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"was tun bei starker Anhänglichkeit?"

Anonym

Frage vom 08.07.2004

Hallo liebes Hebammen-Team,
ich habe vielleicht eine etwas aussergewöhnliche Frage und hoffe dass ihr mir irgendwie weiterhelfen könnt. Unser Sohn ist 7,5 Monate alt und hat immer noch erhebliche Probleme sich alleine zu beschäftigen. Gibt man ihm ein Spielzeug wirft er es meistens (es sei denn es ist neu) einfach auf die Seite und auch wenn ich oder mein Mann versuchen uns mit ihm zu beschäftigen, wird er nach zwei, drei Minuten meist quengelig. Sind wir in der Krabbelgruppe ist mein Sohnemann der einzige der nach spätestens einer halben Stunde nur noch rumnörgelt und nur von mir getragen werden will. Wirklich längere Zeit Ruhe ist eigentlich nur beim Autofahren. Ist das normal? Ich weiss jedes Kind ist anders, aber die Krabbelgruppenkinder kommen mir viel ausgeglichener vor, obwohl ich versuche viel mit ihm zu machen. Wenn wir „einfach nur zuhause sind“ ist Terror angesagt, aber ab und zu muss ich ja auch noch den Haushalt machen. Es ist auch oft so dass er im Kinderwagen nörgelt und schreit und wenn wir z.B. bei meiner Mutter oder Schwiegermutter sind. Ich gehe nicht mal mehr spazieren obwohl ich das gerne mache, weil ich Angst vor der Schreierei habe (das mitgenommene Spielzeug und die Umgebung ist meist schnell uninteressant). Dummer weise kann ich ihn auch nicht mal für eine Stunde abgeben, bei den beiden Omas und selbst bei meinem Mann schreit er so lange bis ich da bin. Ich bin also ziemlich genervt.
Ich weiss mir nicht mehr zu helfen, weil ich auch so den Eindruck habe dass er keine Fortschritte macht, er kann sich jetzt drehen macht es aber kaum und fortbewegen tut er sich noch gar nicht. Wenn ich ihn auf den Bauch lege geht das eine halbe Minute gut, dann schreit er wie am Spiess. Habe ich ihn verwöhnt? Ich hoffe ihr könnt mir helfen.

Antwort vom 08.07.2004

Machen Sie sich vor allem mal keine Vorwürfe! Sie sagen selbst, jedes Kind ist anders, und übrigens auch jede Mutter! Sie haben ein anspruchsvolles Kind erwischt, das neugierig ist, das viel Anregung von seiner Umwelt haben möchte und das sehr an seiner Mama hängt. Das ist anstrengend, aber Sie wären bestimmt auch nicht glücklich, wenn er immer nur zufrieden in seinem Wägelchen liegen und vor sich hin gucken würde! Die Anregung beim Autofahren scheint ihm angemessen zu sein, gleichmässig rasch wechselnde Bilder, Motorbrummen, leichtes Ruckeln und wahrscheinlich auch entspannte Eltern, die wissen, beim Autofahren ist alles ok! Versuchen Sie, sich nicht aus Angst vor Reaktionen Ihrer Umwelt zurückzuziehen, nicht mehr spazieren gehen etc.! Tragen Sie ihn im Tragetuch, wenn er im Wägelchen nur schreit; Lagern Sie ihn beim Spazierengehen so im Wagen, dass er rausgucken kann, versuchen Sie, ob er vielleicht in der Fußgängezone eher zufrieden ist, wo viel los ist, als im Wald, wo es "nur Bäume gibt". Vielleicht schaffen Sie es, sein Schreien eher als "Erzählen" aufzufassen, er kann sich ja noch nicht anders äußern als über das Schreien. Zu Ihrer eigenen Stabilität sollten Sie trotz Protest von ihm ihn ab und zu abgeben und alleine weg gehen (und wenn Sie nur zum Einkaufen gehen), er ist bei Oma oder Papa gut versorgt und wird auch schnell erfahren, dass Sie ja wieder kommen. Für Kinder, die so sehr anhänglich sind und nur auf dem Arm sein wollen, wird oft auch Chamomilla empfohlen (Kamille homöopathisch). Besorgen Sie sich das mal (Kügelchen in D6-Potenz; Apotheke) und geben Sie ihm bei Bedarf 3-5 Kügelchen, vielleicht hilfts ja. Lassen Sie sich nicht unter kriegen sondern versuchen Sie, "kreative" Lösungen zu finden!

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