Themenbereich: Stillen allgemein

"Kind ist extrem unruhig beim Stillen?!"

Anonym

Frage vom 21.07.2005

Hallo, meine Tochter ist jetzt etwas über 5 Wochen alt und seit Beginn hatten wir extreme Stillprobleme (wunde Brustwarzen, 3 x fiebriger Milchstau, Schmerzen beim Stillen & Anlegen sowie starke Schmerzen nach dem Stillen). Das Kind trank bisher jedoch gut, die Probleme hatte nur ich. Meist war der Abstand bei den Stillmahlzeiten etwa 3-4 Stunden. Nachts schläft unsere Tochter generell 6-7 Stunden und meldet sich erst morgens zwischen 5 und 7 Uhr wieder. Ich lege sie für jede Stillmahlzeit inzwischen 20-25 Minuten an jeder Seite an, immer im Sitzen und wechsele an jeder Brust von Stillmahlzeit zu Stillmahlzeit zwischen der „Flieger-Stellung“ und ganz normal Bauch an Bauch. Inden ersten Wochen hatten wir das Problem, das unsere Tochter ständig einschlief beim Stillen. Zwischenzeitlich trank sie sehr sehr gut. Seit etwa 10 Tagen aber trinkt sie die ersten 3-5 Minuten recht gut, dann aber schläft sie ständig ein und nuckelt dann nur noch. Sie ist dann sehr schwer aufzuwecken. Wenn sie nicht schläft, zappelt sie sehr stark, stöhnt und ächzt dabei und reisst den Kopf (mit meiner Brustwarze im Mund) hin und her. Seit gestern ist das noch viel schlimmer geworden (gestern bekam sie 3 Mahlzeiten aus der Flasche, weil ich nicht zu Hause sein konnte und sie von meinem Mann betreut wurde). Ich dachte, es wäre vielleicht eine Saugverwirrung, weil sie nun auch ständig die Brustwarze los lässt. Aber so langsam bin ich doch recht ratlos. Einzelne Mahlzeiten mit der Flasche hatten sie in der Vergangenheit nicht verwirrt. Wenn ich unsere Tochter nun nach 20 Minuten von der brust abnehme, sperrt sie aber immer noc hden Mund auf und sucht – selbst wenn sie vorher tief eingeschlafen war an der Brust. Sie schläft dann auch zwischen den Mahlzeiten kaum und kommt nach etwa 1,5 Stunden wieder.
Ich bin jetzt langsam am Ende mit meinen Nerven, zumal ich seit fast 6 Wochen nur unter Schmerzen stille. Was ist bloß mit der Kleinen los? Woran kann dieses Verhalten beim Stillen liegen? Für eine Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar, denn ich bin nahe dran, alles hinzuschmeißen – aber eigentlich wollte ich unbedingt 6 Monate lang stillen. Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Anonym

Antwort vom 21.07.2005

Hallo, so wie sich Ihre Problem anhören brauchen Sie dringend eine Hebamme, die Ihnen zu Hause das korrekte Stillen zeigt, anlegen hilft und Homöopathie, Salben, ect. zur Heilung der Brustwarzen erklärt.Sie haben die ersten 8 Wochen Anspruch auf Hebammenhilfe und wenn die Probleme dann noch nicht besser sind kann der Haus-, Kinder-, oder Frauenarzt ein Rezept über Hebammenhilfe ausstellen, wegen Stillschwierigkeiten. Leider weiß ich, dass viel meiner Koleginnen, die Frauen nur die ersten 10 Tage betreuen( also höchstens 3-4 Besuche nach dem KH machen).
Klären Sie anhand der Hebammenliste direkt am Telefon, ob die Hebamme eine Stillweiterbildung hat und Hausbesuch nach dem 10Lt. übernimmt.
Ich kann Ihnen nur Mut machen versuchen durchzuhalten- ich betreue immer mal wieder Frauen, wo das Stillen sehr lange nicht gut funktioniert, aber nach 6-8 Wochen sind die Frauen froh durchgehalten zu haben.
Warum das Kind an der Brust so unruhig ist, kann ich nur spekulieren, aber es kann passieren, dass bei starken Schmerzen, so viel Adrenalin( Streßhormon und Gegenspieler des milchbereitstellenden Hormon Oxytocin) ausgeschüttet wird, dass die MM nicht fließ. D.h. das Kind saugt an der Brust, aber es kommt zu wenig.Sie können versuchen, die Brust vor dem Stillen mit Kirschkernsack oder Wärmflasche zu durchwärmen, dann fließt die Milch besser. Im Buchhandel, oder evtl. auch Bücherei gibt es das Stillbuch von Hannah Lotroph. Hier finden Sie einerseits homöop. Mittel bei wunden Warzen, aber auch Tipps fürs korrekte Anlegen.
Bei brennenden Schmerzen kann Sulfur C6 helfen, stechende Schmerzen können mit Calcium carbonicum oder Silicea behandelt werden. Schmerzen die in den Rücken ausstrahlen sind in der Regel Phytolacca.
In der Apotheke bekommen Sie Wollfett- ein gutes Heilmittel für Brustwarzen.
Auch kann es mal helfen, wenn die Frauen ein paar Tage nur mit einer Handpumpße ganz zart und vorsichtig abpumpen, damit die Warzen geschont werden.
Außerdem habe ich immer mal wieder Frauen, bei denen die Warzen permanet wund sind und nichts hilft- dann kann die Ursache auch mal ein Pilz sein, der sich auf den Warzen festgesetzt hat- das Problem ist, dass er weder zu erkennen noch durch einen Abstrich nachzuweisen ist. Ich erkenne es nur daran, dass es einfach nicht besser wird, manchmal die Brustwarzen leicht glänzen und die Beschwerden durch eine Pilzsalbe sofort besser werden.
Das Wichtigste was Sie nun tun sollten, ist ( evt. übers KH, über Ihren Frauenarzt/ärztin oder Hebammenlist) eine stillweitergebildete Hebamme zu suchen, die Ihnen vor Ort helfen kann.

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