Themenbereich: Hausgeburt

"Hausgeburt beim 4.Kind - ja oder nein?"

Anonym

Frage vom 12.09.2002

ich überlege mir eine Hausgeburt. Nun hat meine Freundin letzte Woche auch ihr 4. Kind zur Welt gebracht. Dabei ist ihr im Krankenhaus nach vollst. eröffnung die Fruchtblase im Kreissaal geplatzt und dann mit dieser Wucht die nabelschnur im Liegen! vorgefallen. der Kopf lag auf der nabelschnur - Herztöne weg.....Notkaiserschnitt mit allem drum und dran. Die hebamme sagte, dass sie auch Hausgeburten durchgeführt hat, aber bei solchen Fällen könne man dann leider Zuhause oder im geburtshaus einfach nichts mehr machen. das hat mich sehr mitgenommen. Gibt es so etwas häufiger?
Dem Kind geht es zum Glück gut, aber in einem anderen Fall wäre es zu Hause o.ä. wohl nicht mehr am Leben lt. Aussage aller Beteiligten im Krankenhaus. Ist das Angstmacherei, wie begegnet man solch einem Fall?
Und: dauert eine geburt beim 4. Kind sehr kurz? Reicht es überhaupt noch in ein Krankenhaus seiner Wahl zu fahren (hier bei mir wären das ca. 45 Minuten). Mein 1. Kind brauchte über 11 Stunden, beim 2. waren es 2 Stunden (aber mit Wehentropf), beim 3. Kind auch 2 Stunden (mit Rhizinusöl). Wie geht es wohl beim 4.?
In das Krankenhaus hier am Ort möchte ich sehr sehr ungern! das ist schrecklich!!!!!

Anonym

Antwort vom 13.09.2002

Zuerst möchte ich sagen, daß wenn Sie eine Hausgeburt in Erwägung ziehen, Sie sich bereits möglichst früh in der Schwangerschaft mit einer Hebamme Ihrer Wahl in Verbindung setzen. Diese wäre Ihre Erste und auch kompetente Ansprechperson für Ihre Fragen, denn Sie hat die Möglichkeit persönlich mit Ihnen zu sprechen und sich zudem ein Bild von der bestehenden Schwangerschaft zu machen(das kann ich auf diesem Weg nicht). Wenn Sie die Geburt vom Anfang regelmäßiger Geburtswehen bis zur Geburt des Kindes rechnen, so haben Sie tatsächlich zumindest zwei sehr kurze Geburten gehabt. In diesem Fall ist es äußerst wichtig, möglichst gleich bei Wehenbeginn loszufahren. Doch eine Garantie, daß die Geburt dieses Mal ebenfalls kurz sein wird, ist es nicht, da der Geburtsverlauf von einer Mehrzahl von Faktoren abhängt. So ist es auch mit einem Nabelschnurvorfall. Dieser kann dann auftreten, wenn bereits Teile der Nabelschnur vor oder neben z.B. dem Köpfchen liegen, wenn die Fruchtblase noch intakt ist und/oder der vorangehende Teil des Babies(also das Teil, welches zuerst in den Beckeneingang geht-meistens das Köpfchen) den Geburtskanal nicht oder nur ungenügend abdichtet. Dies ist der Fall z.B. bei Mehrgebärenden Frauen, bei regelwidrigen Lagen des Kindes, bei Beckenformanomalitäten, bei Frühgeburten oder bei einer vermehrten Fruchtwassermenge u.a.. Bei einem Nabelschnurvorfall wird eine sofortige operative Entbindung nötig, um das Kind zu retten. Er tritt bei 0,5% aller Entbindungen auf. Auch wenn im Vorfeld einer Hausgeburt sehr klar geachtet wird, daß hier ein normaler und komplikationsloser Verlauf der Schwangerschaft vorliegt, so kann Ihnen jedoch das Restrisiko u.a. dieser Komplikation eines Nabelschnurvorfalls nicht genommen werden. Ich bitte Sie, dies ausführlich mit Ihrer zuständigen Hebamme zu besprechen.
Mit freundlichen Grüßen

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