Themenbereich: Babyernährung allgemein

"zufüttern mit 5 Monaten"

Anonym

Frage vom 01.06.2004

Hallo,
meine Tochter, 5 Mon. ißt seit 2 Wo. mittags Gläschen. Sie will vom Löffel essen und nicht mehr gestillt werden. Meine Frage: wie muß ich jetzt weiter zufüttern? Abendbrei oder Mittags Getreide/Obstbrei? Soll ich mit Milchfläschchen weitermachen oder kann ich langsam alle Stillmahlzeiten durch feste Kost ersetzen in diesem Alter? Vielen Dank.
PS: Von Karotten kriegt sie einen sehr wunden Po und verstopfung. Was macht man dagegen ?

Anonym

Antwort vom 01.06.2004

-Ihre Tochter kann offensichtlich keine Karotten vertragen. Deshalb müssen Sie ihr ein anderes mildes Anfangsgemüse füttern, das in dem Alter verträglich ist. Da es herkömmlicherweise fast nur Karotten als Einzelgemüse im Gläschen zu kaufen gibt, sollten Sie den Gemüsebrei entweder selbst herstellen oder im Bioladen oder Reformhaus ein anderes Anfangsgemüse im Gläschen kaufen (z.B. Pastinakencreme, Kürbiscreme, Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi). Achten Sie beim Kauf von Gläschen auf die Zutatenliste und bevorzugen Sie Produkte mit wenigen Zutaten, die in etwa den Rezepturen der Selbstherstellung von Breien entsprechen. Im ersten Lebensjahr soll unbedingt auf Zusätze wie Salz, Gewürzmischungen, Aromen, Geschmacksverstärker, Säuerungsmittel, Zucker und andere Süßungsmittel verzichtet werden. Bei den Zuckerstoffen ist besonders auch auf die verschieden Sorten und Benennungen zu achten, wie z.B. Glucosesirup, Maltodextrin, Malzzucker (Maltose), Honig, Milchzucker (Laktose), Fruchtzucker (Fruktose), Saccharose .Hinter diesen Namen verbergen sich Zuckerverbindungen, die ebenfalls zu Zahnkaries und eine Gewöhnung an den süßen Geschmack führen können. Die Gemüsegläschen sollten milcheiweißfrei sein. Wenn Sie sich der Zutaten ganz sicher sein wollen, rate ich Ihnen, die Breie selbst herzustellen. In der Broschüre „Gesunde Ernährung von Anfang an “ (Verbraucherzentrale Hamburg, Tel. 040/24832-20, E-Mail: info@vzhh.de ) finden Sie wertvolle Informationen und Hintergründe zur schonenden und gesunden Einführung der Beikost. Bei der Einführung der Beikost gibt es eine Grundregel, nach der Monat für Monat eine Milchmahlzeit durch eine Breimahlzeit und Woche für Woche ein neues Nahrungsmittel in den Speiseplan eingeführt wird. Nahrungsvielfalt ist absolut nicht nötig, und der Geschmack des Essens richtet sich nicht nach dem Geschmack der Erwachsenen. Bleiben Sie erst einmal bei einer Gemüsesorte (z.B. Kürbiscreme) und beobachten Sie weiter, wie ihr Kind auf die „neue“ Nahrung reagiert. Wenn unangenehme Reaktionen auftauchen, wie z.B. Verstopfung, Hautausschläge, triefende Nase, Atembeschwerden, müssen Sie das entsprechende Nahrungsmittel sofort weglassen und nach Absprache mit Ihrer Kinderärztin/Arzt zu einem späteren Zeitpunkt wieder ausprobieren. Im Abstand von etwa einer Woche können Sie nach und nach andere Gemüsesorten einzeln ausprobieren, wie z.B. Kartoffel, Pastinake, Blumenkohl, Kohlrabi, Fenchel, Spinat, Broccoli, Zucchini. Die neuen Gemüsesorten können Sie mit den jeweils bekannten (wie z. B. Kürbiscreme und Kartoffel) kombinieren. Zur Zeit bekommen Sie diese Gemüse auch frisch im Bioladen, können Sie selbst kochen und nacheinander anbieten. Auf diese Weise können Sie gut beobachten, wie Ihre Tochter auf die verschiedenen Gemüse reagiert und was ihr schmeckt. Wenn Ihre Tochter so viel Brei isst, dass sie hinterher keine Milch mehr trinkt, fügen Sie dem Brei einen Esslöffel (10 g Fett/ 200 g Gemüsebrei) Pflanzenöl mit einem hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren zu, z.B. Maiskeimöl, Rapsöl, Sonnenblumenöl. Nach einem Monat beginnen Sie dann mit dem Milch-Getreide-Obstbrei am Abend als zweite Beikostmahlzeit. Lassen Sie der Kleinen viel Zeit bei dem Übergang vom Stillen auf feste Nahrung und stillen Sie die anderen Mahlzeiten wie gewohnt. Wenn Sie jetzt nicht mehr stillen wollen, was eigentlich sehr schade wäre, müssen Sie der Kleinen statt Muttermilch eine künstliche Säuglingsnahrung füttern. Bis zum Ende des ersten Lebensjahres soll sie noch zwei Milchmahlzeiten am Tag erhalten – am besten Muttermilchmahlzeiten.

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