Themenbereich: Recht & Rat

"Gefährdung am Arbeitsplatz - wie schützen?"

Anonym

Frage vom 26.05.2004

Mein riskanter Arbeitsplatz und ich. Ein Thema, das mich nicht schlafen lässt. Und deswegen, liebes Hebammenteam, meine Frage an Sie. Ich arbeite als Betreuerin in einem Wohnheim für psychisch Kranke und geistig bzw. mehrfach Behinderte. Leider kam es bei Meinungsverschiedenheiten in den letzten Wochen wiederholt zu Handgreiflichkeiten zwischen Bewohnern und mir. Als kleines Beispiel: ich wurde erst vergangene Woche mit vollen Getränkeflaschen beworfen und am Tag darauf mehrfach geohrfeigt. Leider ist es so, dass manche unserer Bewohner gezielt vorgehen und es ausnutzen würden, von meiner Schwangerschaft ( 10. Woche) zu wissen. Ich habe tierische Angst vor Tritten in den Bauch etc.. Wäre es für mich ratsamer, meinen Beruf einstweilen an den Nagel zu hängen? Ich muss dazu erwähnen, dass ich finanziell nicht darauf angewiesen wäre.

Ich danke Ihnen schon im Voraus für Ihren Rat!

Liebe Grüße

Anonym

Antwort vom 26.05.2004

Hallo,
wenn eine Gefährdung für Sie am Arbeitsplatz vorliegt, wie Sie sie schildern, muss Sie Ihr Arbeitgeber freistellen und Ihnen entweder eine andere Arbeit zuweisen, die nicht so gefährlich ist oder Ihnen, wenn er keine andere Arbeit anzubieten hat, sogar das Gehalt weiterzahlen obwohl Sie gar nicht arbeiten. Dafür muss Ihr Arbeitgeber allerdings von der Schwangerschaft wissen. Ihr Arzt kann Ihnen dazu eine Bescheinigung ausstellen, wenn es nötig sein sollte. Ich würde Ihnen nicht raten auf Ihre Rechte einfach so durch Kündigung zu verzichten. Im Zweifelsfall kann sich ein Gang zum Anwalt lohnen, was meist aber gar nicht nötig ist, weil Ihr Arbeitgeber um die bestimmungen des Mutterschutzgesetzes weiß und sicher nicht gerne eine gerichtliche Auseinandersetzung verliehren möchte.
Alles Gute, Monika Selow

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