Themenbereich: Abstillen

"Kind möchte nicht auf stillen verzichten"

Anonym

Frage vom 15.06.2004

Liebes Hebammenteam, meine Tochter ist 13,5 Monate alt und wird tagsüber 3 mal (jeweils nach dem Essen) und zwei bis drei mal in der Nacht gestillt. Da ich berufstätig (Vollzeit, von zu Hause aus)und alleinerziehend bin, wird mir das Stillen langsam zu viel. Meine Hebamme hatte mir empfohlen, meiner Tochter einfach die Brust zu verweigern. Ich habe dieses während der letzten 5 Tage versucht: tagsüber konnte ich meine Tochter durch diverse Aktivitäten (Spielplatz, Spazierengehen) von ihrem Bedürfnis nach dem Stillen ablenken, allerdings hat sie jedes Mal abends so lange gequengelt, bis ich schließlich nachgegeben habe. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich meine Tochter abstillen soll. Ein weiteres Problem ist auch, dass sie nur dann einschläft, wenn sie zuvor an der Brust war. Milch aus der Flasche lehnt sie strikt ab, sie verweigert auch den Schnuller. An ihren ganz guten Tagen trinkt sie ca. 150ml - 200ml Wasser oder Tee aus der Tasse, dies allerdings nicht tätglich. Seit meinem fehlgeschlagenen Abstillversuch hat sich ihre Esserei verschlechtert: mittags isst sie nur noch zwei bis drei Löffel, abends isst sie auch nicht mehr. Das Obst, das sie zwischendurch bekommt, dient eher als Spielzeug als als Nahrung. Wann immer es ihr gelingt, macht sie sich den Weg zu meiner Brust quasi selbst frei bzw. zieht solange an mir herum bis ich sie anlege.Können Sie mir bei der Lösung meines Problems weiterhelfen? Für Ihre Antwort danke ich Ihnen herzlichst, Susanne.

Anonym

Antwort vom 15.06.2004

Hallo, eine Lösung, bei der beide Personen zufrieden sind, wird es nicht geben, denn Ihre Tochter ist nicht bereit auf das Stillen zu verzichten( sie hat ein Bedürfnis danach) und Sie möchten gerne aufhören. Da eine Lösung zu finden, die für beide passt, gibt es einfach nicht, aber vielleicht finden Sie eine Zwischenlösung, die für beide möglich wäre.
Für Ihre Tochter bedeutet Stillen natürlich viel mehr, als nur Essen, es ist Liebe, Zeit, Zärtlichkeit, Ruhe, Sicherheit, die Mutter für sich alleine haben und vieles mehr, was wir nicht alles ergründen können. Für Sie bedeutet Stillen: Zeitmangel, nächtliches Wachsein, aber sicher auch Liebe und Zeit nur für Ihr Kind.
Vielleicht gäbe es die Möglichkeit, das Kind Abends zum Einschlafen weiter zu stillen, als Ritual fürs Bettgehen, ebendso den Mittagschalf. Aber in der Nacht können Sie ihr ganz klar sagen, muß ein Kind in diesem Alter nicht mehrmals Trinken, eimal ist in Ordung, das nächste Mal wachwerden gibt es keine Brust-allerding müssen Sie ein paar Tage mit Protest und Geschrei rechnen. Wenn Ihre Tochter merkt, dass es Ihnen Ernst ist mit dem nächtlichen Nicht-Dauernd-Stillen, wird sie nach ein paar Tagen viel besser schlafen.( So eine "Therapie" ist sinnvoll fürs Wochenende).Und Sie haben vielleicht die Nerven und Ruhe den Tag noch ab und zu zu Stillen , wenn die Nächte gut waren und so auch dem Bedürfnis des Kindes gerecht zu werden.
Als Mutter von 4 Stillkindern kann ich Ihnen nichts anderes raten, ich verstehe wenn Frauen irgendwann wieder ohne Stillkind sein möchten, da ich aber auch die Bedürfnisse der Kinder für wichtig halte, kann ich nicht einfach sagen, verweiger ihr radikal die Brust. Ich würde ungern die psychischen Probleme eines so abgestillten Kindes auf meine Kappe nehmen. Und da Ihre Tochter ein auffälliges Eßverhalten seit der Brustwegnahme zeigt, denke ich, geht soetwas nicht spurlos an den Kindern vorrüber.
Ich hoffe Sie können mit meinem Rat etwas anfangen, wenn nicht melden Sie sich doch nochmal-oft hilft es einfach schon über die Sorgen zu reden, damit alles wieder im sonnigerem Licht aussieht.Oder eine andere Persepktive läßt uns Entscheidungen in einem anderem Licht sehen.

19
Kommentare zu "Kind möchte nicht auf stillen verzichten"
Es wurden noch keine Kommentare verfasst! Schreibe doch einen.

Kommentar verfassen


Das könnte dich auch interessieren:


Frag das babyclub.de Hebammenteam!
Jetzt kostenlos persönliche Frage stellen: