Themenbereich: Entwicklung und Erziehung

"Kind (14 Mo) schreit, wenn Mutter weg ist - was tun?"

Anonym

Frage vom 19.12.2002

Unser Sohn ist 14 Mte. alt. Mein Problem ist, dass ich besonders morgens nicht auf die Toilette gehen oder mich duschen darf. Unser Sohn schreit dann dermaßen, das mir jede Ruhe verloren geht. Ich lasse schon alle Türen auf, damit er mich sieht, ich rede mit ihm. Aber nichts hilft. Er schreit und weint und will sich absolut nicht beruhigen.
Ich bin meistens morgens schon mit den Nerven fertig und schreie ihn dann an, obwohl ich das absolut nicht will und es mir hinterher schrecklich leid tut, so dass ich am liebsten weine würde. Wenn ich tagsüber den Raum verlassen will, weint er meistens nicht. Er bleibt auch nicht bei meinem Mann, obwohl er mir viel hilft, damit ich meiner Arbeit nachgehen kann.
Sieht mein Sohn mich allerdings eine Weile nicht, spielt er auch mit meinem Mann. Wir hatten deswegen schon einen schlimmen Streit miteinander. Mein Mann ist der Ansicht, dass unser Sohn ruhig schreien soll, er beruhigt sich schon wieder. Ich halte das aber nervlich nicht aus. Zumal unser Sohn dann auch eine 1/2 Stunde schreit. Was soll ich tun?

Anonym

Antwort vom 19.12.2002

Ich rate Ihnen, sich professionelle Hilfe zu suchen in Form eines Kinderpsychologen und/oder einer Familientherapie. Sie können sich an das örtliche Telefonbuch wenden, an das Jugendamt oder aber an Einrichtungen wie Diakonie oder Caritas u.a.. Falls Sie gar nicht weiterkommen, kann auch Ihr Kinderarzt bei der Suche behilflich sein. Es erscheint mir hier wichtig, daß Sie als auch Ihr Mann gemeinsam und in gleichem Sinne Ihrem Sohn Grenzen setzen und diese auch konsequent verfolgen auf einer ruhigen Art und Weise. Es ist wichtig, daß diese von Ihnen als Eltern gemeinsam getragen werden und auch für beide Elternteile jeweils vertretbar und durchsetzbar sind. Ihr Sohn soll nicht die Ursache sein. Er braucht Regeln und Grenzen als auch seinen eigenen Freiraum, um die nötige Sicherheit und Geborgenheit zu erhalten, die er braucht, um sich ebenfalls in das soziale Gefüge der unmittelbaren Familie einordnen zu können. Sie sind als Eltern Vorbild für Ihren Sohn. Ihr Sohn muß lernen, daß er auch in der Lage ist, sich für eine Weile alleine zu beschäftigen bzw. kann er seinen Unmut darüber durch Schreien durchaus zum Ausdruck bringen, allerdings dadurch nicht die gesamte Familie <stören>. Ich rate Ihnen zum Thema duschen, daß Sie Ihrem Sohn ganz bestimmt sagen<Mama geht jetzt duschen>, dann gehen, und wenn er brüllt und sich nicht beruhigt, bringen Sie ihn in sein Zimmer, fertig. Wenn Sie dann fertig sind mit duschen, kann er ja wieder kommen- vorausgesetzt, er beruhigt sich dann auch wieder. Sie haben einen Anspruch darauf zumindest in Ruhe zu duschen und sich fertig zu machen und das können Sie auch ruhig tun! Versuchen Sie ruhig und bestimmt zu bleiben und konzentrieren Sie sich dann ganz auf Ihre Dusche und solange Ihr Sohn in dieser Zeit ohne Aufsicht Ihrerseits sicher aufgehoben ist, darf er in dieser Zeit machen was er möchte- schreien oder aber auch nicht. Ein professioneller Therapeut ist in der Lage, Ihnen ganz gezielt Verhaltensmuster aufzuzeigen, wie Sie mit der Situation fertig werden können. Auch werden Ihnen viele Dinge darüber einfach bewußt durch das Gespräch. Haben Sie Mut und tun Sie diesen Schritt für sich selbst und dadurch auch im Sinne Ihrer Partnerschaft und im Sinne Ihrer Familie.
Mit freundlichen Grüßen

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