Themenbereich: Abstillen

"9 Monate, abstillen"

Anonym

Frage vom 02.02.2004

Hallo liebes Hebammenteam,
meine Tochter, 9 Monate, wurde bis 5,5 Monate voll gestillt. Habe dann langsam mit dem Zufüttern begonnen. Jetzt ist sie so weit, daß sie nur noch Abends, Morgens und in der Nacht gestillt wird. Ich habe aber das Gefühl, daß sie Nachts aufwacht und Hunger hat. Ich stille sie dann, was aber dann zum Teil nur 2 (maximal 4) Stunden anhält. Ich muß dazusagen, daß ich mittlerweile durch das Stillen schon ganz schon abgenommen haben (Bin 5-6 kg leichter als vor der Schwangerschaft). Ich dachte ich könnte ihr jetzt Abends eine Flsche geben damit sie durchschläft (sie hat schon durchgeschlafen, bis vor ca 4-6 Wochen) und sie nur noch in der Früh stillen. Wenn ja was soll ich ihr dann für Nahrung geben? Sie ist allergiegefährdet. Habs gestern Abend mit Milupa HA Milch versucht. Mein Mann hätte sie ihr gegeben. War eine Katastrophe. Diese Milch riecht ja ziemlich streng. Die Kleine wollte auf keinen Fall aus der Flasche trinken. Sie liebt einfach "ihren" Busen. Ich möchte sie jetzt auch nicht gewaltsam Abends davon entwöhnen. Denken Sie das kommt von alleine, daß sie nicht mehr am Busen trinken will? Könnte ich ihr schon Kuhmilch geben? Evtl mit Wasser verdünnen oder mit Getreide einen Getreideschleim daraus machen? Bei der HA Milch bin ich halt auch wegen des hohen Zuckergehalts nicht sehr begeistert.
Ich würde mich freuen, wenn Sie mir zu meinen Fragen Ihre Meinung und Ihre Erfahrungen mitteilen können. Herzlichen Dank.

Gibis Stephanie

Anonym

Antwort vom 02.02.2004

Viele Kinder, die lange in den Genuss von Muttermilch gekommen sind, lehnen die künstliche Säuglingsnahrung ab. Ha-Milch schmeckt bitterer als Muttermilch und ist in der Zusammensetzung weit von der Muttermilch entfernt. Es ist doch schön, dass Ihre Tochter Ihren Busen liebt und deutlich zeigt, dass für sie die Zeit des Abstillens noch nicht gekommen ist. Lassen Sie ihr getrost noch etwas Zeit. Kuhmilch soll im ersten Lebensjahr nicht als Getränk gegeben werden. Am einfachsten wäre es, wenn Sie bis zum Ende des ersten Lebensjahres ein bis zwei Stillmahlzeiten beibehalten. Sie können Ihrer Tochter abends einen Milch-Getreide-Obst-Brei anbieten und sie anschließend nach Bedarf noch stillen. Als Getreidesorten bieten sich Reis- und Hirseflocken an, die in die Flüssigkeit eingestreut werden (Bioladen oder Reformhaus). Sie können ihr zu jeder Beikostmahlzeit und auch zwischendurch ein Getränk (ungesüßter Kräuter- oder Früchtetee , Wasser) aus dem offenen Becher oder einer Trinktasse anbieten. Mit der Zeit wird sie das Trinken sicher beherrschen. Bitte lassen Sie sich von Ihrer Kinderärztin darüber beraten, wie stark die Allergiegefährdung Ihres Kindes ist und welche Milch Sie für die Herstellung des Breies verwenden sollen. Wahrscheinlich können Sie jetzt schon 3,5 % Vollmilch benutzen. Die Milch ist wesentlich besser verdaulich und verträglich, wenn sie im Brei verarbeitet ist. Nur bei schwerer Allergiegefährdung wird die Verwendung von HA-Breien empfohlen.Im ersten Lebensjahr sind die Kinder noch sehr unrhythmisch und verändern häufig ihr Schlafverhalten. Das hat nicht unbedingt etwas mit der Ernährung zu tun. Vielleicht benötigt Ihre Tochter im Moment sehr viel Nähe und Kontakt. Sie werden vermutlich schneller zur Ruhe kommen und mehr schlafen, wenn Sie die Kleine mit in Ihr Bett nehmen und gemeinsam schlafen. Vielleicht bekommt sie auch Zähne und wacht deshalb häufiger auf. Falls Sie diesen Verdacht bestätigen können, geben Sie ihr mehrmals am Tag einen kalten Beißring.

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