Themenbereich: Stillen allgemein

"Zwiemilchernährung"

Anonym

Frage vom 11.02.2004

Hallo,
meine Tochter ist 14 1/2 Wochen alt. Mit 5 Wochen wog sie 4510g, war 56cm groß. Mit 13 Wochen wog sie 5500g, war 63cm groß. Für ihr Alter recht groß, leider für diese Größe zu leicht. Der Arzt meinte ich sollte zusätzlich Milchnahrung geben im Anschluss an das Stillen, da ich das Gefühl äußerte nicht mehr genügend Milch zu haben ( im Laufe des Tages immer größere Unruhe des Babys an der Brust, nach 5min schon fertig, ungeduldig ). Ich versuche nun die Zwiemilchernährung seit 1 1/2 Wochen, lege oft an und versuche bis ich wieder mehr Milch habe, mich mit der Milchzusatznahrung über Wasser zu halten. Wie lange dauert es bis das ausschließliche Vollstillen evtl. wieder reibungslos klappt ?

Anonym

Antwort vom 12.02.2004

Sie sollten sich unbedingt an eine Hebamme oder Stillberaterin in Ihrer Nähe wenden, die Sie persönlich beraten und beim Stillen unterstützen kann. Dann kann es vermutlich sehr bald wieder reibungslos klappen. Hebammenhilfe steht Ihnen bis zum Ende der Stillzeit zu und die Kosten trägt Ihre Krankenkasse. Die Internetberatung ist bei Ihrer Frage nur sehr begrenzt möglich, da ich das Verhalten Ihres Kindes während des Stillens nicht beurteilen kann. Dennoch kann ich Ihnen einige Tipps geben, die Sie beachten können. Das Zufüttern künstlicher Säuglingsnahrung ist nicht die optimale Lösung wenn Sie weiter stillen wollen. Viel sinnvoller ist es, nach den Ursachen zu forschen und diese zu beheben. Dabei kann Ihnen eine Stillexpertin wirklich eine große Stütze sein. Wenn Ihre Tochter nur fünf Minuten an der Brust trinkt, kann es sein, dass sie nicht in den Genuss der fettreichen Hintermilch kommt, sondern überwiegend die durstlöschende, fettärmere Vordermilch trinkt. Diese sammelt sich zwischen den Stillmahlzeiten in den Reservoirs der Milchseen im Bereich des Brustwarzenvorhofs und ist weniger kalorienreich. Vielleicht saugt die Kleine nicht effektiv und stimuliert zu wenig die Milchbildung. Achten Sie beim Anlegen darauf, dass der gesamte Körper Ihrer Tochter Ihrem Körper zugewandt ist (Bauch an Bauch). Dabei müssen Ohr, Schulter und Hüfte des Kindes immer eine Linie bilden. Die Kleine darf den Kopf zum Trinken nicht abwinkeln, dann kann sie nicht gut saugen und schlucken. Sie sollten beim Stillen deutliche Schluckgeräusche hören. Versuchen Sie, bei jeder Mahlzeit beide Seiten anzulegen. Vielleicht hilft es, wenn Sie zwischendurch wickeln. Stillen Sie Ihre Tochter alle zwei bis drei Stunden in 24 Std. (nach Möglichkeit auch nachts zwei mal ). Sie können vor dem Stillen oder währenddessen einen feuchtwarmen Waschlappen oder ein warmes Kirschkern- oder Getreidesäckchen auf die Brust legen. Das fördert den Milchfluss. Essen Sie möglichst einmal am Tag eine warme Mahlzeit und trinken Sie nach Ihrem Durstgefühl. Gönnen Sie sich Ruhepausen, in denen Sie die Beine hochlegen. Wenn möglich, lassen Sie sich verwöhnen, z.B. mit einer Rückenmassage, einer leckeren warmen Mahlzeit und kleinen Snacks zwischendurch. Vielleicht finden Sie auch Unterstützung im Haushalt und nutzen die Stillpausen zum Ausruhen. Mit diesen Maßnahmen müsste sich schon nach einigen Tagen der Erfolg einstellen. Ob Ihr Baby genug Milch bekommt, erkennen Sie an seinem gesunden Gedeihen: Es hat vier bis sechs nasse Windeln am Tag, und der Urin ist hell und geruchlos. Die Stühle stinken nicht (Stillkinder müssen nicht täglich Stuhlgang haben. Der Stuhlgang kann auch mal zehn Tage auf sich warten lassen). Ihr Kind saugt effektiv an der Brust und schluckt hörbar. Ihre Brust ist nach dem Stillen etwas weicher als vorher. Die große Fontanelle ist nicht eingesunken. Ihr Baby ist rosig und sein Körper warm. Neben unterschiedlich langen Schlafphasen ist es wach und reaktionsfreudig, macht insgesamt einen zufriedenen Eindruck und lässt sich durch verschiedene Maßnahmen beruhigen. Es ist ausreichend, wenn Ihr Kind etwa 115-250 Gramm in der Woche zunimmt. Alles Gute für die weitere Stillzeit.

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