Themenbereich: Entwicklung und Erziehung

"Kind 15W quengelt und schreit viel - warum? wie ändern?"

Anonym

Frage vom 23.03.2003

Unser Sohn (15W) ist ständig quengelig und schreit viel (ich stille noch immer aller 2h, da er es länger einfach nicht aushält), zudem ist er beim stillen äußerst unruhig. Er nimmt auch keinen Schnuller mit dem er sich beruhigen könnte. Ich kann ihn kaum mal ablegen. Selbst in der Wippe, wenn ich in unmittelbarer Nähe bin und auch im Tragetuch weint er. Ich bin eigentlich ein Verfechter des "Nichtschreienlassens"und nehme ihn wenn er anfängt zu weinen immer an mich. Er wiegt mittlerweile 7kg und ich schaffe es einfach bzw. will es auch nicht mehr, ihn die ganze Zeit mit mir herumzuschleppen. Ich bin einfach am Ende meiner Geduld. Das ständige nörgeln und unzufriedensein macht mich ganz fertig. Sollte er nicht irgendwann lernen, daß er nicht 24h am Tag herumgetragen werden kann?! Wann wird das endlich besser???

Anonym

Antwort vom 24.03.2003

Es muß abgeklärt werden, daß die Milchmenge, die Ihr Sohn über 24 Stunden durch das Stillen zu sich nimmt, ausreichend ist und er nicht wegen Hunger schreit. Gleichzeitig ist die Brust nicht zum Nuckeln da bzw. zur Beruhigung, ohne daß er dann auch eine gesamte Mahlzeit trinkt. In dem Fall, daß die Muttermilchmenge nicht mehr ausreichend ist, kann an Zufüttern gedacht werden. Hierzu besorgen Sie sich eine digitale Babywaage, die Sie sich in der Apotheke aushleihen können, und wiegen ihn vor und nach dem Stillen, notieren dies über 24 Stunden und rechnen dann alles zusammen. Bis zum vierten Lebensmonat beträgt die tägliche Trinkmenge etwa 1/5 des Körpergewichts, d.h. Sie teilen das Körpergewicht durch 5 = tägliche Trinkmenge in ml. Ab dem vierten Lebensmonat nehmen die Kinder durchschnittlich wöchentlich zwischen 130-200 g zu. Andere organische Ursachen sind ebenfalls auszuschließen z.B. das Zahnen und bei Unsicherheit bitte mit dem Kinderarzt abklären. Ganz wichtig ist ein geregelter Tagesablauf und -rhythmus mit festen Mahlzeiten und Schlafzeiten. Zudem ist Ihr Sohn in der Lage zu lernen, daß er sich auch alleine beschäftigen kann z.B.bei alltäglichen Dingen wie wenn Sie duschen, kochen, putzen...bedeutet, daß er zwar in unmittelbarer Nähe sein kann aber eben nicht immer Anspruch hat, daß er bei Ihnen auf dem Arm ist. Solange er aus diesem Grund dann nörgelt, darf er auch eine kleine Weile nörgeln- das bestimmen und regeln letztendlich Sie selbst, wie Sie hier vorgehen möchten. Beziehen Sie ihn auch ruhig mit ein- er kann sich ja z.B. beim Kochen mit einem Löffel beschäftigen oder Ähnliches. Daß er das lernen kann ist Ihre Pflicht die Zeiten entsprechend so einzurichten, daß auch Sie in die Lage kommen, Ihren Dingen nachzukommen. Dann wird es für Beide geregelter und über kurz oder lang wird auch Ihr Sohn sich damit abfinden können und zufriedener sein. Ich weiß, daß Theorie und Praxis manchmal weit voneinander entfernt sind, aber letztendlich bestimmen Sie, wie es läuft!
Mit freundlichen Grüßen

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