Themenbereich: Stillen allgemein

"Wan muss man mit d. Abstillen beginnen? ..."

Anonym

Frage vom 30.12.2002

Liebes Hebammenteam,
mein Sohn ist genau 6 Monate alt und ich verspüre noch keinerlei Drang, mit dem Abstillen zu beginnen. Er nimmt gut zu (jetzt ca. 7,0 kg) und hat bis jetzt keine Anzeichen, daß er nicht satt wird (6 Mahlzeiten am Tag, davon leider immer noch zwei in der Nacht).Wann MUSS man denn mit der Breizugabe beginnen (meine 60er-Jahre-Großmutter-Umwelt wird langsam unruhig und dringlich, "daß das Kind jetzt endlich etwas richtiges zu essen bekommen sollte als die dünne Milch")!!
Habe ich außerdem beim Breiessen mit erneuten (anderen) Verdauungsproblemen zu rechnen, da mein Sohn sich gerade seit ein paar Wochen so langsam von seinen Bauchwehattacken erholt. Und noch eine Frage: Darf man auch mit einem Abendbrei beginnen (sie ahnen, daß mir die Nächte doch bei aller Stillfreude inzwischen ein Problem geworden sind) und von welcher Art muß er sein?
Vielen Dank und freundliche Grüße

Anonym

Antwort vom 31.12.2002

-Beginnen sollten Sie in jedem Fall mit einem Karottenbrei - es sei denn Ihr Kind hat Neurodermitis - den Sie natürlich auch am Abend geben können. Leider kann es aber nach dem ersten Brei und oft auch in den ersten Tagen zu Verdauungsproblemen kommen, da die Kleinen diese neue Nahrung erst kennen lernen müssen. Karotten können z.B. gerade zu Beginn zu Verstopfung oder einem harten Stuhlgang führen. Daher geben die meisten Eltern den ersten Brei am Mittag, da sich die Verdauungsprobleme dann nicht in der Nacht ergeben sondern am Nachmittag oder frühen Abend. Die Empfehlungen sind recht unterschiedlich, wann man unbedingt zufüttern muss. Manche Kinderärzte sprechen davon schon ab dem vierten Monat, dies ist meines Erachtens nach aber viel zu früh. Mindestens ein halbes Jahr können Sie ohne Bedenken voll stillen, dies entspricht den meisten Empfehlungen. Es gibt aber auch Ernährungsberater und Stillberaterinnen und auch Kinderärzte die ein ausschließliches Stillen in den ersten acht Monaten empfehlen. Solange Sie sich gut ernähren und Ihr Sohn gut gedeiht, spricht meines Erachtens nach nichts gegen ein längeres ausschließliches stillen. Wenden Sie sich doch auch an eine Stillgruppe (www.afs-stillen.de oder www.lalecheliga.de ), und fragen Sie dort nach deren Erfahrungen und den neusten Untersuchungsergebnissen, was empfohlen wird.

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