Themenbereich: Stillen allgemein

"abstillen wegen Arbeitsaufnahme?"

Anonym

Frage vom 04.07.2004

Hallo Hebammeteam,
Meine Tochter is jetzt 3,5 Monate alt. In September muss ich wieder anfangen zu arbeiten und will dann komplett abgestillt haben. Mir ist nicht klar wie lange es dauert um komplett abzustillen. Kann ich das in 4 Wochen schaffen? Ich produziere in der Regel eher viel Milch und hab ein bisschen Angst fuer ein Milchstau.
Die andere Sache ist: was fütter ich mein Kind? Wenn ich Anfang August anfangen würde abzustillen, (meine Tochter ist dann 4,5 Monate) kann ich dann schon auf Flaschenmilch verzichten?
Und: kann man einfach selbst Babybrei kochen (gibt es ein Kochbuch?) oder muss man diesen Gläschen kaufen?
Viele Fragen, ich hoffe ihr könnt mir helfen.
Tolle Seite habt ihr!
Anke

Anonym

Antwort vom 04.07.2004

-Im ersten halben Lebenshalbjahr sollte Ihre Tochter nur Milchnahrung bekommen, also entweder Muttermilch, künstliche Säuglingsmilch oder beides. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, mit dem Abstillen umzugehen. Wenn Sie langsam abstillen wollen, können Sie erst einmal eine Stillmahlzeit durch eine Flaschenmahlzeit ersetzen und eine Woche warten, bis Sie die nächste Mahlzeit ersetzen. Wenn Ihre Tochter die Nahrung gut akzeptiert, können Sie im Laufe eines Monats die Tagesstillmahlzeiten durch Flaschennahrung ersetzen. Wählen Sie eine Pre-Nahrung, denn diese ist der Muttermilch am ähnlichsten. Sie enthält wie die Muttermilch als einziges Kohlenhydrat Milchzucker und kann auch nach Bedarf gefüttert werden. Ihre Tochter kann also davon so viel trinken wie sie verlangt. Wenn Sie viel Milch haben, können Sie nach Bedarf Muttermilch von Hand ausstreichen oder abpumpen und einfrieren, sodass Sie sich einen kleinen Vorrat anlegen. Die Milchmenge wird sich reduzieren, sobald Sie weniger häufig stillen. Entleeren Sie die Milch immer dann, wenn die Brüste prall werden. Wichtig ist, dass Sie die Brüste nicht vollständig entleeren, sondern nur so viel, bis Sie Entlastung spüren. Sie können es auch so machen, dass Ihre Tochter während Ihrer Abwesenheit Pre-Nahrung bekommt und wieder gestillt wird, sobald Sie zu Hause sind. Bei einigen Frauen klappt das ganz gut, bei anderen lässt die Milchbildung stark nach, sobald sie nicht mehr regelmäßig stillen. Viele Mütter genießen die intime Nähe mit Ihrem Baby ganz besonders, wenn sie wegen der Berufstätigkeit vom Kind getrennt sein müssen. Falls Sie diese Möglichkeit in Betracht ziehen, können Sie versuchen, bis September die Mahlzeiten zu ersetzen, bei denen Sie abwesend sein werden. Sie können sich vor Ort an eine Hebamme oder Stillberaterin wenden, die Sie zu den Möglichkeiten des Abstillens oder teilweise Stillens bei Berufstätigkeit individuell beraten kann. Beginnen Sie frühestens im sechsten Lebensmonat mit der Einführung der Beikost. Sie können selbstverständlich die Babybreie selbst herstellen und müssen nicht zwangsläufig Gläschen kaufen. In der Broschüre „Gesunde Ernährung von Anfang an “ (Verbraucherzentrale Hamburg, Tel. 040/24832-20, E-Mail: info@vzhh.de ) finden Sie wertvolle Informationen und Hintergründe zur schonenden und gesunden Einführung der Beikost (inklusive Grundrezepte). In dem GU Ratgeber „Kochen für Babys“ von Dagmar v. Cramm finden Sie viele Rezepte zur Herstellung von Babybreien.

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