Themenbereich: Stillen allgemein

"Wie Stillmenge bei 8W-altem Kind verbessern?"

Anonym

Frage vom 03.09.2002

Liebes Hebammenteam, mein Sohn (8W) sollte nach einer Krisenintervention (er hatte von 4,5W auf 6,5W kein Gramm zugenommen) nun so ernährt werden: vorerst kein für das Kind kräftezehrendes, aber uneffizientes Stillen mehr, sondern abgepumpte MuMi + eine Pre-Nahrung, Richtwerte für die Tagestrinkmenge war hier 5x150 ml. Nachdem er einen 1,5stündigen Rhythmus entwickelt hatte, ohnehin viel schreit und wenig zufrieden ist und ich einfach nicht zum halbstündigen Abpumpen kam und somit das baldige Abstillen provozierte, wollte ich notgedrungen wieder auf das Stillen zugreifen, damit der Junge wenigstens eine kleine, aber garantierte MuMi-Menge pro Tag bekommt. Seit Tagen nun fahnde ich nach den Gründen, warum der Junge an der Brust nicht satt wird: Sein Stillrhythmus während der Gewichtsstagnation war ca. 5 Mahlzeiten am Tag (mit Stillhütchen), die immer länger wurden (bis zu 1,5 Std.), ohne daß er zufrieden schien. Bei jetzigem Wiegen ermittelte ich eine Trinkmenge von ca. 40-50 ml nach einer Stunde, was ja niederschmetternd ist, und der Junge wohl "an der Brust verhungert". Nun kann ich stolz berichten, daß es mir gelungen ist aus lauter Verzweiflung, ihm das Stillhütchen abzugewöhnen, um sein Saugen zu fördern. Beim Wiegen ermittelte ich einmal nun einen Wert von 100 ml nach ca. 20-30 min (beide Brüste), letztens waren es wieder nur 60 ml. Wovon kann ich nun ausgehen? Muß ich eine Woche nach der Gewichtsstagnation immer noch sorgfältig zufüttern (z.Zt. gebe ich im ca. 50 ml abgepumpte MuMi dazu + ca. 50 ml Pre-Nahrung oder 100 ml Pre-Nahrung, wenn keine abgepumpte Mumi vorhanden ist). Ist das nicht eine sehr belastende, verwirrende Art der Nahrungsaufnahme (wahrscheinlich aber besonders für mich). Ich würde ihn so gern voll stillen, verstehe aber nicht, warum er an den Brüsten nicht richtig trinkt (was ich noch nicht einmal 100% behaupten kann.) Was soll ich tun? Er scheint einfach nach einer Trinkdauer von 30 min mit halbwegs kräftigem Saugen nicht zufrieden, danach fängt er aber an zu nuckeln, eine Verlängerung der Stilldauer scheint also für die Trinkmenge aussichtslos. Wieviel ml braucht der Junge (8W, 57 cm, 3.900g) pro Tag?
Vielen Dank für Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

Anonym

Antwort vom 04.09.2002

Zunächst einmal möchte ich Ihre letzte Frage beantworten: ein Kind von ca. 3900 Gramm sollte am Tag etwa 560 bis 650 ml am Tag trinken (bis zu einem Gewicht von 6 kg gilt die Faustregel von etwa einem sechstel bis einem siebtel des Körpergewichtes als Tagestrinkmenge). Leider schreiben Sie nicht, wer Ihnen diese Tipps zum Stillen gegeben hat, meines Erachtens nach ist es unmöglich so oft abzupumpen wie Sie es schreiben ... Es ist natürlich richtig, dass Ihr Sohn innerhalb von zwei Wochen etwas zunehmen sollte, reines stillen in der Form war daher sicherlich nicht das richtige. Ich möchte Ihnen empfehlen sich eine Stillberaterin oder eine Hebamme zu suchen, die Ihnen bei einem persönlichen Gespräch sicherlich besser weiterhelfen kann als ich es auf diesem Wege tun kann (Adressen: www.hebammensuche.de, www.lalecheliga.de, www.afs.de). Das häufige abpumpen und die Gabe von Pre-Milch und "das ganze Theater" belastet Sie wahrscheinlich so sehr, dass es auch für Ihre Milchbildung nicht gut ist. Zudem wird Ihr Sohn Ihre innere Unruhe bemerken und selber noch unruhiger werden. Achten Sie zunächst auch wieder mehr auf sich, essen Sie gut und vollwertig und trinken Sie ausreichend. Milchbildungstee um die Milchbildung anzuregen und vielleicht mal eine stärkende Hühnersuppe als Zwischenmahlzeit (auch wenn es nicht ganz das richtige Wetter für eine Suppe ist ...) und viel Ruhe tut Ihnen zur Zeit gut. Vielleicht sollten Sie das ständige wiegen vor und nach dem stillen einfach mal weglassen - es ist normal, dass die Kleinen mal viel und dann wieder weniger trinken. Er wird sich dann einfach eher wieder melden. Ermitteln Sie in den nächsten 24 Stunden noch eine Tagestrinkmenge, wenn diese etwa dem empfohlen Milchmengen entspricht sollten Sie sich weniger Sorgen machen und nur noch einmal wöchentlich wiegen. Wenn die Gewichtszunahme dann immer noch stagniert, sollten Sie sich Gedanken machen, vielleicht am Abend eine Milch zu geben, besprechen Sie dies aber bitte mit Ihrer Hebamme, einer Stillberaterin oder Ihrem Kinderarzt! Sie können sich natürlich auch gerne nochmals bei uns melden, wenn Sie die Tagestrinkmenge ermittelt haben und noch näheres wissen möchten.

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