Themenbereich: Gesundheit

"Rötelninfektion in der SS - welche Folgen?"

Anonym

Frage vom 04.09.2002

Bin in der 18 SSW (Hebamme) bzw. 20 SSW (eigene SSScheibe) und habe eine Rödeltiter von 1:8. Nun bei einem Taufkind wahrscheinlich mit Rödeln angesteckt. Bin mit Immuglobin behandelt worden, Infusion über 5 Std., jedoch möchte ich unbedingt wissen, was im Schlimmsten Fall geschehen könnte. Ungewissheit macht mich aber besonders meinen Mann verrückt. Auch Links für Hintergrundinfos erwünscht!

Anonym

Antwort vom 04.09.2002

Unter dem Stichwort Rötelnembryopathie findest Du im Internet viele Seiten mit Infos. Bitte führe zusammen mit Deinem Mann ein ausführliches Gespräch darüber mit dem zuständigen Frauenarzt, damit Dein Mann sich ebenfalls beraten und aufgeklärt fühlt und eben auch mit entscheiden kann bzw. unterstützend auch für Dich sein kann. Der Übertritt über die Plazenta erfolgt bis ca 16. SSW. Die Inkubationszeit beträgt 14-23 Tage, Ansteckungsfähigkeit 6 Tage vor bis 8 Tage nach Exanthem. Bei Röteln in der Frühschwangerschaft kommt es bei ca 80% zur Infektion der Plazenta und dadurch bei ca 15% zum Abort. Der Embryo ist bei etwa zwei Drittel der mütterlichen Erkrankungen infiziert und bei der Hälfte kommt es in der Folge zur Embryopathie. Die typischen Zeichen betreffen v.a. Gehirn, Sinnesorgane und Herz. Die Schwere und Art der Fehlbildungen hängt dabei vom Zeitpunkt der Infefktion ab. Die wichtigsten Symptome sind: Katarakt und Erblindung dadurch, Herzfehler, Taubheit, Mikrozephalus und Geistige Behinderung. Die Fruchtschädigung ist am häufigsten und intensivsten bis zur 8.SSW. Nach der 17. SSW besteht praktisch keine Gefahr mehr für Fehlbildungen. Allerdings kann auch zu diesem Zeitpunkt der Fet inifziert werden. Eine Infektion mit Röteln bis zur 12.SSW ist eine medizinische Indikation füe einen Abbruch, von der 12.-17.SSW wird eine pränatale Diagnostik empfohlen, nach der 17.SSW besteht keine Indikation mehr für eine pränatale Untersuchung.
Ich wünsche Dir/Euch alles Gute.
Mit freundlichen Grüßen

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