, Stoffwechselstörungen, der Geschlechtsbestimmung, der Bestimmung des AFP als auch der Azetylchoninesterase(beide z.B. Hinweis auf Spina Bifida). Die Fehlgeburtsrate bei einer Fruchtwasseruntersuchung liegt bei knapp 1%(Infektion, Auslösung von Wehen oder Blutungen), zudem besteht eine Verletzungsgefahr des Kindes und es können bei der Fruchtwasseruntersuchung nicht alle möglichen Fehlbildungen erkannt werden. Der Grad einer Behinderung kann in manchen Fällen genau bestimmt werden aufgrund der Eindeutigkeit der Diagnose, in anderen Fällen kann dies z.B. durch genaue Ultraschalldiagnostik ggf. spezifiziert bzw. eingegrenzt werden- wie bei Spina Bifida. Die Häufigkeit der Trisomie 21 beträgt 1:650 Geburten, bei Spina Bifida beträgt es 1-4 auf 1000 Geburten. Als zusätzliche Anmerkung möchte ich anmerken, daß es für Sie selber wichtig ist zu entscheiden, was die Konsequenz daraus wäre, wenn sich bei der pränatalen Diagnostik ein positives Ergebnis herauskristallisiert. Daraus folgern könnte eine Abtreibung des Kindes oder aber die Gewißheit, ein behindertes Kind auszutragen und damit Zeit zu haben, sich mit der Krankheit auseinanderzusetzen bzw. Maßnahmen bereits im Vorfeld zu treffen, die dem Kind einen optimalen Weg ins Leben bereiten(ich denke da z.B. an einen geplanten Kaiserschnitt bei Spina Bifida, sich eine geeignete Klinik suchen, die Erfahrung auf dem Gebiet der Neurochirurgie bei dieser Diagnose hat etc.).Der Vollstänigkeithalber ist auch zu sagen, daß es keine Garantie für ein gesundes Leben gib und somit auch nicht für die Geburt eines gesunden Kindes und daß in dem Fall einer Behinderung es staatliche Hilfen gibt, die Unterstützung bieten, daß auch ein Leben mit einer Behinderung ein Leben sein kann. Es ist eine Entscheidung, die Sie ganz allein zu treffen haben.
Mit freundlichen Grüßen

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