Themenbereich: Stillen allgemein

"scheinbaren Milchmangel"

Anonym

Frage vom 27.10.2003

Hallo,
habe das gefühl das die Milch für meine Tochter (4M u. 2W alt) nicht mehr ausreicht. Möchte aber noch weiter stillen und evtl. Milch zufüttern. Seit ein paar Tagen bekommt sie ein paar Löffelchen Karotten und danach wird Sie gestillt. Was kann ich machen bzw. welche Milchnahrung kann ich zufüttern wenn ich das Gefühl habe es reicht nicht aus. Zuvor kam sie alle 3-4 Std. seit 2 Wochen oft nach 1,5 - 2 Std. Seit 4 Wochen hat sie auch kaum zugenommen.
Herzlichen Dank im voraus.

Mit freundlichen Grüßen
Michaela Lang

Anonym

Antwort vom 28.10.2003

-Meistens gibt es eine Ursache für den scheinbaren Milchmangel. Es wäre sehr hilfreich, wenn Sie eine Hebamme oder Stillberaterin in Ihrer Nähe um Unterstützung bitten würden. Sie kann sich den Verlauf einer Mahlzeit anschauen, mit Ihnen nach den Ursachen für die Situation forschen und das gesunde Gedeihen im Auge behalten (Ihr Kind sollte ca. 90 – 150 Gramm pro Woche zunehmen). Kommen Sie regelmäßig zum Essen und Trinken? Trinkt Ihr Baby lange genug an jeder Seite, so dass es auch in den Genuss der kalorienreichen Hintermilch kommt und nicht nur die durstlöschende Fordermilch trinkt? Gab es vielleicht viel Unruhe oder Stress in den vergangenen Wochen oder hat sich etwas in Ihrer Umgebung verändert? Gab es besondere Ereignisse oder viel Aufregung? Sind Sie durch irgendwelche Begebenheiten angespannt? Manchmal kommt es vor, dass dadurch der Milchfluss gehemmt ist und die Kinder nicht so viel trinken können wie eigentlich vorhanden ist oder unruhig werden, wenn die Milch nicht so schnell fließt wie sie es gewohnt sind. Entspannen Sie sich beim Stillen, legen Sie vor dem Stillen ein warmes Kirschkernsäckchen oder einen warmen Waschlappen auf die Brust. Das fördert den Milchfluss. Vor dem Anlegen können Sie die Brust ein wenig vorbereiten und einstimmen, um den Milchfluss in Gang zu bringen (falls das die Ursache für das Problem ist). Eine sanfte Brustmassage lockert das Gewebe und erleichtert das Fließen der Milch. Hierzu legen Sie Zeige- und Mittelfinger einer Hand auf den oberen, äußeren Rand der Brust und massieren mit sehr sanftem Druck und kleinen kreisenden Bewegungen einige Sekunden auf einer Stelle. Dann setzten Sie die Finger drei Zentimeter weiter und massieren wieder kreisend. Umwandern Sie auf diese Art und Weise die ganze Brust spiralförmig (auf einer gedachten Spirale) von außen nach innen, bis Sie beim Warzenvorhof angelangt sind. Massieren Sie die andere Seite genauso. Anschließend streichen Sie mit den Handinnenflächen sanft von allen Seiten über Ihre Brüste und die Brustwarzen. Zum Schluss beugen Sie sich vorn über und schütteln leicht und sanft die Brüste aus. Jetzt können Sie mit dem Stillen beginnen. Legen Sie während des Stillens einen warmen Waschlappen oder ein warmes Kirschkernsäckchen auf die Brust. Wärme erweitert die Gefäße und fördert den Milchfluss. Gehen Sie das Stillen mit Ruhe und Gelassenheit an, atmen Sie ruhig ein und aus, entspannen die Schultern, lassen den Mund ganz locker und stellen Sie sich in Ihrer Phantasie einen fließenden Bach oder eine sprudelnde Quelle vor. Vielleicht hören Sie im Hintergrund Entspannungsmusik oder Ihre Lieblingsmusik und trinken zwischendurch einige Schlucke Tee oder Wasser. Die Unruhe Ihres Babys kann viele Ursachen haben. Das muss nicht unbedingt ein Milchmangel sein. Mit dem Zufüttern von Beikost können Sie frühestens ab dem fünften, besser Anfang des siebten Lebensmonats beginnen. Nehmen Sie die Beratungsangebote in Anspruch, denn Sie können mit ein wenig Unterstützung sicherlich weiter voll stillen.
Adressen von Hebammen bekommen Sie über Ihre Entbindungsklinik oder Ihr Gesundheitsamt. Kontakt zu Stillberaterinnen: Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen (AFS): www.afs-stillen.de, La Leche Liga (LLL), www.lalecheliga.de, Adressen von Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC: www.bdl-stillen.de

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