Themenbereich: Stillen allgemein

"geringe Gewichtszunahme, 3 Monate"

Anonym

Frage vom 31.12.2003

Hallo Hebammenteam,
bis jetzt haben Ihre Tipps und Anregungen gut geholfen. Doch leider haben wir wohl ein neues Problem:
Ich stillte unsere Tochter (3 Mon) bisher voll. Da sie gerade mal 4500 Gramm wiegt soll ich nun zufüttern. Ich biete ihr nach dem Stillen ein Fläschen an, wovon sie unregelmäßig trinkt.
Die Stillzeiten an den Brüsten werden immer kürzer, obwohl ich noch genügend Milch habe. Sie ist beim Trinken sehr unruhig, schreit und bäumt sich von der Brust weg. Da wir die Kleine vor und nach dem Stillen wiegen soll, merke ich ,dass sie teilweise nur 90-100 Gramm Unterschied hat. Das ist doch viel zu wenig, oder??
Wenn ich mir die anderen Fragen anschaue, lese ich oft, daß die Babys alle 2 Stunden Hunger anmelden! Ich habe das Problem, dass ich die Kleine nach 4 Stunden aufwecken muss, damit ich auf 5-mal stillen komme!! Nachts schläft sie durch und auch tagsüber schläft sie.
Abgesehen vom Schreien beim Stillen ist sie ein aufgewecktes Kind. Ab und zu Blähungen, doch das soll ja weniger werden.
Was kann ich also tun, damit sie beim Stillen ruhiger wird. Ich schaue kein fernsehen, es läuft kein Radio..eigentlich immer eine entspannte Atmosphäre!
Meine Mutter erzählte mir von Hormonen in der Muttermilch und dass man davon Stillkrämpfe bekommen kann. Deswegen musste sie damals auch bei mir mit dem Stillen aufhören.
Hat die Kleine das gleiche Problem?
Vielen Dank für Ihre Antwort und allen einen guten Start ins neue Jahr!!

Anonym

Antwort vom 31.12.2003

-Kinder sollen in den ersten drei Lebensmonaten pro Woche mindestens 100 Gramm zunehmen, ausgehend vom niedrigsten Gewicht nach der Geburt. Offensichtlich trinkt Ihre Tochter zu selten, um eine entsprechende Gewichtszunahme zu erreichen. Wecken Sie die Kleine schon nach drei Stunden, sodass sie wenigstens sechs Mahlzeiten bekommt. Vor dem Anlegen können Sie die Brüste sanft massieren und einen warmen Waschlappen oder ein warmes Kirschkern- oder Getreidesäckchen auflegen. Wärme fördert den Milchfluss. Vielleicht schreit Ihre Tochter, weil sie nicht sofort Milch bekommt, sondern den Milchfluss erst durch Saugen anregen muss, wofür sie zu ungeduldig ist. Die Trinkmengen pro Mahlzeit sind bei Stillkindern ganz unterschiedlich und nicht so festgelegt wie bei Flaschenkindern. Es ist normal, wenn die Kleine z.B. bei einer Mahlzeit nur 100 g trinkt und bei der nächsten Mahlzeit wieder 180g. Das Wiegen vor und nach jeder Mahlzeit kann Sie leicht unter Druck setzen. Wiegen Sie Ihre Tochter lieber alle zwei Tage nackt zur gleichen Uhrzeit, um festzustellen, ob sie mit dem häufigeren Anlegen zunimmt. Sollte das nicht der Fall sein, müssen Sie die Kleine vorübergehend mindestens acht mal in 24 Stunden anlegen und sie zum Stillen wecken. Die Hormone in der Muttermilch verursachen keine Stillkrämpfe. In seltenen Fällen sind es blähende Nahrungsmittel, wie z.B. Knoblauch oder rohe Zwiebeln, die bei den Kindern Blähungen verursachen können. Höchstwahrscheinlich liegt die Ursache der Unruhe Ihrer Tochter während der Stillmahlzeit nicht an den Speisen, die Sie verzehren. Sie können sich an eine freiberufliche Hebamme vor Ort wenden, die zu Ihnen ins Haus kommt und Sie beim Stillen unterstützt. Sie wird sich eine Stillmahlzeit anschauen und Ihnen Tipps zur Verbesserung der Situation geben. Die Kosten dieser Hilfe übernimmt Ihre Krankenkasse. Adressen von Hebammen erhalten Sie bei Ihrer Entbindungsklinik, Ihrer Gynäkologin oder Ihrem Gesundheitsamt. Vielleicht mögen Sie sich auch an eine Stillgruppe oder Stillberaterin vor Ort wenden. Adressen finden Sie unter www.afs-stillen.de, www.lalecheliga.de, www.bdl-stillen.de .

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