Themenbereich: Stillen allgemein

"Das ist für das Stillen auch genau richtig..."

Anonym

Frage vom 21.09.2003

Meine drei Monate alte Tochter will seit einer Woche nur noch alle 4 Stunden trinken. Bis vor einiger Zeit noch alle 3 Stunden, manchmal auch 2 Stunden. Ich dachte Sie trinkt dann vielleicht länger wenn Sie alle 4 Stunden kommt. Sie trinkt jedoch fast noch kürzer als früher, max. 10 min. pro Seite. Bei der zweiten Seite fängt Sie dann meist schon nach ein paar Minuten zu weinen und quengeln an. Sie weint dann richtig und wenn ich Sie von der Brust wegnehme lacht Sie mich gleich an. Kann das sein, dass ich, da Sie nur mehr alle 4 Stunden trinkt, mehr Milch habe und Sie schneller genug hat? Sie hat auch immer volle Windeln und ist ein ganz glückliches, braves, zufriedenes Kind. Ich mache mir nur ein bisschen Sorgen, da Sie nur so kurz trinkt und hoffe das Sie trotzdem genug bekommt. Warum weint Sie nach einigen Minuten an der zweiten Brust? Die erste trinkt Sie schnell und zufrieden. Manchmal möchte Sie auch nicht trinken wenn Sie die Verdauung quält, aber das merke ich, da verhält Sie sich anders, wird unruhig, lässt die Brust immer wieder los und sucht Sie dann wieder und Winde gehen dabei ab. Was kann das also sein wenn Sie zu beim Trinken zu weinen beginnt und aufhört? Weint Sie wirklich nur weil Sie satt ist?

Ein großes Lob möchte ich auch noch aussprechen. Ich bekomme von Ihnen immer große Hilfe auch ohne Krankenschein. Mein FA bekommt zwar bezahlt, jedoch beantwortet er die meisten Fragen nur sehr kurz und bei weitem nicht so toll und verständlich wie das Online-Hebammenteam. Vielen DANK!

Anonym

Antwort vom 22.09.2003

-Vielen Dank für ihr Vertrauen und die motivierende Rückmeldung. Schön, dass Ihnen unsere Hebammensprechstunde gefällt!
Ihre Tochter wurde bisher offenbar immer nach Bedarf gestillt (d.h. so oft sie Hunger angemeldet hat und so lange sie wollte). Das ist für das Stillen auch genau richtig. Sie können unbesorgt sein, wenn die Kleine jetzt längere Pausen zwischen den einzelnen Mahlzeiten einlegt und die einzelnen Stillmahlzeiten schneller beendet sind. Die Rhythmen der Säuglinge können sich immer wieder verändern. Möglicherweise gibt es demnächst auch wieder Tage, an denen sie sich alle zwei oder drei Stunden zum Trinken meldet. Solange Ihre Tochter gut gedeiht müssen Sie gar nichts ändern und können unbesorgt sein. Das gute Gedeihen erkennen Sie an folgenden Kriterien: Sie hat vier bis sechs nasse Windeln am Tag, und der Urin ist hell und geruchlos. Ihr Baby trinkt sechs bis acht Mahlzeiten in 24 Stunden, wobei es effektiv saugt und hörbar schluckt (die Trinkdauer kann variieren). Die Stühle stinken nicht (Der Stuhlgang kann bei einem voll gestillten Kind auch mehrer Tage aussetzen, das ist ganz normal!). Die große Fontanelle ist nicht eingesunken. Ihre Tochter hat eine rosige Gesichtsfarbe und einen warmen Körper. Neben unterschiedlich langen Schlafphasen gibt es immer wieder Wachzeiten, in denen sie reaktionsfreudig ist. Sie ist weder schlaff noch apathisch. Sie macht insgesamt einen zufriedenen Eindruck und lässt sich durch verschiedene Maßnahmen beruhigen. Sie nimmt altersgemäß an Gewicht zu ( etwa 90 bis 150 Gramm pro Woche bis zum sechsten Monat).
Ihre Beobachtung ist ganz richtig: Höchstwahrscheinlich haben Sie viel Milch, sodass Ihre Tochter schon satt ist, wenn sie eine Seite getrunken hat. Sie möchte nicht mehr trinken als sie braucht. Folgen Sie einfach dem Rhythmus, den die Kleine bestimmt. Sie trinkt jetzt offensichtlich schon zügig und konzentriert, sodass sich die Stilldauer erheblich verkürzt hat. Falls Sie irgendwann wieder häufiger trinken möchte, legen Sie die Kleine wieder öfter an die Brust. Dann hat sie evtl. einen Wachstumsschub und regt durch häufiges Saugen die Milchbildung an. Vorerst können Sie ganz unbesorgt sein und Ihr zufriedenes Baby genießen. Alles Gute für die weitere Stillzeit.

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