Themenbereich: Abstillen

"abstillen mit drei Wochen"

Anonym

Frage vom 21.01.2004

Nach dem ich bereits zum 2. Mal einen Milchstau habe innerhalb von 4 Tagen, habe ich mich entschlossen abzustillen.
Laut meiner Hebamme reicht es, wenn ich viel Salbeitee trinke und die Milch nicht abpumpe, sonder austreiche. Sie meint Abstilltbl. seien so kreislaufbelastend.
Ist das wirklich eine Lösung??? Was ist wenn ich den Tee irrgendwann nicht mehr trinke???
Mein Baby ist erst 3 Wochen alt. Bei uns Eltern liegen keine Allergien vor. Kann ich dann PRE Nahrung verwenden oder wäre HA Nahrung dennoch besser???

Danke für die Antwort!!!!

Anonym

Antwort vom 21.01.2004

Es ist nicht besonders günstig, während des Milchstaus abzustillen. Ein Milchstau löst sich am schnellsten, wenn die Brust häufig (wenigstens alle 3 Stunden) und effektiv entleert wird, am besten durch das Saugen Ihres Kindes beim Stillen. Kühlende Umschläge mit zimmerwarmem Magerquark oder Kohlblättern, die vorher mit dem Nudelholz gequetscht wurden, unterstützen die Lösung des Staus. Der Stau kann sich leichter lösen, wenn Sie Ihr Kind mehrmals am Tag im Vierfüßler-Stand stillen. Dabei legen Sie Ihr Kind in Rückenlage auf Ihr Bett und beugen sich über Ihr Kind, so dass die Brust frei nach unten hängt. Wenn Sie im Sitzen oder Liegen stillen, sollte der Unterkiefer Ihres Kindes immer in Richtung der gestauten Seite zeigen. Wechseln Sie bei jeder Mahlzeit die Stillposition, damit die Brüste gleichmäßig entleert werden. Es ist sehr schade, wenn Sie jetzt schon abstillen. Vielleicht hat sich Ihre Milchmenge noch nicht dem Bedarf Ihres Kindes angepasst und es dauert noch ein wenig, bis Sie sich miteinander eingespielt haben. Zusammen mit Ihrer Hebamme können Sie sicherlich mögliche Ursachen für die Stauungen herausfinden und diese beheben. Wenn Ihr Entschluss zum Abstillen unumstößlich ist, sollten Sie den Abstillprozess erst dann einleiten, wenn der Milchstau abgeklungen ist, um keine Brustentzündung zu riskieren. Sie können hormonell abstillen mit Medikamenten, die ärztlich verordnet werden müssen. Diese wirken sehr schnell milchreduzierend,können aber Ihren Organismus sehr belasten. Etwas langsamer reduzieren Sie Ihre Milchmenge, indem Sie mindestens drei Tage lang jede Stunde fünf Kügelchen des homöopathischen Mittels „Phytolacca D2“ unter der Zunge zergehen lassen (nachts nur, wenn Sie wach werden). Am vierten und fünften Tag nehmen Sie das Mittel alle zwei Stunden und an den folgenden fünf bis sieben Tagen alle drei Stunden, je nach Milchmenge. In der folgenden Woche müsste es ausreichen, das Phytolacca noch drei mal am Tag einzunehmen. Meistens hat sich die Milchmenge dann schon drastisch reduziert, und Sie können wieder Ihre Trinkmenge nach Ihrem Durstgefühl richten. Trinken Sie in der ersten Woche des Abstillens nicht mehr als 1 bis 1 1/2 Liter Flüssigkeit und tragen Sie einen stützenden BH, möglichst auch in der Nacht. Salbeitee und Pfefferminztee können eine milchreduzierende Wirkung haben. Sie müssen Ihre Brüste teilweise entleeren, sobald Sie Druckgefühle haben. Entleeren Sie aber nur so viel, bis die Brüste sich weicher anfühlen (nicht vollständig entleeren, denn dann wird die Milchproduktion weiter angeregt). Sie können die Milch mit einer elektrischen Milchpumpe, einer Handpumpe oder von Hand gewinnen und die Muttermilch mit der Flasche füttern. Zusätzliche kühlende Umschläge unterstützen den Prozess. Nach einigen Tagen werden Sie feststellen, dass Sie immer seltener den Druck entlasten müssen und die Milchbildung zurückgeht. Wenn Sie keine Spannungsgefühle mehr haben, brauchen Sie nicht mehr pumpen oder von Hand entleeren. Die restliche Milch wird vom Körper wieder resorbiert. Wenn Sie Ihr Baby nicht mehr stillen, geben Sie ihm am besten die Pre-Nahrung. Diese Nahrung enthält wie die Muttermilch als einziges Kohlenhydrat Milchzucker und kann nach dem Bedarf des Kindes gefüttert werden. Sie müssen sich mit dieser Nahrung nicht an einen festen Fütterungszeitplan halten. Bleiben Sie möglichst bis zum sechsten Lebensmonat Ihres Kindes bei der Pre-Nahrung und füttern Sie diese unter Zugabe angemessener Beikost (beginnend ab sechsten bis siebten Lebensmonat) bis zum Ende des ersten Lebensjahres. Bevor Sie das Stillen wirklich beenden, sollten Sie allerdings ganz sicher sein, dass dieses für Sie der richtige Weg ist. Beraten Sie sich noch einmal mit Ihrer Hebamme.

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