Themenbereich: Geburt allgemein

"Hausgeburt aus Scham vor Fremden empfehelenswert?"

Anonym

Frage vom 17.11.2004

Bin 36 und bekam mein 1. Kind vor 8 Jahren per Kaiserschnitt, weil die Herztöne unter den Wehen schlecht waren. Habe mich jetzt für eine Hausgeburt entschieden, damit mir das nicht wieder passiert.
Es fällt mir sehr schwer zu Ärzten und Hebammen Vertrauen zu finden und mich gegebenefalls untersuchen zu lassen. Habe jetzt den 3. US machen lassen und habe eine Hebamme gefunden, die mich schon 2x besucht hat. Sie hat meinen Bauch angefaßt und Herztöne abgehört. Die Geburt ist für mich ein sehr intimes Erlebnis und mir graut davor fremde Leute um mich zu haben. Mir wäre am liebsten, mein Mann würde kontrollieren wie weit der Mumu offen ist usw. . Natürlich ist es mir auch peinlich vor der Hebamme oder einem Arzt über meine Ängste zu reden, ich gehe dann lieber nicht mehr hin. Wie kann ich meine Scheu überwinden? Was brauche ich für die Hausgeburt? Kann die Hebamme vielleicht meinen Mann anleiten, damit er die Geburt macht? Was macht eine Hebamme überhaupt während einer Geburt außer Herztöne überwachen? Was ist mit Wochenbett gemeint, soll man wirklich im Bett bleiben? Und warum soll man 6 Wochen nach Entbindung keinen Sex haben?

Anonym

Antwort vom 18.11.2004

Hallo, was soll Ihnen nicht wieder passieren? Die schlechten kindliche Herztöne, der Kaiserschnitt? Leider kann Hausgeburtshife nichts von beiden verhindern. Haus- und Geburtshausgeburten sind von den Ergebnissen nur so gut, weil die Paare und Hebammen sich aufeinander einlassen und gemeinsam arbeiten. Es ist der Hebamme nur dadurch möglich, den Paaren den Raum zu bieten, denen sie wünschen. Nur Vertrauen kann Ruhe, Entspannung und Selbstbestimmung schaffen, die außerklinische Geburtshilfe möglich und sicher macht. Das geht nur, wenn Sie Ihre Ängste und Bedürfnisse äußern, und die Hebamme ihre Befunde erheben kann, um Sie zu beraten. Wenn Sie sie außen vor haben wollen, kann die Hebamme Sie nicht einschätzen, beraten und die Wahrscheinlichkeit ist groß, das die Geburt im Krankenhaus statt finden wird.
Wie würde es Ihnen mit einer Verlegungssituation gehen? Wenn Sie das überfordert, ist es besser zu überlegen, ob die Geburt nicht gleich besser im Krankenhaus beginnen soll.
Da Ihre Gebärmutter nun schon "voroperiert" ist, kommt noch ein "Zusatzkreterium" hinzu. Viele Kolleginnen begleiten keine Hausgeburten bei "Zustand nach Kaiserschnitt". Die Begleitung ist nur möglich, wenn Sie deutlich kooperativ und informiert sind. Das wird nur gelingen, wenn Sie in Zusammenarbeit mit der Hebamme Ihre Ängste besprechen und sich auf eine gemeinsame Arbeit einlassen können. Wenn das nicht gelingt, kann die Kollegin die Begleitung bei der Hausgeburt absagen. Die Hebamme wird mit Ihnen deutlich besprechen, wie es sein wird, wenn doch eine Verlegung ins Krankenhaus nötig ist. Besprechen Sie mit der Hebamme, ob sie Sie im Krankenhaus weiter begleiten kann, oder ob eine Übergabe an die angestellte Hebamme erforderlich wird. Wenn Ihr Mann nicht selbst Gynäkologe ist, kann er Symptome, die die verletzte Gebärmutter mit sich bringen kann, nicht erkennen und interpretieren. Das bedeutet, daß es notwendig ist, das die Hebamme bei der Geburt anwesend ist. Was sie dann macht oder an Ihren Mann abgibt, kann besprochen werden.
Die Info über das was Sie zur Hausgeburt vorbereiten sollen, wieviel "Wochenbett" nötig ist, besprechen Sie bitte mit Ihrer Hebamme. Es ist in den jeweiligen Situationen unterschiedlich, und ich möchte das Sie sehr schnell Kontakt zu ihr aufnehmen und ins Gespräch kommen. Sex kann man in den 6 Wochen nach der Geburt haben, wenn Frau/ Mann Lust hat und möchte. Wenn es zum "Geschlechtsverkehr" kommt, ist es empfehlenswert ein Kondom zu nutzen, da ein Restinfektionsrisiko bestehen kann, .....und Frau direkt wieder schwanger werden könnte. Alles Gute, Ina

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