Themenbereich: Abstillen

"Essverhalten und abstillen"

Anonym

Frage vom 11.02.2004

Hallo also meine Kleine ist nun 6einhalb Monate alt .Ich habe voll gestillt bis Sie 6 Monate alt war.Nun bekommt Sie Mittags einen Karotten Kartoffel-Brei.Da ist sie aber nur ein halbes Glas(von einem 190ml)danach wird aber nicht mehr gestillt und es reicht ihr gut 3 Stunden.Dann still ich wieder und gib Ihr zusätzlich ein paar Löffel Obstmus.Nun hab Ich angefangen Ihr am abend einen Gute Nacht Brei zugeben Sie isst es schön abern auch nur wieder ein halbes Glas!An der Brust trinkt Sie auch nur 5 Minuten!Ist das denn normal?Sie ist eigentlich auch recht gut gebaut sie hat immerhin 8320gr. mit knapp 7 Monaten!Sie isst immer so wenig hat sie einen zu kleinen Magen?Jetzt würd ich auch gerne ganz abstillen nur wie?Braucht Sie denn trotzdem noch das Fläschchen zwischendurch?Im vorraus vielen Dank

Anonym

Antwort vom 11.02.2004

Sie sollten Ihrer Tochter mehr Zeit lassen bei der Einführung der Beikost. Zum Abstillen ist es noch etwas früh. Vielleicht haben Sie gehört, dass mit der Einführung der Beikost das Stillen ganz schnell beendet werden sollte. Für Ihre Tochter ist es aber viel gesünder, wenn zu den gewohnten Stillmahlzeiten in kleinen Schritten die feste Nahrung (zunächst in Form von Breien) hinzukommt. Wenn Sie langsam und schrittweise die Beikost aufbauen, wird sich nach und nach die Milchmenge in ihrer Brust vermindern und das Abstillen geschieht ganz harmonisch. Grundsätzlich sollte Monat für Monat eine Stillmahlzeit durch eine Beikostmahlzeit ersetzt werden und Woche für Woche ein neues Lebensmittel hinzukommen. Bleiben Sie erst mal bei dem Gemüsebrei am Mittag und geben Sie der Kleinen nur so viel wie sie essen möchte. Sie muss sich ja erst einmal an andere Nahrung als Muttermilch gewöhnen. Ihr Magen ist mit Sicherheit groß genug. Mit dem Stillen hat sie gelernt, ihren Bedarf selbst zu regulieren (mal hat sie häufiger und mehr getrunken, mal weniger). Diese Selbstregulation sollten Sie jetzt beibehalten. Achten Sie beim Füttern weniger auf Grammzahlen als auf den Appetit Ihrer Tochter. Im 7. Lebensmonat beginnen Sie dann mit dem Milch-Getreide-Obstbrei am Abend. Da der Gute-Nacht-Brei sehr viel Zucker enthält, ist es besser, wenn Sie den Brei selbst herstellen. Hierzu kaufen Sie Hirse- oder Reisflocken zum Einstreuen in heiße Flüssigkeit (Reformhaus, Bioladen, gut sortierter Drogeriemarkt). Sie können den Brei mit 3,5% Vollmilch herstellen, die Flocken in die heiße Milch einstreuen und gedünstetes Obst (Apfel, Birne) oder etwas Banane untermischen – fertig ist der Brei. Wenn Sie Fertigprodukte kaufen, sollten Sie immer auf die Zutatenliste achten und nicht auf die Altersangabe auf der Packung oder dem Gläschen. Je weniger Zutaten, desto wertvoller das Produkt. Emulgatoren, künstliche Vitaminzusätze, gefriergetrocknetes Obstpulver, Schokolade, Kakao, Aromastoffe und Zuckerstoffe (Glucosesirup, Maltodextrin, Honig, Milchzucker, Lactose, Fruchtzucker, Fructose, Ahornsirup) gehören nicht in einen gesunden Kinderbrei. Einige dieser Stoffe sind aber leider in den meisten Fertigmischungen zu finden. Süße Kost tut Babys nicht gut , schädigt auf Dauer ihre Zähne und gewöhnt sie an den süßen Geschmack. Üben Sie mit Ihrer Tochter auch das Trinken aus dem offenen Becher oder einer Trinktasse. Die Flasche können Sie ganz umgehen. Geeignete Getränke sind Wasser und ungesüßte Früchte- und Kräutertees ohne Aromastoffe. In der Broschüre „Gesunde Ernährung von Anfang an “ (Verbraucherzentrale Hamburg, Tel. 040/24832-20, E-Mail: info@vzhh.de ) finden Sie wertvolle Informationen und Hintergründe zur schonenden Einführung der Beikost. Falls Sie jetzt aber doch schnell abstillen wollen, müssen Sie Ihrer Tochter bis zum Ende des ersten Lebensjahres künstliche Säuglingsnahrung mit der Flasche füttern. Milch sollte als Getränk erst nach dem ersten Geburtstag eingeführt werden. Wenn Sie weniger stillen oder sofort aufhören (wovon ich abrate) besorgen Sie sich eine Handpumpe, um die Brust zu entlasten, sobald sie gefüllt ist. Pumpen Sie dann so viel Milch ab, bis die Brust weicher ist (nicht leer pumpen). Trinken Sie zwei bis drei Tassen Salbei- oder Pfefferminztee und reduzieren Sie insgesamt die Trinkmenge für einige Tage. Die Milchmenge wird dann langsam zurückgehen. Ich rate Ihnen sehr zu dem oben beschriebenen Weg. Für weitere Fragen stehen wir gern zur Verfügung. Sie können sich auch an eine Hebamme oder Stillberaterin in Ihrer Nähe wenden.

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