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"Kind 4,5M schreit hysterisch bei Erschrecken - wie ändern?"

Anonym

Frage vom 03.05.2003

Etwas kompliziert: Als ich mit meiner (heute 4,5 Monate alten)11 Wochen alten Tochter zur Babygymnastik gehen wollte, fing sie hysterisch an zu schreien. Dieses Schreien verfolgt uns bis heute, wenn sie sich erschreckt. Manchmal 2x die Woche, dann 14 Tage nicht. Meistens wenn sie einen Mann laut sprechen hört. Der Kinderarzt meinte bei der U4 das dies mit Geburt (Saugglocke) zu tun haben kann. Ihr Tonus ist sehr stark und die eine Körperseite etwas stärker ausgebildet als die andere. Er verordnet Krankengym., weil sie auch häufig überspannt (Kopf in den Nacken, Blick nach oben). Bei der Therapie hat sie dann wieder geweint, so daß sie nicht zeigen konnte, was sie schon kann (Gegenstand kurz festhalten, auf Unterarmen hochstemmen, auf Seite drehen). Therapeutin meint nun, sie sei nicht zeitgemäß entwickelt und müßte sich drehen können, auf ganzem Arm hochstemmen und auch gerne auf dem Bauch liegen. Mir scheint das alles nicht so zu sein. Ich stelle lediglich die leichte Vorzugsseite fest und das Überstrecken. Aber mein eigentliches Problem bleibt: Was soll ich nur gegen dieses furchtbare Schreien tun? Ansonsten ist sie gut gelaunt, lacht viel, schläft seit der 8. Woche durch und hat noch nie etwas anderes als Muttermilch getrunken. Kann Cranio-Sacrale Therapie helfen?

Anonym

Antwort vom 05.05.2003

Da der Auslöser des Schreiens ja erstmal unbekannt ist, ist Ihre Reaktion auf diesen Zustand äußerst wichtig. Ihre Tochter braucht in dem Moment Halt, Sicherheit und Geborgenheit von Ihnen, solange, bis sie sich beruhigt hat. Versuchen Sie ebenfalls, bereits auslösende Gegebenheiten zu vermeiden. Vermitteln Sie Ihrer Tochter, daß Sie in dem Moment unabhängig von der Situation, ganz für sie da sind. Wenn Sie mit der Therapeutin nicht ganz einer Meinung sind bzw. von sich aus nicht ganz nachvollziehen können oder nicht teilen können, was diese diagnostiziert, so holen Sie sich bitte eine dritte Meinung. Entweder es wird bestätigt oder aber nicht bzw. verhilft vielleicht dazu, Sie als Eltern auch mit in die Beobachtung miteinzubeziehen, denn Sie kennen Ihre Tochter am Besten und verbringen die meiste Zeit mit ihr. Eine Therapie kann nur dann Erfolg haben, wenn Sie als Eltern voll dahinter stehen und verstehen, um was und wozu es geht. Meiner Meinung nach ist Babymassage eine gute Möglichkeit, Ihrer Tochter Hilfestellung zu geben. Dadurch erfährt sie ihren eigenen Körper, Sicherheit, Geborgenheit und Sie kommen ganz eng über die Körperberührung in Kontakt mit ihr bzw. in einen Zustand von Entspannung aber gleichzeitig auch von Sinnesanregung-und Wahrnehmung. Ich empfehle Ihnen das Buch von F. Leboyer<Sanfte Hände> ISBN:3-466-34021-7. Hier finden Sie die traditionelle Babymassage beschrieben und können sich diese auch selbst in gewohnter Umgebung zu Hause aneignen. Zudem finden Sie in den kurzen Texten indirekt auch Antworten auf die Frage nach dem Schreien. Eine Craniosacrale Therapie hat als Ziel die Optimierung der Funktion des Nervensystems herbeizuführen. Es ist eine sanft nicht invasive Therapieform und wird bei allen Symptomen angewendet, bei denen eine zentral neuronale Dysfunktion im Vordergrund steht. Ob diese Therapie für Ihre Tochter geeignet ist, kann nur ein solcher Therapeut entscheiden. Es ist wichtig, daß der Therapeut in der Lage ist, auf Ihre Tochter einzugehen bzw. individuell auch das Wesen Ihres Kindes miteinzubeziehen- ein Kind kann nicht ausschließlich nur in ein Raster eingeordnet werden, wonach es wann was tun muß, sondern dies dient lediglich als Anhaltspunkt für eine individuelle Entwicklung.
Mit freundlichen Grüßen

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