Themenbereich: Vorsorgeuntersuchungen

"intakte Schwangerschaft möglich trotz fehlender Herztöne des Kindes?"

Anonym

Frage vom 28.12.2004

Meine Tochter ist in der 7+4 schwanger. Bei 6+4 wurde eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt und keine Herztoene gefunden. 3 Tage später dann die nächste Kontrolle. Wieder nichts. Da die Blutuntersuchung am 20.12. nur einen zögerlichen Anstieg des Schwangerschaftshormons ergab, wies der FA meine Tochter zur Ausschabung in die Klinik ein. Der Arzt bestätigte den Befund des FA. Die Ausschabung konnte wegen der Feiertage nicht durchgeführt werden und wurde auf Montag, den 27.12. verschoben. Meine Tochter bat um ein nochmaliges US, weil sie Zweifel hatte. Der Arzt sah ein völlig normales Bild, nur keine Herztoene. Er nahm noch einmal Blut ab und der Wert war von 23000 auf 46000 gestiegen. Nun heißt es wieder Abwarten. Der Eingriff wurde nicht vorgenommen. Kann es sein, dass doch eine völlig intakte Schwangerschaft besteht?

Antwort vom 28.12.2004

Hallo, ja, es kann durchaus sein, dass es sich um eine ganz normale Schwangerschaft handelt, die nur eben etwas später eingetreten ist als gedacht. Aber selbst wenn der Termin stimmt, der errechnet wurde, ist es ganz normal, dass noch keine Herztöne zu sehen sind. Das ganze Kind ist ja nur wenige Millimeter groß und ein Herz wäre oft allenfalls mit enem Mikroskop sichtbar. Was man noch nicht sieht, ist in der Regel auch drei Tage später nicht sichtbar. Sie können Ihrer Tochter raten mal MINDESTENS eine Woche auf weitere Untersuchungen zu verzichten. In dem Geburtshaus, in dem ich ab und an arbeite kamen letztes Jahr alleine drei (von 100) Kinder zur Welt, deren Mütter schon einen Termin zur Ausschabung hatten wegen angeblicher Fehlgeburt und wenn Sie mal hier in den vorangehenden Fragen lesen, werden Sie feststellen, dass sehr viele Frauen verunsichert werden durch die frühe und häufige Messerei mit immer neunen Verkündungen von angeblichen Mängeln der Schwangerschaft. Welchen medizinischen Sinn das Ganze macht, kann ich Ihnen leider auch nicht sagen. Die "verhaltene Fehlgeburt" ist in der Realität ja eigentlich eher die Ausnahme, weil normalerweise Schwangerschaften, die nicht intakt sind von alleine abgehen. Eine Ausschabung ist also selbst bei tatsächlicher Fehlgeburt eigentlich nicht nötig, wenn nicht zusätzliche Probleme auftauchen. Dass nun schon wegen zu früher nichtssagender Ultraschallergebnisse reihenweise Ausschabungen vorgenommen werden, ist eine Zumutung für die Frauen, die die ersten Wochen der Schwangerschaft in Angst und Sorge auf den nächsten niederschmetterden Ultraschalltermin warten, statt sich einfach erst mal über die Schwangerschaft freuen zu können. Wie absolut notwendig kann denn ein Eingriff sein, der sich "wegen der Feiertage" verschieben läßt? Warum sehen die Ärzte erst auf Bitten Ihrer Tochter noch mal nach, statt sich vorab von alleine zu vergewissern, ob ein geplanter Eingriff wirklich nötig ist?
Nach dem was Sie geschrieben haben, kann es sein, dass es sich bei Ihrer Tochter um eine ganz normale intakte Schwangerschaft handelt. Die allerdings braucht auch ein wenig Zeit und Ruhe, um zu wachsen und zu reifen. Ich würde mich freuen, wenn Sie mir noch mal kurz berichten könnten was sich weiter ergeben hat, weil ich im Moment diese Fälle sammel für eine Initiative gegen die Etablierung dieser vorschnellen Vorgehensweise.
Alles Gute, Monika

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