Themenbereich: Stillen allgemein

"Sind das die 3 Monatskoliken?"

Anonym

Frage vom 06.06.2004

Meine 11 Wochen alte Tochter fängt etwa eine halbe Stunde nach jedem Stillen an zu krampfen. Sie zieht die Beine an den Bauch und macht sich krumm. Anfangs schreit sie nicht, erst so nach 10-15 Minuten. Das ganze zieht sich dann so über 1-2 Stunden. Ich stille sie voll etwa 7 mal in 24h. Sie trinkt dann beide Brüste fast leer.
Ich mache mir Sorgen, dass sie zu wenig wiegt. Bei der Geburt waren es 3650g und am 3. Tag 3190g. Jetzt sind es gerade mal 4800g. Dabei hat sie in den letzen 6 Wochen etwa 1200g zugenommen. Müsste sie nicht mehr wiegen??
Dazu muss ich sagen, dass sie etwa 2 volle kakawindeln und mind. 6 volle Pipiwindeln in 24 Stunden. sonst ist sie auch fit und versucht sogar schon zu greifen und brabbelt munter vor sich hin, wenn sie nicht krampft. Blähunge hat sie fast nie und der Fliegergriff hilft ihr wenn sie krampft.
Ich denke schon, dass sie genug trinkt, weil sie oft nach dem Stillen etwas Milch wieder ausspuckt und auch etwa 3-4 Stunden ohne Milch auskommt. Nachts oft sogar 6 Stunden und manchmal mehr.
Was soll ich tun? Würden die Kolkiken, wenn es welche sind, eventuell durch Fertigmilch besser werden?
Wiegt sie zu wenig?
Sind es die echten 3 Monatskoliken?

Anonym

Antwort vom 07.06.2004

-Ihre Tochter gedeiht sehr gut und nimmt altersentsprechend an Gewicht zu. In den vergangenen sechs Wochen hat Sie im Durchschnitt 200g pro Woche zugenommen und liegt damit deutlich über der empfohlenen Mindestgewichtszunahme von 115g/Woche. In den ersten drei bis vier Monaten sollen Stillkinder etwa 115 bis 220 Gramm /Woche zunehmen, ausgehend vom niedrigsten Gewicht nach der Geburt (3190g). Die anderen Gedeihzeichen, die Sie beschreiben zeigen auch, dass die Kleine in einem sehr guten Ernährungszustand ist und mit der Muttermilch alles bekommt, was sie braucht. Es gibt keinen Grund, auf künstliche Säuglingsnahrung umzustellen, denn diese gewährleistet keinesfalls, dass Ihre Tochter dadurch weniger Krämpfe hat. Folgende Maßnahmen können die Bauchkrämpfe lindern: Massieren Sie ihr den Bauch mit Vier-Winde-Öl oder Baby-Bäuchleinöl (Apotheke) im Uhrzeigersinn um den Nabel herum. Sie können sich eine Teemischung in der Apotheke frisch zubereiten lassen und davon drei bis vier Becher am Tag trinken: Fenchel, Schwarzkümmel, Dill, Anis, Frauenmantel, Melisse. Die Samen sollen angestoßen werden, damit die ätherischen Öle wirken können. Wenn die Beschwerden durch diese Maßnahmen nicht weniger werden, können Sie eine Person mit Kenntnisseen in klassischer Homöopathie aufsuchen (Hebamme, Ärztin/Arzt, HeilpraktikerIn), die für Ihre Tochter ein passendes homöopathisches Mittel aussucht, das ihr helfen kann. Wenn Kinder sehr viel und jeden Tag schreien, kann es auch sein, dass die Ursache nichts mit der Nahrung zu tun hat, die das Baby bekommt, sondern mit Verspannungen im Bereich der Wirbelsäule. Wenn Ihre Tochter mehrere Stunden am Tag schreit, sollten Sie diese mögliche Ursache von einer Person mit Kenntnissen in der Osteopathie abklären lassen (z.B. Orthopäde, KrankengymnastIn, HeilpraktikerIn).

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