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"Vater für die angenehmen Dinge da - Mutter für den Rest - wie ändern?"

Anonym

Frage vom 13.10.2002

Unsere Tochter ist 1,5J. und unser 2. Wunschkind.Sie ist sehr lebhaft und macht uns immer deutlich, was sie will. Mein Mann arbeitet in der Woche in der Montage und sieht seine Tochter nur am Wochenende. Demzufolge wird sie verständlicherweise von ihm sehr verwöhnt. Es wird gespielt, geschmust, gealbert und Süßigkeiten genascht. Ich muß dann meistens bremsen und habe dann auch (aus der Sicht meiner Tochter) die unangenehmen Dinge zu erledigen( Windeln , Um- und Anziehen etc.) Es ist nun so, daß meine Tochter früh aufwacht und "Papa" ruft. Das ist eigentlich sehr schön, aber ansonsten nimmt sie wenig Notiz von mir, obwohl ich mich sehr um sie bemühe, denn ich habe sie sehr lieb. Ich möchte bestimmt keine Konkurrenz entstehen lassen, aber vielleicht verstehen sie mich, diese Situationen tun manchmal schon weh. Wie kann ich mich weiter verhalten?

Anonym

Antwort vom 14.10.2002

Sie müssen diesen Zustand, den Sie gerade beschrieben haben, unbedingt mit Ihrem Mann besprechen, d.h. Sie müssen ihn wissen lassen, wie Sie die Dinge empfinden und einschätzen. Sie können dann auf dieser Basis die Situation darstellen und entsprechende Verhaltensweisen besprechen, die für jeden von Ihnen beiden dazu beitragen könnten, daß sich dieser Zustand nicht <verschärft> und dann u.U. doch auf längere Sicht gesehen, sich auf das Kind auswirkt, weil sich daraus ein Partnerschaftskonflikt entwickelt. Natürlich können Sie nicht unbedingt die Situation der Lebensumstände ändern-sprich die Arbeit Ihres Mannes-, aber Sie können auf das gemeinsame Zusammensein zu Hause Einfluß nehmen und dazu ist eine möglichst sachliche Kommunikation zwischen den Eltern wichtig bzw. Voraussetzung. Wenn Sie als Eltern dies nicht schaffen, dann sollten Sie sich überlegen, fachliche Hilfe in Anspruch zu kommen z.B. in Form einer Familienberatung. Es ist ebenso wichtig, daß sich Ihr Mann zu Hause an die allgemeinen Regeln zu halten hat, wenn er da ist, was z.B. Süßigkeiten betrifft. Ihre Tochter sollte auch merken, daß Sie Ihrem Mann ebenfalls wichtig sind und es ist überhaupt nicht ausgeschlossen, daß Ihr Mann, wenn er zu Hause ist, auch die sog.< unangenehmen> Dinge übernimmt, mit seiner Tochter dann eben morgens gleich aufsteht, wenn sie ihn ruft, sie anzieht, das Frühstück macht usw.. Sie erledigen das jeden Tag und arbeiten in dem Sinn als Mutter und Hausfrau mit dem Großteil der Verantwortung für die Erziehung Ihres gemeinsamen Kindes ebenso, wie das Ihr Mann macht. Somit können Sie sich das Miteinander ebenfalls gerecht teilen und der Spagat zwischen Familie und Montagendienst wird für beide Seiten nicht ganz so extrem erlebt.
Mit freundlichen Grüßen

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