Themenbereich: Stillen allgemein

"Liegt es an meiner Brustwarze? Was kann ich tun?"

Anonym

Frage vom 06.09.2003

Hallo Ihr lieben Hebammen! Mein Sohn, jetzt 8Wochen alt, kam 4Wochen zu früh. Er hatte anfangs Probleme an der Brust zu trinken und bekam abgepumpte Milch. Inzwischen klappt es auf der einen Seite super. Doch auf der anderen Seite habe ich immer noch starke Schmerzen beim Stillen. Mein Sohn schnallzt immer mit der Zunge und verliert dann die Brustwarze ein Stückchen. Dann saugt er wieder an und zieht die Warze durch seine Zahnleiste, was natürlich weh tut. Auf der anderen Seite ist das nur manchmal so und tut auch nicht weh. Ich habe es schon mit Stillhütchen versucht, doch da nuckelt er dann nur. Liegt es an meiner Brustwarze? Was kann ich tun? Alle Versuche die Warze abzuhärten haben nichts gebracht. Habt Ihr einen Rat für mich? Dann noch ein Problem: Seit 2 Wochen läßt er während des trinkens immer wieder los und schreit ganz jämmerlich. Dazu zappelt er wild herum. Muß ihn dann immer wieder hochnehmen und beruhigen. Gewicht ist in Ordnung. Kann das nur an den Blähungen liegen? Kann ich meinem Spatz irgendwie helfen? Mir vergeht langsam richtig die Lust am Stillen. Ich danke Euch jetzt schon. Liebe Grüße!

Anonym

Antwort vom 07.09.2003

-Am besten ist es, wenn Sie sich an eine Hebamme vor Ort wenden, die sich eine Sillmahlzeit anschauen und Ihnen Tipps zum korrekten Anlegen geben kann (Adressen über Ihre Entbindungsklinik oder Gesundheitsamt). Vielerorts gibt es Stillgruppen, Stillcafees oder Beratungsangebote der Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen (AFS, www.afs-stillen.de) oder der La Leche Liga (LLL, www.lalecheliga.de), sowie Laktationsberaterinnen (www.bdl-stillen.de), deren Hilfe Sie in Anspruch nehmen können. Häufig sind es nur kleine Veränderungen beim Anlegen an die Brust, die das Stillen erleichtern, sodass es Ihnen wieder Spaß macht.
Wenn Ihr Sohn an der Brust Schnalzgeräusche macht, ist er wahrscheinlich nicht optimal angelegt. Das führt dazu, dass er die Brustwarze nicht richtig erfassen kann und diese verletzt. Deshalb haben Sie auch Schmerzen beim Stillen. Achten Sie beim Anlegen auf eine gute Stillposition, d.h. Ihr Sohn sollte so liegen, dass sein gesamter Körper Ihrem Körper zugewandt ist. Ohr, Schulter und Hüfte Ihres Babys bilden eine Linie, und das Kind kann ihre Brust anschauen, ohne den Kopf drehen zu müssen. Der Mund Ihres Sohnes befindet sich in Höhe der Brustwarze. Führen Sie beim Anlegen immer Ihr Baby zur Brust und nicht umgekehrt Ihre Brust zum Kind. Stützen Sie sich mit Kissen so ab, dass Sie Ihre Schultern und Arme während des Stillens entspannen können. Probieren Sie auch verschiedene Stillpositionen aus, wie z.B. den Rückengriff. Wenn Sie im Rückengriff die rechte Seite anlegen, „klemmen“ Sie sich Ihr Baby unter den rechten Arm. Der Bauch ihres Kindes liegt eng an Ihrer rechten Seite, und die Beine zeigen nach hinten. Po und Kopf Ihres Sohnes befinden sich in gleicher Höhe, und Ohr, Schulter und Hüfte liegen in einer Linie. Sein Kopf ruht in Höhe der Brustwarze in Ihrer rechten Hand. Stützen Sie sich mit Kissen ab, damit Ihnen Ihr Sohn nicht wegrutscht und Sie beim Stillen entspannen können. Vielleicht trinkt Ihr Sohn besser, wenn Sie ihn im Liegen stillen.
Wechseln Sie zwischen dem Wiegengriff, dem Rückengriff und dem Stillen im Liegen. Ihr Sohn muss beim Trinken die Brustwarze und einen Teil des umliegenden Brustgewebes erfassen. So kann er genug Milch entleeren und die Brustwarzen werden geschont.
Nochmals möchte ich Ihnen dringend raten, die oben genannten Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen.

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