Themenbereich: Entwicklung und Erziehung

"Erziehungsberatung-, hilfe für 2jähriges Kind"

Anonym

Frage vom 07.10.2002

Es geht um meinen fast drei Jahre alten Sohn. Er ist ein Einzelkind und ich gehe nicht arbeiten. Und das ist auch schon das Dilemma. Den ganzen Tag will er von mir unterhalten und bespielt werden, alle 2-3 min. braucht er was Neues . ständig klebt er an meinen Fersen. Da er eine angeborene Fehlbildung am rechten unterschenkel hat und zur Beinverlängerung seid Juni einen Ringfixateur extern trägt, kann er zur Zeit auch nicht laufen.das ist alles nicht so einfach, auch für ihn nicht, aber muss ich denn den ganzen Tag mit ihm spielen ? Und ist es normal, dass man Kindern in dem Alter alles 10x sagen muss und sie erst dann hören, wenn man brüllt ? Er sitzt auch beim Essen nicht still, will unbedingt runter, lass ich ihn dann nach ein paar Minuten runter, liegt er auf dem Boden und quengelt und will wieder rauf und essen. Sitzt er auf dem Stuhl, geht das ganze Spiel von vorne los, bis ich entnervt den Teller wegräume und er dann noch eine ganze Weile nach Essen brüllt, ich ihm aber nix mehr gebe. "Liebevolle Konsequenz " ist das grosse Stichwort, fällt mir aber verdammt schwer, wenn man den ganzen Tag einen unzufrieden wirkenden 2 jährigen am Rockzipfel hat und alles 1000 x mal sagen muss.Und dann den ganzen Tag:
" Ja, das hast du aber fein gemacht, ja, das ist ein roter Traktor, ja, das ist ein blaues Auto, mach den Mund auf beim Zähneputzen, nicht in den Kamin reinklettern, nein, einen Keks bekommst du erst nach dem Mittagessen . Geht es anderen auch so ? ich muss unbedingt wieder arbeiten gehen, aber er muss leider immer wieder mal operiert werden, braucht viel Krankengymnastik. Haben Sie irgendeinen Tipp für mich, dass ich nicht so genervt bin ? Ich habe leider auch niemanden in der Nähe, wo ich das Kind abgeben kann. Wenn er wieder laufen kann, ab ca. Ende November, kommt er in eine Art Minikindergarten, 2x in der Woche für 3 Stunden, aber in den " richtigen " Kindergarten kommt er leider erst mit knapp 4. Was kann ich also den ganzen Tag mit meinem Kind machen ? ich kann doch nicht den ganzen Aktion machen und mich von Montag bis Freitah nur verabreden. Für einen heissen Tipp wäre ich echt dankbar - vielen Dank

Anonym

Antwort vom 08.10.2002

Sie befinden sich beide sozusagen in einer vorübergehenden Ausnahmesituation, in einer besonderen Situation, bei der die Mobilitätseinschränkung Ihres Sohnes im Fordergrund steht und aus diesem Grunde eben Ausnahmen im Alltag gemacht werden bzw. werden müssen und er ebenfalls in dieser Zeit besondere Fürsorge braucht. Das heißt jedoch ebenfalls, daß Sie dementsprechend auch Grenzen und Regeln setzen, um den Alltag bewältigen zu können und selbst nicht dabei <untergehen>. Sie haben zumindest schon den Anfang des Minikindergartens in Sicht und wissen, diese Zeit kommt. Sie müssen einen Rhythmus in den Alltag bringen, der -ganz wichtig- eine Zeit hat, in der Sie mit Ihrem Sohn rauskommen-Spazierengehen, Spielplatz, sich mit Bekannten treffen, die u.U. ebenfalls Kinder haben. Finden Sie etwas, das Ihnen auch Spaß macht. Die Regel der liebevollen Konsequenz ist in Ihrem Fall wichtiger denn je, damit Sie eben nicht so genervt sind- das ist DER Geheimtip! Seien Sie konsequent, wobei Handeln dabei immer wirkungsvoller als Worte ist. Will er nicht essen, so setzen Sie ihn gerade mal einmal runter, beim zweiten Mal ist das Essen vorbei, sagen Sie Dinge höchstens drei Mal nett und werden sie nicht beachtet, so entfernen Sie ihn davon bzw. bringen Sie ihn in sein Zimmer z.B., wo er dann eben ein <Aus-Zeit> hat! Da kann er ja brüllen und sich beschweren, doch auch Sie brauchen eine Zeit bzw. einen Raum für sich selbst. Richten Sie ihm also einen Ort der Aus-Zeit ein. Wenn er sich dann beruhigt hat, kann er ja wieder kommen. Er kann auch lernen, sich zumindest eine kleine Weile am Stück mit Etwas alleine zu beschäftigen- bieten Sie ihm etwas an und bieten Sie immer auch Alternativen an nach dem Motto <du darfst nicht in den Kamin klettern aber du darfst mit deinem roten Traktor spielen>- so in der Art. Er wird es über kurz oder lang akzeptieren und Ihr Zusammenleben wird dann erträglicher bzw. brauchen Sie sich dann nicht mehr darüber aufzuregen. Abschließenderhalber möchte ich noch hinzufügen, daß diese Zeit so oder so keine leichte Zeit für Sie ist, aber arbeiten Sie auf November hin, so gut und so fair Sie können und regeln Sie den Alltag durch Handeln!
Mit freundlichen Grüßen

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