Themenbereich: Schwangerschaft allgemein

"Kind wächst zu schnell - liegt es an mir? Was tun?"

Anonym

Frage vom 17.12.2002

Hallo,
ich komme mit einem etwas komplexen Problem zu Ihnen. Ich bin der 33. ssw und von Problemen nicht gerade verschont. Da mein Zustand und der des Kindes nun engmaschig überwacht wird, werde ich gerade von meinen Ärzten aufgrund verschiedener Meinungen verrückt gemacht und ich weiß gar nicht mehr was ich glauben soll.

Ich bin 32 Jahre und habe folgende Tatsachen/Probleme in der ss.
1.) Ich wiege z.Zt. 109kg bei 168cm, davon ca. 3kg Wassereinlagerungen. (Zu Beginn der SS wog ich leider bereits 95kg). Ich bin allerdings schon von jeher kräftiger gebaut und wog früher immer so 75kg auch bei viel sportlicher Betätigung.
2.) Seit ca. dem 4. Monat leide ich an stärkeren Wasssereinlagerungen und einem erhöhten Blutdruck. (von oft 160/150 zu 70/60). Auch trotz der Medikation mittlerweile von Methyldopa 250mg 2-2-2
Nepresol 1-0-1
Magnetrans forte 150mg 1-1-1
werden die Blutdruckwerte nicht gerade besser (aber auch nicht schlechter). Ausgiebige Untersuchungen seitens einem Internisten (Nieren, Leber, u.a.) waren bisher unauffällig. Auch Gestoselabor waren negativ, Eiweiß im Urin wurde nie gefunden.
3.) Seit der 26. ssw ist unser Kind plötzlich lt. Ultraschall vom Wachstum her erst 2, mittlerweile 3-4 Wochen voraus. (Messung von Schädel und Oberschenkel wenigstens symetrisch vergrößert). Vorher war das Wachstum immer entsprechend der ssw.
4.) Alle zwei Wochen muss ich zur Dopplersonographie. Es wurden bereits 2 Glucosetoleranztest durchgeführt, beide negativ, HBA 1c auch im Normbereich. Die Versorgung des Kindes ist lt. der 3 Dopplersonographien bisher in Ordnung.

Und nun kommt mein Problem: Der Arzt, der die Dopplersonographie macht und nachher als Belegarzt in der Klinik die Entbindung betreuen soll, setzt mich schwer in die Verunsicherung. Ich dürfe auch keinen Fall mehr ein Gramm zunehmen, das Kind wäre eh schon zu fett, und auch sein Risiko für u.a. einen späteren Diabetes steigt. Ich soll mich trotz der negativen Befunde wie eine Diabetikerin ernähren und eher abnehmen, das Kind würde sich schon holen was es braucht. Ich und das Kind haben hohes Risiko (nie genauer erörtert).

Meine Frauenärztin reagiert ganz anders: Da ich nicht im Übermaß zunehme ist sie mit der bisherigen Gewichtszunahme einverstanden und findet eine Diät nicht sinnvoll. Sie meint aufgrund der negativen Befunde, dass ich einfach ein großes Kind in mir trage. Und wenn es aufgrund des erhöhten Blutdruckes unterversorgt wäre, könnte es ja nicht so wachsen. Die Blutdruckwerte seien sicherlich grenzwertig aber im Rahmen.
Es ist eine Folter, ich weiß, dass sich alle Faktoren gegenseitig beeinflussen und ich mit meinem Anfangsgewicht sicherlich keinen guten Grundstein habe. Nun weiß ich aber langsam nicht mehr was ich denken soll und möchte mir jetzt eine dritte Meinung (eben von Ihnen) einholen. Denn natürlich möchte ich noch die letzten 6 Wochen gut überstehen und auch das beste für unser Kind tun. Doch was ist nun das Beste? Soll ich Diät machen oder nicht? Welche Risiken habe ich und für mein Kind zu befürchten? Was kann ich überhaupt noch tun? Ach, und von der geburtsvorbereitenden Akupunktur wurde mir nun abgeraten, da es sich manchmal blutdrucksenkend und manchmal blutdrucksteigend auswirken kann. Was meinen Sie dazu?
Ich erwarte gespannt Ihre Meinung.

Antwort vom 18.12.2002

Da kommt ja wirklich einiges zusammen für Sie, so dass Ihre Gedanken sicherlich nie zur Ruhe kommen können! Nun der Reihe nach: Ausgehend von Ihrem Ausgangsgewicht haben Sie 13 kg zugenommen, was völlig im Rahmen des Normalen ist. Die Blutdruckwerte sind recht hoch, aber, wie auch Ihre FÄ sagt, noch an der Grenze, v.a., weil der untere Wert relativ niedrig ist. Gegen die Wassereinlagerungen können Sie Zinnkrauttee trinken, Schwimmen gehen, natriumhaltiges Mineralwasser trinken, das Essen gut salzen. Wassereinlagerungen sind zwar unangenehm aber bis zu einem gewissen Grad normal. Dass das Kind für sein Alter zu groß ist halte ich bei der bereits ermittelten Blutzucker-/ Diabetes-Diagnostik nicht für bedenklich. Die Dopplerwerte sind unauffällig und das ist doch eine gute Nachricht! Die Aussage, dass Ihr Kind „zu fett“ sei, halte ich erstens für eine Frechheit und außerdem für unrichtig. Sie sollten sich ausgewogen und gesund ernähren mit Schwerpunkt auf Obst, Gemüse und Getreideprodukten, bei Fleisch und Fisch die fettärmeren Teile vorziehen und bei Ölen und Fetten überwiegend hochwertige, mehrfach ungesättigte Fettsäuren zu sich nehmen, die braucht Ihr Kind nämlich für eine gesunde Entwicklung des Gehirns und das hat nichts mit „zu dick sein“ zu tun. Ich halte für richtig, was Ihre Frauenärztin sagt und für sehr wichtig, dass Sie sich nicht zu viele Sorgen machen und auch ein bisschen ruhiger werden. Vielleicht hilft es Ihnen, sich für die letzten Wochen ein paar schöne Freizeitbeschäftigungen zu suchen, gehen Sie schwimmen/ spazieren, treffen Sie FreundInnen, schauen Sie sich eine schöne Ausstellung an, ...Evtl. können Sie Kontakt aufnehmen zu einer freiberuflichen Hebamme, die Schwangerenvorsorge durchführt und sich mit ihr mal noch ausführlich unterhalten; die kann Ihnen vielleicht auch einen Tipp zum Thema Akupunktur geben (Ich meine, dass Sie zur Akupunktur gehen können, bin aber in diese Richtung nicht ausgebildet!). Lassen Sie es sich gut gehen, da hat auch Ihr Baby am meisten davon, genießen Sie die Feiertage und den Jahreswechsel und entspannen Sie! Alles Gute!

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