Themenbereich: Dammschnitt / -riss

"Schwere 1. Geburt - bei der 2. Kaiserschnitt?"

Anonym

Frage vom 23.10.2002

Sehr geehrte Damen,
ich habe im Juli 2001 meine Tochter per Spontangeburt zur Welt gebracht, allerdings mit PDA und beendet als Zangengeburt. Meine Tochter litt dabei unter Sauerstoffmangel und mußte 2 Tage in der Kinderklinik bleiben, um mit Sauerstoff zusätzlich versorgt zu werden. Ich selber hatte dadurch einen Dammriss, zusätzlichen Dammschnitt und Riss des Schließmuskels.
Nun bin ich erneut schwanger, errechneter GT ist der 03.03.2003.
Nun habe ich Angst, dass mein Schließmuskel wieder reißen könnte und daher Angst vor einer möglichen Stuhlinkontinenz. Ausserdem löst der Gedanke an den Sauerstoffmangel, den meine erste Tochter hatte, bei mir auch Angst davor aus, das es ja nicht immer so gut ausgehen muss, sie hat zum Glück keine Schäden zurückbehalten. Ist hier für die nächste Entbindung ein Kaiserschnitt angesagt?
Mein Frauenarzt sagte, bei einer Spontangeburt würde man wohl auf jeden Fall von vorneherein einen großzügigen Dammschnitt machen, um den Schließmuskel nicht zu sehr zu belasten.
Die PDA war übrigens wohl auch nicht so, wie sie eigentlich sein sollte, ich konnte überhaupt keine Wehen mehr spüren.
Im Voraus vielen Dank für Ihre Mühe.
Mit freundlichen Grüßen

Anonym

Antwort vom 24.10.2002

Die Geburt, die Sie beschreiben, war sicher nicht einfach für Sie und auch nicht für das Kind.Dies zeigte sich u.a. durch die schlechten Herztöne des Kindes, was aber bei einer erneuten Geburt nicht wieder auftreten muss. Sie haben gute Chancen, dass das nächte Kind schneller geboren wird, weil die Geburtswege schon vorgedehnt sind. Dass es beim Dammschnitt auch noch weiter reisst bis zum Afterschliessmuskel kommt selten vor und damit haben Sie auch hier gute Chancen, dass es bei der nächsten Geburt besser läuft. Sie sollten allerdings unbedingt in den letzten Wochen vor der Geburt Dammassage betreiben, damit das vernarbte Geweben elastischer wird. Wenden Sie sich am besten bald an eine Hebamme in Ihrer Nähe, die Ihnen die Dammassage zeigen und noch anderes mit Ihnen besprechen kann.Der Angst vor Harn-oder Stuhlinkontinenz können Sie am besten mit gutem Beckenbodentraining entgegen wirken, vor der Geburt und besonders danach. Auch das sollten Sie sich von einer Hebamme zeigen lassen, damit Sie die beste Wirkung erzielen.Sauerstoffmängel mit späteren Schäden, die durch die Geburt entstehen, sind sehr selten. Man muss deshalb immer das Nutzen-und-Risiko-Verhältnis zwischen Kaiserschnitt und Spontangeburt abwägen. In Ihrem Fall ist meine persönliche Meinung, dass Sie es auf jeden Fall guten Gewissens mit einer Spontangeburt versuchen könnten.Die PDA lag damals wohl besser, als sie sollte, denn normalerweise lässt man sie ausklingen gegen Ende der Geburt, damit die Frau auch die Presswehen spürt. Haben Sie Mut und Vertrauen in Ihren Körper, vielleicht brauchen Sie gar keine PDA bei der nächsten Geburt und alles geht wunderbar schnell. Alles Gute für die Geburt!

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