Themenbereich: Abstillen

"welche Flüssigkeit nach dem abstillen?"

Anonym

Frage vom 04.06.2004

Meine Tochter ist nun fast ein Jahr alt. Sie wird morgends und abends und bei Bedarf in der Nacht gestillt. Schön langsam möchte ich dann abstillen (aus gesundheitlichen Gründen, habe schwere Parodontose)da es während der Schwangerschaft und Stillzeit eine massive Verschlechterung gegeben hat (lt. Arzt wg. Hormonen). Meine Frage nun: Was soll ich ihr als Ersatz anbieten? In mir sträubt sich alles gegen ein Fläschchen mit künstlicher Babymilch. Sie nimmt aber keinen Becher/Glas/Trinklernbecher. Sie nimmt nur das Flascherl wo sie momentan ihr Wasser damit trinkt. Kann ich ihr statt Milchflaschi auch ein Joghurt mit Müsli und Früchten geben? Oder was anderes? Muss es ein Milchflaschi sein? Wieviele Milchmahlzeiten brauchen 1-jährige Babys? Und was muss ich beim Abstillen beachten. Kann ich da noch einen Milchstau bekommen? Kann ich von heut auf morgen aufhören? Am liebsten wär mir ja wenn Sophie selber nicht mehr möchte. Aber sie liebt den Busen so sehr, das macht die Sache nicht grad leichter. Jetzt wo sie nur noch zwei Mahlzeiten bekommt, will sie wieder eine halbe Stunde und länger bei mir nuckeln. Früher haben ihr 5 Minuten pro Seite gereicht. Bin sehr verunsicher und weiß nicht was ich tun soll. Will ihr auch nichts wegnehmen. Kommt eigentlich noch eine "richtige Mahlzeit" raus? Der Busen wirkt immer so leer und nach dem Busen ist sie auch noch gerne ein Stück Brot und hat Durst und will Wasser. Entschuldigung das es jetzt so lange geworden ist und soviele Fragen aufeinmal.

Anonym

Antwort vom 04.06.2004

-Es ist sehr verständlich, dass Sie Ihrer Tochter nach einer so langen Stillzeit keine Flasche mit künstlicher Säuglingsnahrung geben wollen, und das ist auch nicht nötig. Zunächst scheint es mir wichtig, dass Sie zu einer eindeutigen Entscheidung finden, die das Abstillen betrifft. Ihre Tochter liebt den Busen, und das ist ein wunderbares Gefühl. Anfangs schreiben Sie, dass Sie jetzt schön langsam abstillen möchten, was nach einer intensiven Stillzeit auch ganz logisch ist. Danach stellen Sie die Frage nach einem sofortigen Abstillen. Setzen Sie sich mal in Ruhe hin und fühlen Sie in sich hinein, was für Sie und Ihr Kind momentan das Richtige ist. Die Antwort finden Sie in sich selbst. Wahrscheinlich kämpft momentan Ihr Kopf mit Ihrem Bauch (Gefühl). Der Kopf sagt vielleicht: „ Nun hör mal auf mit dem Stillen. Du hast ja schon Parodontose davon bekommen. Außerdem ist die Kleine jetzt schon ein Jahr alt, da stillen die meisten Frauen nicht mehr. Jetzt mach mal schnell Schluss damit. Da kommt sowieso nicht mehr viel Milch.“ Der Bauch sagt hingegen: „ Es ist so schön, dass Sophie das Stillen so genießt, und ich genieße diese innige Zweisamkeit auch noch. Am liebsten würde ich so lange stillen, bis wir beide zu einem schönen Ende der Stillbeziehung kommen –und da kommt es mir auf einen Tag gar nicht an. Eigentlich find ich es gut, dass sie die Milchflasche nicht nimmt und meine Muttermilch und das Stillen vorzieht. Das wollte ich doch auch so gerne.“ Vielleicht finden Sie nach einer inneren Diskussion einen Mittelweg oder Kompromiss, der beiden Seiten gerecht wird. Der könnte beispielsweise so aussehen, dass Sie einen Zeitraum festlegen, in dem Sie die Stillbeziehung beenden möchten und dann gezielt darauf hinarbeiten. Sie können die Stilldauer pro Mahlzeit z.B. auf 15 Minuten begrenzen und mit Sophie weiter das Trinken aus der Tasse üben. Wenn Sie konsequent die Flasche aus dem Verkehr ziehen, wird sie nach anfänglichen Protesten auf den Becher oder die Tasse umsteigen. Es kommt darauf an, dass Sie eine klare Entscheidung treffen und bei der Umsetzung nicht ins Wanken geraten. Ganz wichtig ist es vor allem, dass Sie Ihrer Tochter Ihre Entscheidung mitteilen, wie Sie es Ihrer Freundin erzählen würden. Sagen Sie ihr z.B., wann sie noch an die Brust darf, wie lange sie pro Mahlzeit trinken darf, wann Sie mit dem Stillen aufhören möchten und aus welchen Gefäßen sie Flüssigkeiten zu trinken bekommt. Sie können ihr auch erzählen, wie sehr Sie die Stillzeit mit ihr genießen und dass Sie Ihr auch nah sind und sie lieben, wenn sie nicht mehr gestillt wird. Je klarer und deutlicher Ihre Haltung und Absicht ist, desto einfacher werden Sie mit Ihrer Tochter das umsetzen, wofür Sie sich aus tiefstem Herzen entschieden haben. Falls Sie sofort abstillen wollen, werden Sie keine Abstillmedikamente benötigen. Falls die Brüste doch noch einmal prall werden, können Sie die Milch von Hand ausstreichen oder mit einer Handpumpe entleeren, bis Sie Entlastung spüren. Trinken Sie drei Tassen Salbeitee und schränken Sie die Gesamttrinkmenge für einige Tage etwas ein. Ihre Tochter sollte jetzt zwei Milchmahlzeiten am Tag erhalten. Das können Müsli oder Milchbrei oder Brot-Milch-Mahlzeiten sein. Dabei isst die Kleine Brot mit Obst und Gemüsestückchen und trinkt die Milch aus einer Tasse. Ihre Tochter sollte etwa 350 ml/g Milch und Milchprodukte pro Tag zu sich nehmen.

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