Themenbereich: Stillen allgemein

"Abends unruhiger!"

Anonym

Frage vom 01.11.2003

Hallo Hebammenteam, ich stille meine 5W alte Tochter voll.
Sie kommt meistens alle 4 Stunden, manchmal muß ich sie auch nach 5-6 Stunden holen, da ich sonst Probleme mit meinen Brüsten habe.
Ich stille nach dem Rat der Hebamme ca. 1 Stunde, ca. 30 min an jeder Brust.
Dabei achte ich regelmäßig darauf, daß die Kleine ihren ersten Hunger auch an der einen Brust stillen kann, bevor ich sie an der anderen Brust anlege. Dort lasse ich sie trinken bis sie satt ist.
Ab den Abendstunden ist sie wesentlich unruhiger als am Tag. Nach dem Stillen gegen 17.00 Uhr scheint sie irgendwie nicht satt zu werden. Sie zeigt, nachdem ich sie in ihr Bett lege, immer wieder Hungerzeichen, schläft beim erneuten Anlegen jedoch wieder ein. Beim erneuten zu-Bett-legen wird sie wieder wach, will an die Brust und schläft erneut ein. Damit sich dies nicht über Stunden hinzieht, trage ich sie abends immer mal auf dem Arm oder lege sie mir auf den Bauch. Auch gebe ich ihr Fencheltee.
Sie trinkt dann zusätzlich nach dem Stillen noch mal 30-40 ml Tee, ist dies in Ordnung?
Ich habe Bedenken, daß sie sich an diesen Ablauf gewöhnt und dann irgendwann nicht mehr an die Brust will!!
Ohne den Fencheltee kann man die Kleine jedoch schlecht beruhigen. Den Schnuller will sie nicht und auf dem Arm oder Bauch legen reicht auch nicht aus. Lege ich sie an die Brust, schläft sie wieder ein und wird später nach 15 min wieder wach und schreit.
Soll ich weiter den Fencheltee verabreichen, oder gibt es eine andere Lösung? Warum ist dies immer in den Abendstunden?

Vielen Dank für Ihre Antwort.
Petra Straub

Anonym

Antwort vom 03.11.2003

-Das Verhalten Ihrer Tochter ist ganz normal. Es kommt sehr häufig vor, dass Säuglinge in den ersten Lebenswochen abends eher unruhig sind als am Tag. Vielleicht haben Sie dieses in der Schwangerschaft auch schon bemerkt. Die Kinder müssen sich erst an einen Rhythmus gewöhnen. Grundsätzlich benötigen Säuglinge außer der Muttermilch keine anderen Flüssigkeiten (wie z. B. Fencheltee) und sollten nicht daran gewöhnt werden, regelmäßig Tee zu trinken. Die meisten Säuglinge haben in den ersten Lebenswochen einen sehr unregelmäßigen Rhythmus: Es gibt Phasen, in denen sie größere Schlaf- und Ruhepausen einlegen und andere Phasen, in denen sie sehr häufig mit nur kurzen Pausen trinken bevor sie wieder eine längere Schlafzeit einlegen . Dann entsteht leicht der Eindruck, dass das Baby nicht satt wird, die Milch nicht sättigend oder nicht ausreichend vorhanden ist. Das ist allerdings fast nie der Fall. Wenn Ihr Baby am Tage viel schläft, möchte es abends vielleicht mehr Nähe, Kontakt oder Bewegung und schläft deshalb nicht in ihrem Bettchen. Gewähren Sie Ihrer Tochter viel Körperkontakt und direkten Hautkontakt, möglichst auch im Laufe des Tages. Beruhigend wirken: Singen von Liedern, Tragen sie im Tragetuch- oder Sack, Baden z.B. im Badeeimer mit anschließender Massage, Entspannungmusik, ein schöner Duft aus der Duftlampe, Kontakt und Austausch mit anderen stillenden Müttern. Vielerorts gibt es Stillgruppen oder Stillcafees der Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen (AFS, www.afs-stillen.de) oder der La Leche Liga (LLL, www.lalecheliga.de), sowie Laktationsberaterinnen (www.bdl-stillen.de), die Sie herzlich willkommen heißen.
Vielleicht hilft es auch, wenn die Kleine am Tag etwas mehr zu sich nimmt und nicht fünf oder sechs Stunden schläft. Sie können sie spätestens vier Stunden nach der Mahlzeit sanft wecken und wieder anlegen.
Ein sehr hilfreiches Buch zum besseren Verständnis des Verhaltens und der Bedürfnisse von Säuglingen möchte ich Ihnen empfehlen: Sears, William: Schlafen und Wachen. Ein Elternbuch für Kindernächte. 1991, zu beziehen über La Leche Liga (www.lalecheliga.de)

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