Themenbereich: Schwangerschaft allgemein

"Kaiserschnitt bei Plazenta Prävia?"

Anonym

Frage vom 06.01.2005

Liebe Hebammen,
ich bin in der 30. SSW.
In der 19. SSW wurde bei mir eine Placenta Praevia diagnostiziert. Allerdings hieß es da, daß noch die Aussicht besteht, daß das Ganze mit dem Wachstum der Gebärmutter, sich nach oben ziehen kann.
Bisher ist mein Muttermund noch ganz gut verschlossen, Blutungen während der Schwangerschaft hatte ich noch nie.
Vor zwei Tagen wurde beim CTG festgestellt, daß ich ganz leichte Kontraktionen der Gebärmutter habe. Ich selber habe das gar nicht mitbekommen. Mein FA hat mir daraufhin Partusisten verschrieben, daß ich drei mal am Tag im 8-Stunden Rhytmus nehmen soll.
Ich habe jetzt nachgelesen, daß solche Vorwehen in meinem Schwangerschaftstadium ganz normal sind, sofern sie nicht eine gewisse Menge überschreiten.
Ich hänge bei meinen FA immer ungefähr 20 bis 30 Minuten am CTG, reicht diese Zeit überhaupt aus, um beurteilen zu können, ob Partusisten nötig ist oder nicht? Ich bekomme nämlich von diesem Medikament immer Herzrasen, Händezittern, Innere Unruhe.
Nächste Woche habe ich mein III. Ultraschallscreenning und dann werde ich erfahren, ob meine Plazenta noch immer im Weg ist. In diesen Fall wäre ein Kaiserschnitt notwendig.
Ich habe nun den Verdacht, daß Ärzte allgemein und auch mein FA mit der Verordnung einer Kaiserschnittes immer sehr schnell bei der Hand sind. Lieber würde ich die Geburt vaginal erleben.
Da ich kein Mediziner bin, ist meine Frage, wie kann ich mich durch "richtiges" Nachfragen davor schützen, daß kein unnötiger Kaiserschnitt gemacht wird?
Sollte natürlich ein Kaiserschnitt medizinisch notwendig sein, werde ich das machen lassen, da ich ja auch nicht verbluten will.
Herzlichen Dank für eine Antwort!

Antwort vom 06.01.2005

Hallo, warum wurde denn überhaupt ein CTG geschrieben? Wenn Sie keine schmerzhaften Wehen merken und der Muttermund noch zu ist, gibt es keinen Grund jedes mal ein CTG zu schreiben, weil es überhaupt keine Aussagekraft hat (außer für den Moment) Wehen, die die Frau nicht merkt und die auch keine Veränderung am Muttermund bewirken sind nicht therapiebedürftig. Eine wirkliche Frühgeburt kündigt sich nicht durch so eine Art von Wehen an und sie läßt sich auch mit Partusisten Tabletten nicht aufhalten.
Wenn die Plazenta ganz vor dem Muttermund liegt, gibt es keinen anderen Weg, als einen Kaiserschnitt. Meistens liegt sie aber nur am Rand, was wahrscheinlich auch bei Ihnen der Fall ist, sonst hätte Ihr Arzt Ihnen keine Hoffnung machen können, dass sie sich noch in höhere Regionen begibt. Wenn die Plazenta nur in der Nähe oder am Rand des Muttermundes liegt, ist es gut möglich eine spontane Geburt anzustreben. Dies gilt besonders, wenn keine Blutungen aufgetreten sind. Ein Kaiserschnitt könnte dann immer noch gemacht werden, wenn Blutungen auftreten oder der Kopf des Babys so auf die Plazenta drückt, dass dies an den Herztönen zu registrieren ist. Sie können Ihren Arzt bei der nächsten Untersuhung fragen, wie weit die Plazenta vor dem Muttermund liegt. Lassen Sie sich durch die Erklärungen was schlimmstenfalls alles passieren kann nicht beunruhigen. Auch wenn vorher gar nichts war, kann eine Geburt unter ungünstigen Umständen mit dem schlimmsten enden. Das kann aber auch eine Autofahrt und trotzdem gehen wir nicht zu Fuß. Ein Kaiserschnitt ist weder für die Mutter noch für das Kind und erst recht nicht für Folgeschwangerschaften die sicherste Methode, wenn nicht gerade ein echter Grund dafür besteht. Bei einer starken Blutung wäre der Kaiserschnitt natürlich sicherer. Solange aber nichts auf eine Komplikation hindeutet, ist die bloße Wahrscheinlichkeitsrechnung, die allen Risikoprognosen zu Grunde liegt, keine Entscheidungshilfe. Wenn z.B. etwas zu 99% geht, dann nützt Ihnen diese Aussage überhaupt nichts, wenn Sie zu dem einen Prozent gehören, wo es nicht geht. Umgekehrt gilt das genauso.
Der Kaiserschnitt ist für den Arzt die sicherste Geburtsmethode, weil er damit rechtlich auf der sichereren Seite ist. Sicherheit für den Arzt ist aber nicht gleichbedeutend mit Sicherheit für Mutter und Kind. Manchmal ist es leider genau umgekehrt. Als Entscheidungshilfe für Sie könnte hilfreich sein, dass das was tatsächlich für Sie spürbar und nachvollziehbar zutrifft ein Entscheidungskriterium sein kann. Alles was nur sein KÖNNTE , muss nicht so behandelt werden, als wäre es bereits eingetreten.
Sie können sich auch schon in der Schwangerschaft von einer Hebamme betreuen lassen. Mit der können Sie besprechen, was für Sie in Frage kommt. Übers Internet sind leider nur allgemeine Aussagen möglich. Besser wäre eine Beratung, die ganz individuell Ihre Bedürfnisse und persönliche Situation mit einbeziehen kann.
Alles Gute, Monika

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