Themenbereich: Stillen allgemein

"Stillprobleme - Tipps und Hilfe"

Anonym

Frage vom 14.08.2005

Hallo liebes Hebammenteam,
meine Tochter ist 7 Wochen alt und ich habe das Gefühl jedes Stillproblem mitgenommen zu haben. Die ersten 2 Wochen habe ich voll gestillt. Von Anfang an waren meine Brustwarzen sehr wund. Man hat dies auf eine falsche Trinktechnik (nach jedem Anlegen total zerkaut) der Kleinen zurückgeführt und riet mir durchzuhalten. Außerdem wollte sie fast durchgehend angelegt werden und hat in den erzwungenen Pausen viel geweint. Erst nach 2 Wochen stellten wir fest, dass sie durch die falsche Trinktechnik zu wenig Milch bekam. Wir entschieden uns zuzufüttern und prompt wurde sie ruhiger. Meine Brüste waren zu der Zeit allerdings schon so zerstört (tiefe Löcher und seitliche Einrisse) dass man uns zu einer Stillpause und abpumpen riet. Als sich die Brüste (nach 2 Wochen) langsam erholt haben fing ich wieder an die Kleine anzulegen, diesmal mit Stillhütchen, Tag für Tag etwas öfter, schließlich bis zu dreimal täglich. Die Brustwarzen wurden zwar wieder stetig wunder aber bis dahin noch aushaltbar. Allerdings war das Dreigleisigfahren (stillen, abpumpen und zufüttern) sehr belastend. Dann bekam ich einen Milchstau und starke Schmerzen in der linken Brust. Zusätzlich reagierte die Kleine mit einer Saugverwirrung und verweigerte trotz Hungers die Flasche. Daher entschied ich nun endgültig abzustillen und dem Stress ein Ende zu machen. Tatsächlich aber bin ich nicht glücklich mit der Entscheidung und denke täglich daran, dass die Kleine und ich doch eigentlich lieber stillen würden. Daher meine Frage: Haben Sie noch einen Tipp für mich? Soll ich vielleicht doch wieder ein paar Mahlzeiten durchs Stillen ersetzen? Oder verwirrt das Hin und Her die Kleine nur? Und raten Sie mir bitte nicht, eine gute Stillberaterin aufzusuchen, denn ich war nun mittlerweile schon bei 5 und keine konnte mir weiterhelfen.
Liebe Grüße

Anonym

Antwort vom 15.08.2005

Hallo, es ist wirklich schade, wieviel bei Ihnen schiefgelaufen ist und nicht immer ist eine Lösung zu finden, mit der alle gut leben können. Ich kann Ihnen auch nicht raten, ob es sinnvoller ist dem Ganzen ein Ende zu machen oder es doch nochmal zu probieren, auf die Gefahr hin es klappt wieder nicht.
Prinzipell denke ich, ist ein Hin und Her für ein Kind nicht schädlich ist (und auch ein bißchen MM ist gesund) und es wäre für Sie schlimmer, immer mit dem Gedanken zu leben - eigentlich hätte ich gerne wenigstens teilgestillt und warum habe ich es nicht nochmal probiert.
Mir fällt es allerdings schwer Ihnen Tipps zum Weiterstillen/richtig Stillen zu geben, da ja die Warzen auch mit Hütchen wund geworden sind. Ich müßte die Anlegetechnik und Saugtechnik vor Ort anschauen um zu sagen- ja hier liegt das Problem- so kann ich nur spekullieren- hatte das Kind einen Pilz und die Brustwarze ist infiziert (ein Pilz ist auf der Warze leider nicht zu erkennen), oder macht das Kind den Mund nicht richtig auf, liegt sie zu hoch zu tief, wie halten Sie die Brust...Leider ist Hamburg vom Bodensee ziemlich weit entfernt und ich kenne keine Kollegin (Hebamme) die ich Ihnen als kompetente Stillhebamme empfehlen könnte.
Vielleicht wäre es ja eine Möglichkeit nur morgens und abends eine Stillmahlzeit zu geben und alles andere mit Flasche - kein zusätzliches Abpumpen, sondern diese 2 Mahlzeiten zum Genießen , nicht zum Satt werden, sondern um die Immunstoffe und das gefühl des Stillens. Wenn dies gut klappt können Sie immer noch eine weiter Mittagsmahlzeit mit MM ersetzen.
Wichtig ist das richtige Anlegen mit weit geöffnetem Mund, C-Griff der Hand , das Kind muß Pausbäckchen machen und vom Kiefer bis zum Ohr ist die Saugbewegung zu sehen. Wichtig ist die Brust so zu halten (C-Griff), dass das Kind möglichst viel vom Warzenhof in den Mund bekommt.
Im Stillbuch von Hannah Lothrop finden Sie gute Anleitung zum Andocken.
Ich hoffe ich konnte ein bißchen helfen, aber Sie dürfen sich jederzeit wieder melden.

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