Themenbereich: Alternative Heilmethoden

"Schwangerschaftstee und Thromboserisiko"

Anonym

Frage vom 21.10.2004

Liebe Hebammen,

ich bin jetzt in der 19. SSW, und meine FA hat mir geraten, so langsam mit dem SS-Tee anzufangen.
Jetzt habe ich gelesen, dass die Zutat Schafgarbe die Blutgerinnung unterstützt (wg. einer möglichen Blutungsgefahr bei der Entbindung).

Ich habe ein 9-fach erhöhtes Thromboserisiko und eine Faktor-II-Mutation, weshalb ich täglich Fragmin P Forte spritzen muss.

Ich frage mich nun, ob ich den Tee mit der Schafgarbe unbedenklich trinken kann oder ob das nicht einen gegenteiligen unerwünschten Effekt hätte. Sollte ich die Apotheke bitten, die Schafgarbe lieber nicht reinzumischen oder ist die Schafgarbe für die Wirkung des Tees unabdingbar oder vielleicht die Einnahme im Tee auch unbedenklich? Meine FA kennt sich auf diesem Gebiet nicht so wahnsinnig gut aus.

Herzlichen Dank im Voraus für Ihre Antwort,
Patricia

Antwort vom 21.10.2004

Hallo,
es gibt verschiedene Zusammensetzungen von Schwangerschaftstees, die so im Umlauf sind. Ich bin keine Befürworterin davon Heilkräuter zu benutzen ohne dass eine Krankheit oder Störung vorliegt und finde 20 Wochen für eine Nutzung auch generell zu lang. Manchmal werden solche Tees nach dem Motto "nutzt nichts aber schadet auch nichts" gegeben. Beim Vorliegen von Beschwerden können Heilkräuter meiner Meinung nach schon sehr hilfreich sein, beim Gesunden (und als solches betrachte ich schwangere Frauen)besteht meiner Ansicht nach keinen Grund eventuell vorhandene Wirkungen in Kauf zu nehmen, die bei Gesunden ja nichts verbessern können. Wenn, wie bei Ihnen eine bekannte Störung vorliegt, würde ich auf den Tee ganz verzichten und falls im Laufe der Schwangerschaft Handlungsbedarf besteht einen Tee zusammenstellen lassen, der wirklich für Sie passt und die vorhandene Thromboseneigung berücksichtigt. Dazu sind fundierte Kenntnisse der Heilkräuter Voraussetzung. Wenn Ihr Arzt nur über Basiswissen verfügt, können Sie die empfohlene Mischung noch mal mit dem Apotheker besprechen und Kräuter rauslassen, die für Sie nicht gut sind. Wenn Sie eine Hebamme betreut können Sie auch die um Rat fragen, wenn deren Kenntnisse in Kräuterheilkunde fundiert sind. Die meisten Frauen kommen aber auch ganz prima ohne jedes Nachhelfen durch Schwangerschaft und Geburt.
Alles Gute, Monika

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