Themenbereich: Stillen allgemein

"wenig Milch beim Abpumpen"

Anonym

Frage vom 22.03.2004

Liebes Hebammenteam.

Ich stille meine 2 Monate alte Tochter und gehe Vollzeit arbeiten. Während der Arbeit pumpe ich die Milch ab. Seit einigen Tagen erhalte ich beim Abpumpen kaum noch Milch (20-30 ml pro Session). Der Milchspendereflex wird nur noch beim Anlegen aktiviert und wenn sich das nicht ganz schnell ändert, werde ich zusätzlich Fertigmilch füttern müssen. Über diese Situation bin ich sehr unglücklich. Was kann ich tun? An meiner Ernährung kann es nicht liegen - ich esse weit mehr, als ich verbrauche und ich trinke ca. 3 Liter am Tag. Gibt es Tricks, die beim Abpumpen den Milchspendereflex auslösen? Sollte ich eine andere Pumpe verwenden, als meine kleine Handpumpe? Bis vor einigen Tagen funktionierte es, wie gesagt, ohne Probleme.
Und wenn ich meine Tochter anlege, klappt das Stillen prima. Bitte helft mir!

Antwort vom 23.03.2004

Das passiert relativ häufig, dass die Milchproduktion nachlässt, wenn viel gepumpt und wenig angelegt wird. Auf alle Fälle können Sie sich eine elektrische Pumpe zulegen (zB von Medela - kann man in der Apotheke od. bei manchen Hebamme ausleihen, der Saugeffekt ist doch stärker als bei der Handpumpe. Ein weiterer Auslöser für die zurückgehende Milchproduktion ist der Stress, dem Sie ausgesetzt sind, einerseits arbeiten zu gehen, dort präsent zu sein und alle Aufgaben richtig und pünktlich zu erledigen und andererseits ein Kind zu haben, das Sie ernähren müssen und wollen. In vielen Frauen löst diese Doppelbelastung ein konstantes schlechtes Gewissen beidem gegenüber aus - Kind und Arbeit - weil es sehr schwer ist, beidem wirklich 100% gerecht zu werden. Wenn dann noch der "ganz alltägliche Wahnsinn" nicht ganz so läuft, wie es sein soll, dann ist es schnell zu viel und wirkt sich auf die milchbildung aus. Wenn Sie können, ziehen Sie sich viel mit Ihrem Kind zurück, lassen Sie sich im Haushalt helfen, vielleicht gibt es Arbeit, die Sie auch von zu Hause aus erledigen können und dafür nicht unbedingt an Ihre Arbeitsstelle gehen müssen,oder andere Möglichkeiten, für Entlastung zu sorgen. Versuchen Sie, Ihre "persönlichen Stressfaktoren" herauszufinden und anzugehen; vielleicht lässt auch das Elternzeitgesetz eine andere Variante zu, die Ihnen in Ihrer Situation gerade besser passen würde? Lassen Sie sich am besten von Ihrer Hebamme beraten, was die Pumpe angeht und besprechen Sie evtl auch mit ihr Ihre Situation. Alles Gute und weiterhin viel Kraft!!

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